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Minecraft-Server: Zocken mit der Jugendarbeit

Was tut man als Jugendarbeitsstelle, wenn alle Veranstaltungen abgesagt werden müssen? Im Fall der Jugendarbeit Worb richtet man unter anderem einen Minecraft Server ein und bleibt so mit den Jugendlichen in Kontakt.

Gamende Jugendarbeiterin: Nicole Hug auf dem Minecraft-Server der Jugendarbeit Worb. (Bilder: zvg)
Auf dem Minecraft-Server die Jugendlichen ihrer Fantasie freien Lauf lassen: Ob ein Dreimaster...
... Eine chinesische Pagode...
... Oder ein modernes Haus: Fast alles ist möglich.
Ohne Anmeldung geht es nicht: Die Jugendlichen die mitspielen wollen, können sich bei der Jugendarbeit Worb melden.

Um während des Lockdowns den Jugendlichen einen Freiraum zu ermöglichen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben, hat die Jugendarbeit Worb im März einen Minecraft-Server eingerichtet. Stellenleiterin Nicole Hug sagt, sie und ihre Arbeitskolleg*innen hätten den Kindern und Jugendlichen zeigen wollen, dass sie trotz Lockdown für sie da seien. "Den Kontakt über ein Online-Game herzustellen war naheliegend. Games sind für sehr viele Jugendliche ein grosser Teil ihres Alltags."

 

Hug sagt, sie selbst sei eigentlich keine Gamerin, aber für das Einrichten des Minecraft-Servers und des Discord-Kanals habe sie sich einiges an Wissen angeeignet. Ein geeignetes Game zu finden, sei nicht ganz einfach gewesen, "Es ist manchmal schwer abzuschätzen, welche Games ab welchem Alter ok und trotzdem interessant für die Jugendlichen sind." Sie habe sich schliesslich für Minecraft entschieden, weil es ein Spiel sei, bei dem man zusammenarbeite und Sachen aufbaue. "Man braucht ein gewisses Know-how und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen dafür", so Hug.

 

"Was sie aufgebaut haben, ist beeindruckend "

Minecraft sei eher ein "Nerd-Game", habe aber Kultstatus. "Die meisten Jugendlichen, die ich gefragt habe, ob sie mitmachen wollen, haben gesagt sie hätten schon länger nicht mehr Minecraft gespielt und fanden die Idee, es mal wieder zu machen, aber sehr cool."

 

Die Jugendarbeit Worb sei zu Beginn des Projektes jeden Freitag von 17 Uhr bis 19 Uhr online gewesen, würde aber inzwischen nur noch sporadisch mitspielen, erklärt Hug. Sie sei beeindruckt davon, was die die Jugendlichen innerhalb des Spiels aufgebaut haben. "Sie haben zusammen riesige Gebäude und Landschaften konstruiert. Diese jungen Leute haben ein enorm grosses Wissen über Computer, das mich immer wieder beeindruckt."

 

Gamen bleibt ein Thema

Seit den Lockerungen der Massnahmen von 11. Mai nimmt die Jugendarbeit Worb auch einige offline Angebote mit Einschränkungen wieder auf. So sei es wieder möglich sich bei der Jugendarbeit zu melden, um das Freizeit- und Jugendhaus für Treffen in Kleingruppen mit maximal 5 Personen zu nutzen oder dort Beratungsgespräche mit den Jugendarbeitenden zu führen, wie die Jugendarbeit Worb in einer Pressemitteilung schreibt.

 

Das seit Mitte März bestehende Angebot werde zwar nach wie vor weitergeführt, der Minecraft Server laufe aber in zwei Wochen aus, so Hug. "Wir werden aber auf jeden Fall am Thema Gamen dran bleiben und schauen, ob sich da noch weitere Projekte entwickeln."


Autor*in
Melanie Burkhard, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 20.05.2020
Geändert: 20.05.2020
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