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Konolfingens neuer Präsident Heinz Suter: "Ich mache gerne vorwärts"

Seit dem 1. August hat Konolfingen mit Heinz Suter (parteilos) einen neuen Gemeindepräsidenten. BERN-OST hat ihn in seinem Büro besucht.

Heinz Suter in seinem Büro im Gemeindehaus. (Bild: Anina Bundi)

Die erste Amtshandlung von Heinz Suter (parteilos) war die Rede zum 1. August. Am seinem ersten Tag als Gemeindepräsident von Konolfingen. "Ja, das war ein schöner Anfang", sagt er dazu. "Aber es war Zufall. In Konolfingen hält die Rede immer ein Gemeinderat und dieses Jahr war ich dran." In seiner Rede stellte sich der neue Gemeindepräsident vor: Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Solothurnischen, Lehre als Elektromonteur, Militär, Abendtechnikum, Elektroingenieur, Master in Projektmanagement, Selbständigkeit.

 

Seit 1994 lebt er in Konolfingen, seit 2014 ist er Gemeinderat, zuletzt auch Vize-Gemeindepräsident. Heinz Suter ist geschieden, hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Tochter in einem Haus am Terrassenweg. Als Ausgleich zu Job und Politik geht er joggen, Töfffahren oder auf Ski- und Bergtouren.

 

Kontinuität statt Konkurrenz

Nach dem überraschenden Rücktritt seines Vorgängers Daniel Hodel (SVP) war Heinz Suter der einzige Kandidat für das Amt und wurde deshalb still gewählt. Dass in einer Gemeinde von Konolfingens Grösse nur ein Interessent zur Wahl steht, ist eher ungewöhnlich. Suter hat dafür eine Erklärung: "Die Information, dass Daniel Hodel aus beruflichen Gründen per Ende Juli zurücktritt, kam im März. Das heisst, es musste schnell gehen. Es war der Wunsch des Gesamtgemeinderats und auch der Parteien, dass jemand übernimmt, der Kontinuität garantieren kann. Zum Beispiel sind wir mit der Schulraumplanung endlich auf Kurs und es wäre gut, wenn wir das jetzt durchziehen könnten ohne dass wieder neue Ideen aufkommen." Alle politischen Akteure seien sich deshalb einig gewesen, ihn nicht herauszufordern, wenn er sich zur Verfügung stelle.

 

Gegenseitiges Händewaschen?

Selber habe er durchaus nachdenken müssen, sagt Heinz Suter. "Eigentlich bin ich ausgelastet." Er ist Miteigentümer von drei Firmen, die, mit verschiedenen Schwerpunkten, alle in der Bauberatung tätig sind. Weiter ist Suter im Stiftungsrat der Stiftung Lebensart Bärau, wo der zurückgetretene Daniel Hodel heute in der Geschäftsleitung arbeitet. Der neue Job war der Grund für den Rücktritt. In einem Leser-Kommentar auf diesem Internetportal wurde diese Beziehung als "gegenseitiges Händewaschen" bezeichnet. Dazu sagt Suter: "Daniel Hodel war einer von 49, die sich auf die Stellenausschreibung gemeldet haben und musste ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Der Stiftungsrat kam erst ganz am Schluss zu Wort." Dass die beiden zusammen im Rotary Club, und Suter dort gar Hodels "Mentor" sei, wie der Kommentar weiter behauptet, stimme nicht. "Daniel Hodel ist bei den Rotariern, ich bei den Lions." 

 

Mühe mit anonymen Kommentaren

Mit anonymen Kommentaren habe er grundsätzlich Mühe, sagt Suter, der sich als "positiven,  kritischen Querdenker" bezeichnet. "Auf dieses Niveau möchte ich eigentlich nicht runter." Ganz allgemein störe es ihn, wenn nur gemotzt würde. Sein Grundsatz, auch als Gemeindepräsident, sei: "Man kann über alles diskutieren, muss aber mindestens zwei Lösungsvarianten bringen." Er freue sich aber auf den Kontakt mit möglichst vielen Leute. Auch mit den fast 90 Personen, die aktuell für die Gemeinde Konolfingen arbeiten. "Ein gutes Team," findet er. Weniger Vorfreude lösen die administrativen Abläufe aus, etwa beim Kanton, mit denen er als Gemeindepräsident mindestens so viel  zu tun haben wird, wie als Unternehmer. "Ich mache gern vorwärts und bin eher ungeduldig", sagt er über sich.

 

Bilanz nach den Herbstferien

Heinz Suter ist parteilos, wurde aber bei der Wahl in den Gemeinderat von der BDP portiert. Er bezeichnet sich als "bürgerlich und lösungsorientiert". "Ich mache Sachpolitik", betont er mehrmals. Das Amt werde er ähnlich weiterführen wie Daniel Hodel. "Im Herbst gehe ich für drei Wochen in die Ferien und werde danach mal Bilanz ziehen. Ich sehe aber momentan nur Kleinigkeiten, die optimiert werden könnten."

 

Das Gemeindepräsidentenamt in Konolfingen beträgt 50 Stellenprozente. Da sich Heinz Suter aber noch am Organisieren und seine Arbeitszeit als Bauberater am Reduzieren ist, ist er zurzeit nur unregelmässig im Büro. Das Ziel sei, in Zukunft ein oder zwei Halbtage pro Woche fix im Gemeindehaus anwesend zu sein, sagt er. "Ich bin aber sehr gut per Mail oder über unsere Geschäftsleiterin Alexandra Grossenbacher erreichbar."

 


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 07.09.2019
Geändert: 07.09.2019
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