Charlotte Sophia Günther (JUSO)

«Ich habe mir das Venussymbol mit einer Nähnadel selbst tätowiert»

Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Allein aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen der insgesamt 160 Sitze. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute Juso-Bern-Präsidentin Charlotte Sophia Günther aus Worb.

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Name: Charlotte Sophia Günther

Alter: 21

Wohnort: Worb

Beruf: Studentin klassischer Gesang

Arbeitgeber: -

Familienstand/Kinder: ledig, keine Kinder

Bisherige politische Ämter: Mitglied Sicherheitskommission Worb, Mitglied Worber Gemeindeparlament (1. Stimmenzählerin), Präsidentin Jungsozialist*innen Stadt Bern

 

Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?

Wirklich politisiert wurde ich durch die Klimastreiks 2019. Diese Demos haben mir die Klimakrise erstmals richtig ins Bewusstsein gerufen. Aber auch zuhause am Küchentisch wurde schon immer viel diskutiert.

 

Warum sind Sie bei der JUSO gelandet? 

Die Erkenntnis, dass die Klimakrise nicht nur ein ökologisches Problem ist, sondern vor allem auch soziale Fragen aufwirft, hat mich in die JUSO gebracht.

  

Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?

Antikapitalistisch, feministisch, menschenfreundlich.

 

In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?

Der Grosse Rat kürzt immer wieder seine Budgets unter dem Vorwand, es sei nicht genug Geld vorhanden, nur um im gleichen Atemzug die Konzernsteuern zu senken. Unter dieser Art der Sparpolitik leidet dann die Berner Bevölkerung, wenn kein Teuerungsausgleich ausbezahlt wird, die Studiengebühren steigen, oder der Klimaschutz zu kurz kommt.

 

Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?

Grundsätzlich bin ich eigentlich dagegen, dass die Schweiz Kriegsmaterial exportiert. Auch die russischen Soldaten sind Opfer von Putins Imperialismus und haben es nicht verdient, umgebracht zu werden. Gleichzeitig ist es absolut richtig, dass die Ukrainer*innen sich selbst verteidigen – und dafür brauchen sie nun einmal Waffen.

 

Wie stehen Sie zum Thema Tempo 30 innerorts?

Es verbessert die Lebensqualität, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden und schont die Umwelt. Top.

 

Was können Sie, dass niemand von Ihnen denken würde? 

Wer mich kennt, traut mir wahrscheinlich viel zu ;) . Vielleicht ist es für einige überraschend, dass ich Pull Ups (Klimmzüge mit Handrücken in Richtung Gesicht) machen kann.

 

Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?

Mit 17 Jahren habe ich mir das Venussymbol mit einer Nähnadel selbst tätowiert – ich bereue es bis heute nicht.

  

Welches Lied können Sie auswendig?

Lieder auswendig zu können, ist quasi mein Beruf ;). Von «Lueget, vo Bärgen und Tal» über «Die Internationale» oder «Küss mich» von der Punkrockband Betontod bis hin zu geistlichen Stücken wie Bachs «Quia respexit» oder Operettenarien wie «Spiel’ ich die Unschuld vom Lande» aus Strauss’ Fledermaus ist Vieles dabei.

 

Was war als Kind Ihr Traumberuf?

Kriminalpolizistin (mit Hund). Inzwischen stehe ich der Institution Polizei kritisch gegenüber (und kuschle gerne mit meiner Katze).


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Redaktion, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 28.02.2026
Geändert: 28.02.2026
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