«Ich habe mein Leben der Energiewende verschrieben»
Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen Sitz im Grossen Rat. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute Selina Davatz von den Grünliberalen aus Bleiken.
Name: Selina Davatz
Alter: 33
Wohnort: Bleiken bei Oberdiessbach
Beruf: Energieberaterin und Dozentin
Arbeitgeber: Elektroplan Buchs & Grossen AG
Familienstand/Kinder: Konkubinat, zwei Söhne (drei- und halbjährig)
Bisherige politische Ämter: Co-Präsidentin GLP Unteres Kiesental
Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Coiffeuse – und heute bin ich froh, muss ich meinen Jungs die Haare nicht selbst schneiden.
Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?
Beim Wort Politik denke ich an meine Mutter. Sie ist FDPlerin und hat ihr Leben der Berufsbildung verschrieben, immer im Einsatz für den dualen Bildungsweg und alle Firmen, vor allem KMUs, die Lernende ausbilden. Mein Vater, ein SVPler, hat jeweils das weltpolitische Geschehen in den Medien verfolgt und mit uns darüber gesprochen.
Warum sind Sie bei der GLP gelandet?
Nebst meiner Mami-Rolle habe ich mein Leben dem Schaffen der Energiewende verschrieben. Als ich nach meiner Lehre und Berufsmatura an der Fachhochschule Energie- und Umwelttechnik studiert habe, merkte ich, dass die Energiewende dank den richtigen politischen Rahmenbedingungen gelingen kann. Dafür setzt sich die GLP unter anderem ein.
Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?
Lösungsorientiert, zukunftsorientiert, umweltbewusst.
In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?
Meine Buben werden in der Kita zehn bis elf Stunden betreut – dadurch kann ich drei Tage pro Woche arbeiten. Gehen die Kinder später zur Schule, gibt es freie Nachmittage, unterschiedliche Unterrichtszeiten und zwölf Wochen Ferien. Damit Arbeiten auch dann möglich ist, benötigt es dringend Anpassungen in den Schul-/Ferienzeiten und umfassendere Betreuungsangebote. Dort soll der Kanton neue Ansätze ermöglichen und fördern. Ich verfolge gespannt, wie der Pilotversuch in der Schule Belp läuft.
Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?
Ja. Die Schweiz ist Teil Europas und soll ihren Beitrag leisten, europäische Werte und die Demokratie zu verteidigen.
Wie stehen sie zu Tempo 30 innerorts?
Innerorts ist ein grosser Begriff. In Quartieren, Dorfzentren und der Nähe von Schulen und Altersheimen befürworte ich es sehr. Durchgangsstrassen sollen aber ein rasches Vorankommen ermöglichen.
Was können Sie, das niemand von Ihnen denken würde?
Mit der Zunge meine Nasenspitze «abschläcke» – geben Sie zu, sie habens jetzt auch grad probiert. ;-)
Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?
Bungee Jumping aus der Stockhorn Gondel über dem Hinterstockensee.
Welches Lied können Sie auswendig?
Unzählige. Seit drei Jahren kommen vor allem Kinderlieder dazu – aktueller Favorit: «dr Töff vom Polizischt».