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Geschäftsübergabe in Münsingen: Probst Mode wird Mannesach

Heinrich Probst übergibt per Ende Jahr sein Männermodegeschäft in Münsingen an eine langjährige Mitarbeiterin. Silvia Bigler wird den Laden umtaufen, sonst aber ähnlich weiterwirtschaften.

Heinrich und Beatrice Probst (hinten) mit Nachfolgerin Silvia Bigler. (Bild: zvg)

"Nach 40 erfolgreichen Jahren ist ein guter Moment, um aufzuhören", erklärt Heinrich Probst. Dass er das Geschäft an eine langjährige Mitarbeiterin übergeben könne, sei ein Glücksfall.

 

Silvia Bigler hat bei Probst Mode bereits die Lehre als Verkäuferin gemacht und arbeitet mit Unterbrüchen, unter anderem einem Abstecher in die Damenmode, seit 22 Jahren im Geschäft. Zuletzt war sie stellvertretende Geschäftsleiterin und zuständig für Einkauf und Lehrlingsbetreuung.

 

Gleiches Konzept, neuer Name

Es sei nicht so, dass sie sich mit der Geschäftübernahme einen langjährigen Traum erfülle, sagt sie. „Ich dachte immer, irgendwann mache ich mal was anderes. Aber jetzt hat mein Bauchgefühl Ja gesagt und ich freue mich sehr!“ Sie berate lieber Herren als Damen. „Man kann mehr helfen, sie sind unkomplizierter und dankbarer. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass der Kunde glücklich ist, weil er etwas Passendes gefunden hat."

 

Bigler wird das Konzept von Probst Mode weiterführen. „Ich will nicht das Rad neu erfinden.“ Auch in Zukunft wird Festmode, etwa für Bräutigame, Trauzeugen und Konfirmanden, im Mittelpunkt stehen. Und auch die Konfirmandenapéros will sie weiter anbieten. Nur den Namen ändert sie von Probst Mode in Mannesach Modeboutique.

 

Silvia Bigler wird die Lehrtochter übernehmen und eine Aushilfe anstellen, die sowohl im Verkauf wie auch im Änderungsatelier kompetent ist. „Diese Perle habe ich schon gefunden“, freut sie sich.

 

Frisch gebügelt

Was die Zukunft des Geschäfts angeht, ist Bigler trotz wachsender Konkurrenz durch den Online-Handel zuversichtlich. „Frisch aufgebügelte Hemden und kurzfristig geänderte Hosen, so einen Service gibt es online nicht.“ Auch mache das Einkaufen, zumal für einen festlichen Anlass, vor Ort einfach mehr Spass. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bräutigam mit seinen Freunden und Drinks vor dem Computer sitzt und so seinen Hochzeitsanzug kauft.“

 

Geplant ist, dass sich Heinrich Probst und seine Frau Beatrice Probst, die ebenfalls im Geschäft mitarbeitet, nach der Übergabe komplett zurückziehen und nur noch auf Anfrage der neuen Geschäftsinhaberin für Beratung zur Verfügung stehen. „Ob mir das leicht fällt, wird sich zeigen“, so Heinrich Probst. „Ich muss es ausprobieren, ich habe es ja noch nie gemacht!“ Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Ich freue mich aber sehr auf mehr Freiheiten, mehr Freizeit und mehr Sport.“

 

Offiziell starten wird die Mannesach Modeboutique im Februar, im Januar stehen Renovationsarbeiten an.


Autor*in
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 16.10.2019
Geändert: 16.10.2019
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