«Ich wusste, das Lied ist es»
Die 17-jährige Clea aus Stettlen hat ihren ersten eigenen Song «Schlüssu & Schloss» veröffentlicht. Die angehende medizinische Praxisassistentin verarbeitet darin persönliche Erlebnisse und berührt damit viele Menschen: Erste Rückmeldungen zeigen, dass ihr Lied viele Menschen emotional berührt.
Musik begleitet Clea schon fast ihr ganzes Leben. Bereits als kleines Kind sang sie unaufgefordert in der Kirche, später nahm sie ab der 4. Klasse Gesangsunterricht bei Sibylle Pousaz-Fässler. «Ich verbinde sehr vieles mit Musik», sagt die 17-Jährige gegenüber BERN-OST. Neben dem Gesang spielt sie seit rund fünf Jahren immer wieder Klavier.
Schon länger schreibt Clea eigene Lieder, meist für sich selbst. Ihr erster veröffentlichter Song «Schlüssu & Schloss» entstand jedoch aus einem konkreten Erlebnis heraus. «Ich habe gemerkt, dass ich darüber schreiben muss», erzählt sie. Viel mehr möchte sie zur Geschichte dahinter nicht preisgeben. Das Lied solle bewusst Raum lassen für eigene Interpretationen. «Jede und jeder soll sich darin wiederfinden können.»
Vom Gefühl ins Studio
Der Weg zur Veröffentlichung führte über ihr Umfeld. Ihre Gesangslehrerin unterstützte sie früh und stellte den Kontakt zu weiteren Beteiligten her. Beim Songwriting arbeitete Clea mit der Musikstudentin Lola Civantos Ramirez zusammen. Für die Produktion landete sie schliesslich bei Ben Mühlethaler, bei dem auch ihre Lehrerin bereits aufgenommen hatte.
Die Studioarbeit sei intensiv gewesen: «Wir waren zweimal für je acht Stunden im Studio.» Es brauche viel Durchhaltewillen, sagt Clea. Gleichzeitig sei es ein befreiendes Gefühl gewesen, das fertige Resultat in den Händen zu halten. Besonders emotional wurde es, als sie den Song zum ersten Mal zuhause am Stück hören konnte. «Im Studio hört man immer nur einzelne Teile. Das fertige Lied zu hören, war schon speziell.»
Berndeutsch als bewusste Wahl
Veröffentlicht hat Clea ihren Song am 13. Februar auf verschiedenen Plattformen. Dass sie auf Mundart singt, ist kein Zufall. «Im Berndeutsch fühle ich mich am wohlsten, die Worte kommen einfach aus mir heraus.» Englisch oder Italienisch, obwohl sie Doppelbürgerin Italien / Schweiz ist, seien für sie aktuell weniger passend. Der Pianist Naël Herren begleitet sie musikalisch, nachdem sie ihn zufällig in der Stadt spielen hörte und Kontakt aufnahm.
Schnell geschrieben, lange gereift
Der Song entstand in kurzer Zeit. Den Text schrieb Clea an einem Tag, die Musik entwickelte sich ebenfalls rasch. «Normalerweise brauche ich länger, aber diesmal ist es einfach geflossen.» Nur eine Strophe habe ihr längeres Kopfzerbrechen bereitet. Den letzten Feinschliff erledigte sie kurz vor den Studioaufnahmen, wie sie lachend erzählt: «Ich brauche manchmal etwas Druck, um kreativ zu sein.»
Auftritte vor Publikum hatte sie bisher noch keine eigenen, steht jedoch regelmässig mit verschiedenen Formationen auf der Bühne, etwa in einer Band der Musikschule Bantiger, in einer Kirchenband oder im Chor. «Am liebsten singe ich aber alleine oder in einer Band.»
Der grosse Traum
Die Reaktionen auf ihren ersten Song seien durchwegs positiv. Viele würden sagen, das Lied berühre sie emotional oder sei bereits in ihren Playlists gelandet. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Kompliment aus der Familie: Würde ein Sänger der Band Hecht den Song singen, «wäre es ein Banger».
Die Band Hecht spielt auch für Clea selbst eine grosse Rolle. Sie ist ein grosser Fan – und hat ein klares Ziel vor Augen: «Mein grösster Traum ist es, einmal als Vorband von Hecht auf der Bühne zu stehen.»
Für Clea ist klar: Das war erst der Anfang. Weitere Songs sind bereits in Arbeit, auch wenn sie noch nicht zu viel verraten möchte. Langfristig möchte sie mit ihrer Musik Menschen erreichen und sich als Musikerin weiterentwickeln.
Spotify, AppleMusic: clea «Schlüssu & Schloss»
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