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Kastanienpark Oberdiessbach: Ein "Nein" zu kantonalen Sparplänen

Vom geplanten Sparpaket der Berner Regierung wäre auch der Kastanienpark in Oberdiessbach, derzeit infolge Umbaus in Grosshöchstetten einquartiert, betroffen. Die Stiftung vertritt ein klares "Nein" zu den angekündigten Kürzungen in Infrastruktur und Pflege,wie der Kastanienpark in einer Medienmitteilung schreibt.

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Die Seniorinnen und Senioren aus dem Kastanienpark in ihrem temporären Zuhause in Grosshöchstetten. In Oberdiessbach wird zurzeit für 23 Millionen Franken umgebaut. (Bild: Markus Hubacher/ Archiv)
Der Regierungsrat des Kantons Bern hat bekannt gegeben, im Gesundheitswesen in den nächsten Jahren insgesamt 491 Millionen Franken einzusparen.
 
Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner und die Sektion des SBK Bern wollen mit allen Mitteln versuchen die Umsetzung zu verhindern.  Dieses Sparpaket hätte dramatische Konsequenzen wie Unterversorgung, Qualitätsverlust, Stellenabbau und Abwanderung zur Folge - so der Tenor.  Auch der Kastanienpark sagt „Nein“. Wie die Stiftung in einer Medienmitteilung schreibt sei das „Nein“ sowohl zur Kürzung des Infrastrukturbeitrags um rund 30 Prozent als auch zur Kürzung der Pflegebeiträge um 1,8 Prozent.
 
Die Stiftung Kastanienpark erachtet die angekündigten Sparmassnahmen als zu drastisch und zu unverhältnismässig. Auch der Betrieb des Kastanienparks wäre dadurch teilweise in Frage gestellt, da noch weniger Personal und damit noch weniger Zeit für Pflege und Betreuung zur Verfügung stehen würden. Weiter wäre es schwierig, inskünftig noch qualifiziertes Personal rekrutieren zu können – so die Argumentation der Stiftung.
 
Wer übernimmt die Pflege?
 
Die Leitung des Kastanienpark sieht demografische Entwicklung im Kanton Bern als ganz klares Zeichen welches gegen eine Kürzung im Gesundheitswesen spricht: „Heute sind knapp 190'000 Menschen im Kanton über 65 Jahre alt. Bis in 20 Jahren wird diese Zahl um 100’000 ansteigen – auf rund 290'000. Das heisst: Die Zahl der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen steigt um 50 Prozent an – auch in unserer Region. Kommt hinzu, dass auch im Bereich Demenz die Zahlen alarmierend sind: Gesamtschweizerisch sind heute rund zwei Drittel aller Pflegeheim-Bewohnerinnen und -Bewohner an Demenz erkrankt. Stellt sich die Frage, wer diese Pflege künftig übernimmt, wenn der Kanton derart die Kostenbeteiligung einschränkt“, so Ulrich Moser, Direktor des Kastanienpark.  Die Pflege solcher Patientinnen und Patienten erfordere das nötige Fachwissen, Energie, Zeit und Aufwand.
 
Spar-Warnung
 
Aufgrund der aktuellen Situation macht der Kastanienpark mit Sitz in Oberdiessbach, derzeit aber aufgrund des Um- und Neubaus in Grosshöchstetten einquartiert, am Aktionstag vom 7. November 2013 unter dem Slogan“«Spar-Warnung“ ebenfalls mit.
 
Ziel der Aktion des SBK Bern sei es, in möglichst vielen Heimen, Spitex-Betrieben und Spitälern eine Warnstunde zu organisieren, in welcher ein starkes Zeichen gegen die Sparmassnahmen gesetzt werden soll. Der SBK Bern gehört mit seinen rund 5‘400 Mitgliedern zu den grössten Sektionen des Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner.
 
Siehe auch Newsbericht BERN-OST vom 3.4.2013...  

Autor*in
pd/sal, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 05.11.2013
Geändert: 05.11.2013
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