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Kultur im Dachstock: Bougainville und Mirja u Minnig begeisterten

Feinfühlige, unterschiedliche Interpretationen zu Fernweh, Liebe, Sehnsucht und Träumen. Die Besucher durften im Dachstock des Dorfmuseums Konolfingen ein buntes Programm geniessen. Die Innerschweizer Frauenband Bougainville mit französischen und mundart Liedern überzeugten ebenso wie das Konolfinger Troubaduo mit ihren berndeutschen Mundartsongs.

Die Frauenband Bougainville, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm begeisterte. (Foto: Willi Blaser)
Mirja u Minnig sind auf Abschlusstour. (Foto: Willi Blaser)
Nach über zehn Jahren heisst es «Mir tüe der Stecker zieh…» (Foto: Willi Blaser)

Monika Tschanz versprach bei ihrer Begrüssung zum Liederabend im Dachstock des alten Bären in Konolfingen nicht zu viel. Die Innerschweizer Frauenband Bougainville aus Nidwalden startete mit «Zugvögel» in den Abend. Zusammen mit Rahel Hofer (Geige), Lea Hofer (Cello), Katrin Wüthrich (Akkordeon) und Ketrin Murihiah (Perkussion) konnte die Leadsängerin und Texterin Dominique Grütter überzeugen. «Wir haben nur einmal in dieser neuen Formation richtig geprobt», erklärte die Leadsängerin. Bei ihren feinfühligen Liedern begleitet von Gitarre, Akkordeon, Geige, Cello und passender Perkussion spürte man dies kaum. Dass Dominique Grütter Songs in Französisch und Mundart texte, habe mit ihrer Kindheit zu tun. «Ich wuchs zweisprachig auf. Ich bin gerne unterwegs, auch immer wieder in der nordafrikanischen Wüste und hole mir dabei die Inspiration für neue Songs», erklärte sie. So vermischten sich Fernweh, Reisen, Liebe und Alltag mit viel Witz, Charme und Melancholie. Die zwischen Folk, Pop, Balladen und Chanson schwankenden Lieder präsentierten das breite Spektrum der Frauenband.

 

Träume sind Schäume oder doch nicht?

Aus ihren Alben «Troumfängerei», «Verfougixjagd» und «Glücksträffer» stammten die Lieder von Mirjam Gygax (alias Mirja) und Jack Minnig (alias Minnig). Seit über zehn Jahren treten die beiden Mundart-Liedermacher gemeinsam auf und durften mittlerweile vier CDs präsentieren. Bei ihrem drittletzten gemeinsamen Auftritt begeisterte das Troubaduo einmal mehr mit witzigen und berührenden Alltags-Geschichten. Mit dem Titelsong «Troumfänger» schwebte die Frage im Dachstock, ob nun Traumfänger, Tag- oder Nachträumer oder eben Luftschlossbauer besser sei. In ihrem abwechslungsreichen Programm durfte natürlich Mirjam Gygax’s Traumsong nicht fehlen, «ich habe Tracy Chapmanns Song «Fast Car» auf berndeutsch übersetzt». So besingen sie im «Schnäue Chare» die Freiheit, eben den Alltag zwischen Traum und Wirklichkeit. Ob der «Fischer», «no nid mau Mittag», «Mir sy Heude» oder «So eifach geit das nümm», die herzerwärmenden, berndeutschen Lieder erfreuten. Die Wirklichkeit bewiesen die beiden mit ihrem Song, «Chumm mir tüe der Stecker zieh», unmissverständlich. Sie werden nun nur noch zwei Mal zusammen auftreten. Die Berner Mundart-Liedermacherei wird um ein grosses Kulturgut ärmer.

 


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Willi Blaser / Verein alter Bären
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Erstellt: 26.11.2019
Geändert: 26.11.2019
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