300 Kilometer durch die Schweiz

«Ich möchte an meine Grenzen kommen»

Die meisten 19-Jährigen verbringen ihre Ferien am Strand oder mit Freunden. Timothé Buri plant etwas anderes: Er will die Schweiz diagonal durchqueren. Zu Fuss, auf dem Wasser und wenn nötig mit Seil über Berge. Sein Weg darf einen 1000 Meter breiten Korridor nicht verlassen.

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Timothé Buri: «Es ist machbar, aber nicht für jeden.» (Foto: rb)

Timothé Buri hat eine Schweizer Landkarte ausgebreitet und mit dem Lineal eine Linie von Genf nach St. Gallen gezogen. Auf diesem 300 Kilometer langen Weg will er die Schweiz durchqueren. Die meiste Zeit wird er zu Fuss unterwegs sein, die Seen will er mit einem kleinen Boot durchpaddeln.

 

Schon fünf 4000er bestiegen

Timothé (19) ist in Münsingen aufgewachsen, hat Chemielaborant gelernt und bereits viele Touren unternommen. Als Zehnjähriger hat er seinen ersten 4000er, den Weissmies, bestiegen. Nicht allein, sondern mit seiner Familie. Seither hat er noch weitere fünf 4000er erklommen, darunter der Mönch und das Finsteraarhorn.

 

Als 17-Jähriger hat er mit seinem Bruder an einem Tag 100 Kilometer zu Fuss zurückgelegt. Letztes Jahr war er während sechs Wochen mit dem Rennvelo durch Europa unterwegs und hat über 4500 Kilometer zurückgelegt. Jetzt plant er sein nächstes Abenteuer: Von Genf nach St. Gallen.

100 Kilometer zu Fuss, warum nicht?

Timothé Buri ist mit seinem Rennvelo nach Worb gekommen. Für ihn ein Katzensprung. Er ist gross, schlank und hat einen klaren Plan: «Ich möchte an meine Grenzen kommen, die habe ich noch nie erfahren.» Als er mit seinem Bruder 100 Kilometer zu Fuss von Münsingen über Burgdorf nach Solothurn und wieder zurück gewandert ist, sei er nicht an seine Grenzen gekommen. Nicht ohne Stolz erzählt er: «Die letzten Kilometer ab Bern waren schon hart, aber ab Rubigen sind wir dann bis Münsingen noch gejoggt.» Offenbar waren noch genügend Reserven vorhanden.

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Die violette Linie zeigt seine Route von Genf nach St. Gallen. (Foto: zvg)

Der Einstieg wird hart

Dass er auf seiner nächsten Reise nicht auf Wanderwegen von Genf nach St. Gallen zu Fuss geht, habe einen Grund. «Das wäre nur wandern, ich will mehr und habe eine gerade Linie durch die Schweiz gezogen.» Diese Linie hat es in sich, gleich zu Beginn wird Timothé den Genfersee mit einem kleinen Packraft überqueren. Vor den 20 Kilometern zu Wasser von Evian nach Vevey hat er Respekt: «Das wird hart und schwierig.» Für den Notfall wird er von seinem Grossvater eskortiert, der ein Segelschiff auf dem Genfersee hat. Später auf der Reise wird er mit dem Raft noch durch den Zuger- und Zürisee padeln.

Nach dem See in die Berge

Wenn er auf der Schweizer Seite des Genfersees ankommt, folgt schon bald die nächste Herausforderung: Die Freiburger Alpen. Dort wird er bis auf 2000 Meter hochsteigen über den Moléson, via Schwarzsee und durchs Gantrischgebiet ziehen. Eine anspruchsvolle Strecke, ehe er bei Steffisburg wieder ins Flachland hinunterkommt. Wie er auf diesen Plan gekommen ist, dazu sagt Timothé: «Mir kam diese Idee, einfach so, wie viele andere verrückte Ideen, die ich hatte.»

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Timothé fährt demnächst mit dem Velo in die Bretagne, nicht direkt, sondern via Südfrankreich. (Foto: rb)

Kein Zuckerschlecken

Pro Tag will er im Schnitt 30 Kilometer zurücklegen, auf der hügeligen Strecke – mit 20 Kilo Gepäck am Rücken – ein ambitioniertes Vorhaben. Er hofft, die gesamte Reise in 14 Tagen zu bewältigen. Übernachten will er im Zelt oder bei Fremden. Das habe auf früheren Touren meist unkompliziert geklappt.

 

Eine selbst auferlegte Regel: Der 1000 Meter breite Korridor darf nicht verlassen werden. Ausnahmen sieht er nur im Notfall vor. «Angenommen ich werde krank und brauche dringend eine Apotheke, dann könnte ich den Korridor verlassen.»

 

Nach St. Gallen geht’s noch weiter

In St. Gallen ist die Reise noch nicht beendet. Ziel ist das Dreiländereck im Bodensee, das er mit dem Packraft erreichen will. «Wenn ich dort ankomme und es mir gut geht, dann bin ich glücklich», sagt er.

 

Vor dem Start im Oktober sammelt Timothé Buri Geld: «Es wäre super, wenn ich mit Spenden das Packraft und das Essen während der Tour finanzieren könnte.»

Timothé Buri sammelt Geld für sein Abenteuer

Timothé Buri kann via Twint Geld überwiesen werden auf 077 489 74 48

Email: buritimothe@bluewin.ch


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 19.06.2026
Geändert: 19.06.2026
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