«Muss das wirklich sein?»

Leser nervt sich ab Bauarbeiten

Seit Anfang Monat wird zwischen Worb und Enggistein ein neuer Belag eingebaut. Die Arbeiten sorgen für Stau und Ärger. Ein Leser ist der Meinung, die Strasse sei noch in gutem Zustand gewesen. BERN-OST hat beim Kanton nachgefragt.

image 996318
Bei der Baustelle stauen sich die Autos. (Foto: rb)

Seit Tagen ist die Enggisteinstrasse zwischen Worb und Enggistein nur einspurig befahrbar. In den Stosszeiten kommt es deshalb zu Staus. Ein Leser fragte sich, weshalb die Strasse überhaupt saniert wird. Für ihn sei der Abschnitt: «völlig in Ordnung, und ich sehe keinen technischen Grund, warum er neu asphaltiert werden musste.»

 

Spurrillen und Risse

Das Strasseninspektorat Mittelland Ost erklärt, dass der Sanierungsbedarf nicht allein anhand des sichtbaren Zustands einer Strasse beurteilt werde. «Die Kantonsstrassen werden regelmässig kontrolliert und es werden Mehrjahresplanungen erstellt», schreibt das Strasseninspektorat. «Auf der Enggisteinstrasse, im Bereich der Wäbi, hatte es beispielsweise viele Spurrillen und Risse.»

 

Auch der Untergrund wird untersucht

Bei einer Sanierungsstrecke würden vorgängig Kernbohrungen gemacht, um den vorhandenen Belagsaufbau zu prüfen. «Zudem werden die Stärke und Frostsicherheit des Kiesunterbaus und die Tragfähigkeit geprüft.»

 

Bei der Enggisteinstrasse hätten die Untersuchungen einen Zustand gezeigt, bei dem eine Sanierung notwendig sei. Dass einzelne Abschnitte auf den ersten Blick noch in einem guten Zustand erscheinen, sei kein Widerspruch. «Längere Strassenabschnitte zu sanieren sind wirtschaftlicher und technisch sinnvoller als viele kleine Einzelreparaturen über mehrere Jahre. Wir wollen keine Pflästerlipolitik betreiben», heisst es weiter.

Lärmmindernder Belag

Im Zuge der Arbeiten wird zudem ein lärmmindernder Belag eingebaut. «Dieser stellt besondere Anforderungen an den Strassenaufbau, weshalb teilweise auch in tieferliegende Schichten eingegriffen wird.»

 

Werden Steuergelder verschleudert?

Der Leser kritisiert weiter: «Meiner Meinung nach sollte der Kanton Bern einen Preis für unnötige, aber schlecht geplante Unterhaltsarbeiten erhalten, die nur Geschäftsinteressen auf Kosten der Steuerzahler dienen.»

 

Das Strasseninspektorat weist diesen Vorwurf zurück und betont, «dass bei der Planung und Ausführung von Sanierungsarbeiten auf einen wirtschaftlichen Einsatz der öffentlichen Mittel geachtet werde.» Der Entscheid für eine Strassensanierung erfolge nicht auf der Basis von Meinungen, «sondern immer faktenbasiert aufgrund von Beobachtungen, konkreter Messungen und gezielter Prüfungen mittels Kernbohrungen.» Eine rechtzeitige Sanierung spare Kosten und verlängere die Lebensdauer.

 

Die Arbeiten zwischen Worb und Enggistein sollten noch diese Woche abgeschlossen werden.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
Fehler gefunden?
Statistik

Erstellt: 20.08.2026
Geändert: 20.08.2026
Klicks heute:
Klicks total: