• Sport

Fussball CH-Cup - Solid, aber zu harmlos

Quelle
Berner Zeitung BZ

Der FC Münsingen verpasst die Cupsensation gegen einen clever auftretenden FC Sion.

Weggedrückt: Münsingens Sandro Christen (links) wird von Sions Gabriel Cichero in Schach gehalten. (Bild: Andreas Blatter)
Fünf Minuten vor dem Abpfiff keimt nochmals leise Hoffnung auf. Sion-Spieler Martin Zeman leistet sich einen Aussetzer und sieht wegen einer Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte. Die Münsinger rennen an – doch vergeblich.

Die Schlussminuten liefern ein Abbild des gesamten Spiels. Eines Spiels, in dem der unterklassige FC Münsingen dem Gegner nur wenig unterlegen war. Der Berner Erstligist brachte den FC Sion ebenso in Verlegenheit wie vor zwei Jahren den FC Basel (0:1). Die Abwehr der Aaretaler überzeugte im Sechzehntelfinal gegen den Titelverteidiger und liess nur wenig zu.

Sion mit Glück und Effizienz

Bekanntlich muss für eine Überraschung aber alles stimmen, dazu gehört auch das nötige Wettkampfglück. Gestern lag dieses eher aufseiten der Walliser. Nach einer Viertelstunde brachte Geoffrey Mujangi Bia den FC Sion vor 2400 Zuschauern auf Sandreutenen per Abstauber in Führung. Doch war die Szene stürmerfoulverdächtig. Münsingens Goalie Patrick Karrer prallte zuvor beim Versuch, den Ball zu fangen, mit Moussa Konaté und Teamkollege Lukas Schenkel zusammen. Trainer Kurt Feuz kommentierte: «Der Treffer fiel in einem denkbar ungünstigen Moment.»

Das Momentum dagegen lag in den Folgeminuten aufseiten der Münsinger. Silvan Aegerter spielte einen Traumpass vertikal in die Spitze, wo Sandro Christen perfekt in Position lief und mit seinem Kopfball Sion-Goalie Kevin Fickentscher zu einer starken Parade zwang. Etwas später konnte der wirblige Luca Lavorato von Vilmos Vanczak im letzten Moment geblockt werden. Mehr wusste der 1.-Ligist in der Offensive aber nicht zu bieten.

Anders die Sittener: Lange blieben sie harmlos, überliessen dem Gegner gar mehr Ballbesitz. Doch in der 74. Minute schlug Edimilson Fernandes nach Patrick Funaros Fehler zu – die Entscheidung war gefallen. Da konnte es sich Konaté leisten, in der Nachspielzeit anstatt das leere Tor den Pfosten zu treffen. Letztlich habe sich die Klasse des Super-League-Dritten durchgesetzt, befand Feuz nach dem Abpfiff.

[i] Zur BERN-OST Bildergalerie...

Autor
Lukas Siegfried, Berner Zeitung BZ
Nachricht an die Redaktion
Statistik

Erstellt: 21.09.2015
Geändert: 21.09.2015
Klicks heute:
Klicks total: