«Ich muss nicht schreien, um kompetent zu wirken»
Schon nach vier Playoffspielen wurde die Saison für die Unihockey Tigers vorzeitig beendet. Der Frust ist gross. Wir wollten von Trainer Yannick Rubini wissen, warum er das Team nicht einstellen konnte.
Die Unihockey Tigers konnten ihren Exploit vom letzten Jahr nicht wiederholen. Statt erneut bis in den Superfinal vorzudringen schieden die Tigers bereits im Viertelfinal mit vier Niederlagen in Serie aus. Die Tigers schlossen die Qualifikation auf dem dritten Platz ab. Im Playoff Viertelfinal trafen sie auf den siebtplatzierten HC Rychenberg Winterthur.
BERN-OST: Yannick Rubini, wie ist die Stimmung nach dem vorzeitigen Ausscheiden?
Yannick Rubini: Es sind alle enttäuscht und alle haben mehr erwartet – unser Anspruch ist höher, als was wir gezeigt haben. Wir waren nicht auf den Punkt bereit, um in den Halbfinal zu kommen.
Warum hat es am Ende nicht geklappt?
Zwei Viertelfinalspiele wurden in der Verlängerung entschieden, die hätten auch kippen können. Beim ersten Spiel haben wir zu viele Strafen genommen und kassierten vier Powerplaytore. Im Gegensatz hat Rychenberg seine Sache gut gemacht. Sie waren über vier Spiele besser als wir. Grundsätzlich konnten wir unser Maximum nicht abrufen.
Ist es nicht der Job des Trainers, die Mannschaft darauf einzustellen, dass sie das Maximum abrufen kann?
Natürlich ist das meine Aufgabe, aber so einfach ist es nicht! Es ist halt nicht so simpel, dass der Trainer die Spieler motiviert und sie das dann auch sind. Das ist zu wenig weit gedacht. Es geht um Menschen und um Drucksituationen. Wir versuchen die Spieler so gut wie es geht vorzubereiten, damit sie dies umsetzen können. Dieses Mal lief es nicht für uns.
Was würden Sie anders machen?
Es gibt schon ein paar Sachen, die wir anders machen würden. Ich habe grundsätzlich das Gefühl, dass wir mit der richtigen Einstellung in die Spiele gingen. Wir hatten viel Ballbesitz, aber das reichte nicht. In Kontersituationen war Rychenberg sehr stark, dagegen fanden wir kein Mittel.
Die Tigers gewannen keines der vier Spiele, lag es auch an Schwächen der Team-Leader?
Nein, das würde ich nicht sagen, die Spieler haben alles probiert, das passiert halt im Sport. Als Head-Coach trage die Verantwortung.
Sie wirken jeweils sehr ruhig, auch wenn das Team mit dem Rücken zur Wand steht. Brauchte es nicht auch mal einen Weckruf?
Ich muss nicht schreien, um kompetent zu wirken. Intern fielen schon auch harte Worte. Von aussen nimmt man das nicht wahr. Schreien ist kontraproduktiv. Wir haben alles probiert. Der Staff, das Team, die Spieler, jetzt müssen wir das analysieren, damit wir nächstes Jahr einen Schritt vorwärts machen können.
Was muss nächste Saison besser werden?
Wir müssen am Tag X bereit sein. In der Qualifikation hat das geklappt, wir haben nicht viele Spiele verloren. Zudem kommt: Die Liga ist sehr ausgeglichen. Für uns war klar, dass es kein Selbstläufer wird. Klar war unser Anspruch, weiterzukommen, aber wir wussten, dass wir nicht einfach durchmarschieren.
Ich bin dagegen, wenn man jetzt sagt, alles ist schlecht. Wir waren auf den Punkt nicht bereit, das müssen wir anschauen, damit wir künftig in diesen Momenten das Beste abrufen können. Letztes Jahr lief alles für uns, wir konnten jedes Momentum auf unsere Seite bringen, jetzt war es genau umgekehrt. Aber so ist der Sport, man kämpft an und an, aber es gelingt nicht immer die Spiele zu gewinnen.
Unihockey Playoff Viertelfinal 2025/26
Unihockey Tigers – HC Rychenberg Winterthur 6:9
Unihockey Tigers – HC Rychenberg Winterthur 6:7 (n. Verlängerung)
HC Rychenberg Winterthur - Unihockey Tigers 3:2 (n. Verlängerung)
HC Rychenberg Winterthur - Unihockey Tigers 9:5