Historische Technik bewahren

«Ich finde es cool, wenn ich etwas retten kann»

Sirenen statt Fussball oder Gaming: Der 13-jährige Julian Nussbaum aus Grosshöchstetten hat ein aussergewöhnliches Hobby. Er sammelt historische Sirenen, restauriert sie, filmt sie und präsentiert seine Projekte auf seinem YouTube-Kanal «Sirentech57».

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Julian Nussbaum mit einer seiner gesammelten Sirenen. (Bild: zvg)

«Ich habe mich schon immer für Technik interessiert», sagt Julian Nussbaum. Schon früh hätten ihn Töne, Lautsprecher und technische Anlagen fasziniert. 2024 entdeckte der 13-Jährige schliesslich seine Begeisterung für Sirenen. «Mich fasziniert, wie sie funktionieren. Viele sind viel grösser, als man denkt.»

 

Weil er niemanden hatte, mit dem er sein Hobby teilen konnte, gründete er im Oktober 2025 den YouTube-Kanal «Sirentech57». «Ich wollte meine Projekte zeigen und anderen das Thema näherbringen.» Dort veröffentlicht er Videos über den Abbau, die Restaurierung und Reparatur von Sirenen. Zudem erstellt er 3D-Modelle und druckt diese mit dem 3D-Drucker aus.

Begonnen hat alles eher zufällig. «In den Ferien in Österreich habe ich spontan eine Sirene gefilmt. Danach habe ich einfach weitergemacht», erzählt Julian. Heute reist er für sein Hobby durch die ganze Schweiz und nimmt verschiedene Sirenen auf.

 

Ein Höhepunkt ist für ihn jedes Jahr der nationale Sirenentest. «Ich suche den Standort jeweils so aus, dass ich möglichst viele Sirenen filmen kann», erklärt er. Im vergangenen Jahr blieb er in Grosshöchstetten, wo er wohnt. «Nächstes Jahr möchte ich wahrscheinlich in die Region Biel. Dort gibt es einen Ort, an dem ich drei verschiedene Sirenen beziehungsweise Alarmsignale gleichzeitig filmen kann.»

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Mit seinem Kameraequipment hält Julian Sirenen in der ganzen Schweiz fest und veröffentlicht die Aufnahmen auf seinem YouTube-Kanal «Sirentech57». (Bild: zvg)

Mittlerweile umfasst seine Sammlung mehrere historische Anlagen. Dazu gehören eine Tyfon-Feuerwehrsirene aus dem Jahr 1970, die er 2026 selbst demontierte, eine restaurierte Bunkersirene aus den 1980er-Jahren sowie zwei Comax-Signalhörner für Industrieanlagen. Eines davon baute er selbst ab, das andere kaufte er. Hinzu kommt ein Hornlautsprecher, den ihm eine Schule überliess. «Den habe ich repariert und restauriert.»

 

Viele seiner Videos entstehen in seiner Werkstatt, in der sich auch seine Sammlung befindet. Dort zerlegt er Sirenen, setzt sie wieder instand und erklärt ihre Funktionsweise. Daneben produziert er Informationsvideos sowie Beiträge über Besichtigungen und Abbauten.

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In seiner Werkstatt arbeitet Julian an seinen Sirenenprojekten. (Bild: zvg)

Einige seiner Sirenen kann Julian selbst in Betrieb nehmen. «Die Motorsirenen und Lautsprecher kann ich testen.» Nur eine Druckluftsirene blieb bisher ungehört. «Sie ist extrem laut. Bevor ich sie ausprobieren kann, muss ich zuerst eine Bewilligung einholen.»

Neben Sirenen sammelt der Jugendliche auch Blaulichtbalken, Handfeuermelder und weitere Gegenstände rund um das Thema Alarmierung. Besonders wichtig ist ihm dabei, historische Technik zu erhalten. «Ich finde es cool, wenn ich etwas retten kann, das sonst im Abfall landen würde.»

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Gerettete historische Sirenen und selbst gebaute Modelle: Julian verbindet Sammelleidenschaft mit Technik und 3D-Druck. (Bild: zvg)

Auch für die Zukunft hat Julian bereits ein klares Ziel. «Später möchte ich direkt bei einem Sirenenhersteller arbeiten.» Bis dahin will er seine Sammlung weiter ausbauen und auf seinem YouTube-Kanal weitere Einblicke in sein aussergewöhnliches Hobby geben.

Die Videos von Julian und seinem spannenden Hobby findest du auf seinem YouTube-Kanal.


Autor:in
Pascale Groschel, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 31.07.2026
Geändert: 31.07.2026
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