Tierbetreuung im Oberthal

Hier dreht sich alles um kleine Hunde

In grossen Hundegruppen gingen kleine Vierbeiner oft unter, stellte Ursina Schneiter während ihrer Arbeit in einer Tierpension fest. Deshalb hat sie in Oberthal eine Betreuung aufgebaut, die sich bewusst nur an kleine Hunde richtet. Sie führt dort einen kleinen Hundehort in familiärer Atmosphäre mit Platz für fünf Hunde in Tages- oder Ferienbetreuung.

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Ursina Schneiter mit ihrem Hund Knirps (l.) und zwei Betreuungshunden.

Vor dem Haus stehen mehrere kleine Hunde im Garten und machen mit Bellen auf sich aufmerksam, während Ursina Schneiter vor dem Haus steht, mitten im Grünen. Die Hundeliebhaberin stammt ursprünglich aus Konolfingen und lebt seit drei Jahren in Oberthal. Ihren beruflichen Weg begann sie als Fachangestellte Gesundheit im PZM Münsingen. Später orientierte sie sich neu, absolvierte die Ausbildung zur FBA Tierbetreuerin und arbeitete anschliessend während sechs Jahren in einer Tierpension.

 

Dort fiel ihr ein Muster auf. «Kleine Hunde gehen in grossen Gruppen oft unter. Sie brauchen manchmal einfach ihre Ruhe und möchten nicht ständig einen 20 Kilo schweren Hund neben sich haben», sagt sie.

Aus dieser Beobachtung entstand der Plan für eine eigene Betreuung, die genau diesen Hunden gerecht wird. Nach einer längeren Suche fand sie in Oberthal den passenden Ort. «Hier haben die Hunde Ruhe, einen Garten und viel Platz. Zudem stört sich der Nachbar nicht, wenn es einmal bellt», erklärt Ursina.

 

Alltag im kleinen Rudel

Heute betreut Ursina Schneiter maximal fünf Hunde gleichzeitig. Dazu kommt ihr eigener Chihuahua Knirps. Die Tiere bleiben unterschiedlich lange in der Hundebetreuung, von einzelnen Tagen bis zu mehreren Wochen während Ferienaufenthalten.

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Die Rasselbande folgt Ursina auf Schritt und Tritt, hören aber auch auf sie, wenn es heisst, ab ins Bettchen. (Bild: pg)

Der Tagesablauf folgt einer klaren Struktur. «Die Hunde mögen klar Regeln und Abläufe und lernen diese jeweils schnell», lacht Ursina. Nach der Ankunft geht es jeweils zuerst auf einen längeren Spaziergang in den Wald. Danach stehen Ruhephasen und Beschäftigung im Vordergrund. «Ich arbeite je nach Charakter der Hunde», erklärt sie. Zum Programm gehören Suchspiele, Intelligenzspielzeug oder gemeinsames Spielen. Im Sommer führt der Weg oft an die Emme.

 

Spaziergang ist nicht gleich Spaziergang

Nur Tiere mit starkem Jagdtrieb werden konsequent an der Auszugsleine geführt, was aber bei ihr kaum der Fall sei, erklärt Ursina. Im Sommer führt der Weg oft an die Emme, wo das Rudel um Ursina gerne den ganzen Tag verweilt, im Winter wird der Alltag angepasst. Viele kleine Hunde hätten kein Unterfell und ihnen sei schnell kalt. «Dann machen wir lieber mehrere kürzere Spaziergänge statt lange Touren.»

Auch ältere Hunde oder Tiere mit Einschränkungen gehören zur Betreuung. «Da muss ich meinen Alltag teilweise etwas anpassen und zum Beispiel ein Wägeli mitnehmen zum Spaziergang. Aber willkommen sind alle kleinen Hunde», sagt sie.

Da nur kleine Hunde betreut werden, lassen sie sich gut in den Alltag integrieren. «Ich kann sie oft mitnehmen, das ist kein Problem.» Ihr Auto ist dafür entsprechend eingerichtet, damit die Hunde sicher transportiert werden können. Wenn die Fellnasen ausnahmsweise nicht mitgehen können, übernimmt ihre Schwägerin die Aufsicht.

 

Sorgfältige Auswahl und klare Regeln

Damit das Zusammenleben funktioniert, ist die Auswahl der Hunde zentral. Vor jeder Aufnahme gibt es ein Kennenlernen, mit Probetag und Probeübernachtung. «Wenn es im Rudel nicht funktioniert, muss man eine andere Lösung suchen. Hunde einzeln betreuen mache ich nicht, da ich die Infrastruktur dafür nicht habe.»

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Ursina hat für jeden Hund und jede Situation die passende Leine. (Bild: pg)

Im Haus ist deutlich sichtbar, dass mehrere Hunde gleichzeitig hier leben: Verschiedene Rückzugsmöglichkeiten, Hundebettchen und Abtrennungen gehören dazu. Trotzdem laufe vieles unkompliziert ab. «Eigentlich verstehen sich die Hunde meistens sehr gut», sagt sie.

 

Alltag ohne freie Tage

Der Betrieb verlangt eine hohe Präsenz. Besonders bei schlechtem Wetter sei der Aufwand gross. «Wenn alle Hunde nass sind, wird es schnell dreckig», sagt sie und lacht. Freie Tage im klassischen Sinn gebe es kaum. «Die Hunde sind immer da. Alles muss gut organisiert werden.» Das habe sie bewusst so gewählt und freue sich jeden Tag auf ihre bellendes Rudel.

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Ein Zimmer komplett für die kleinen Vierbeiner ausgestattet. (Bild: pg)

Mehr Informationen: Zwärgliparadis

 

Kosten

Tagesbetreuung:

- Ein Hund: 55.-
- Zwei Hunde: 100.-

Ferienbetreuung:

- Ein Hund: pro Tag 55.- (Nachtzuschlag 15.-)
- Zwei Hunde: pro Tag 100.- (Nachtzuschlag 25.-)


Autor:in
Pascale Groschel
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Erstellt: 01.06.2026
Geändert: 01.06.2026
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