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Gasthof zur Sonne Grosshöchstetten: Neu auch ein Museum

Seit zwei Monaten hängt am Eingang der Sonne Grosshöchstetten ein Schild: "Restaurant, Hotel, Museum". Das Konzept funktioniert bisher dank Quersubventionierung.

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Der Grosshöchstetter Sonnenwirt Heinz Stucki in seiner musealen Restaurant-Küche. (Bilder: Anina Bundi)
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Der Gasthof Sonne zu alten Zeiten. Heinz Stuckis Ururgrossvater Johannes Bieri mit Frau und Gesinde. (Bild: zvg)
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Bringt die Augen von jung bis alt zum Glänzen: Kinderkochherd in der Gaststube.
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Das Symphonion funktoniert ähnlich wie eine Musikdose, aber mit einer gelochten Metall-Schallplatte.
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Mit einem "Canärli" konnten Damen Schnaps trinken und trotzdem ganz Dame bleiben. Im Hintergrund Likör, den Stucki nebst Schnaps, Portwein und Balsamico mit der Tochterfirma "Stucki Spirit" selbst produziert.
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Fundstücke in jedem Winkel: Vitrine mit Teepuppen aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert.
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Auch im Keller warten Schätze.
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Zum Brunch gibt es bis zu zwölf Sorten hausgemachtes Brot, Eier, Speck und Würste, frische Rösti, Bircheremüesli uvm.
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Heinz Stucki hat das Gastgewerbe im Blut: bereits sein Ururgrossvater wirtete in der Sonne Grosshöchstetten. Stucki wollte schon immer Koch werden. Auch das Sammeln alter Dinge fing schon früh an. Seinen ersten Fund machte er als Achtjähriger, er brachte die Räder eines alten, kaputten Leiterwagens heim. Inzwischen ist die Sammlung so umfangreich geworden, dass sich der Gasthof allmählich in ein Museum verwandelt hat.

Leidenschaftliche Nostalgie

Stucki ist Koch, Wirt, Hotelier und Museumsdirektor in einem. Und er ist alles mit viel Leidenschaft. Wo immer möglich, verwendet er die alten Gegenstände: Er kocht in Kupfer-Pfannen auf einem alten Holzherd, macht mit antiken Eisen Bräzeli und Rosenküchlein und der Kaffee kommt für jede Tasse frisch aus der Handmühle. Doch kein Mensch kann mit zwanzig Mühlen Kaffee mahlen oder mit dreissig Kellen Suppe schöpfen.

"Die Idee mit dem Museum verfolge ich schon seit ein paar Jahren, vor zwei Monaten hängte ich schliesslich das Schild auf." Es gibt überall etwas zu sehen: Möbel, Haushaltgegenstände, Spielzeug, Bilder, alte Fotos, Vitrinen mit Nippes. Angeschrieben ist nichts. Wer sich dafür interessiert, von wann, wo oder wofür ein Gegenstand ist, muss sich an Stucki halten. Dieser nimmt sich gerne Zeit für interessierte Gäste und führt sie durchs Haus.

Haupteinkommen Gastarbeiter 

"Die Hotelgäste sind das beste Pferdchen in meinem Stall", sagt Heinz Stucki. Vier verschiedene Themen-Zimmer stehen dem Gast zur Auswahl: Ein Safari-Zimmer mit Leopardenfell, ein Grosi-Zimmer im Rokoko-Stil, ein Gotthelf- und ein Botanik-Zimmer. Die Räume sind in einem lustigen Mix aus alt und neu gehalten und verfügen alle mindestens über Dusche und WC. "Die Hotelgäste sind meist Handlungsreisende oder Monteure, Touristen bisher nicht viele", sagt Stucki.

Die richtig guten "Pferdchen" sind aber sowieso nicht jene, die in den Themen-Zimmern logieren. "In den älteren Zimmern wohnen Dauermieter." Wie Rössli Pächter Thomas Rutschi in Zäziwil (BERN-OST berichtete) hat auch Stucki die modernen Wanderarbeiter aus der EU als Einnahmequelle entdeckt. Die Preise und Konditionen will er nicht bekannt geben. Werbung macht er keine. Die beiden Bereiche seien räumlich leider nicht ganz getrennt, aber die Dauermieter seien "anständige Leute", so Stucki. "Kein Pöbel. Man muss sie aber schon an der Kandare halten."

[i] Jeden Sonntag ab 10 Uhr: Museums-Brunch (auf Anmeldung). 37 Franken.
Jeden Sonntag 15.30 - 17 Uhr: Bräzele auf dem Feuer wie zu Grosis Zeiten. Inklusive "Zvieri uftischet" und Präsent. 25 Franken.

www.sonnegrosshoechstetten.ch

Autor*in
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 10.11.2013
Geändert: 10.11.2013
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