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Linden - Auf Linden warten harte Zeiten

Quelle
Thuner Tagblatt

In den nächsten Jahren wird das finanzielle Polster der Gemeinde weitgehend aufgebraucht.

Die finanziellen Aussichten für Linden sind nicht rosig. (Bild: Stefan Kammermann)
Margaretha Haldimann wurde in den Gemeinderat von Linden gewählt. (Foto: Marco Zysset)

295'479 Franken: So gross ist das Defizit, das die Gemeinde Linden im Gesamthaushalt für 2020 budgetiert; der Löwenanteil des Fehlbetrags kommt aus dem allgemeinen, steuerfinanzierten Haushalt. Dort rechnet der Gemeinderat mit einem Minus von 267'304 Franken, wie Gemeinderat Thomas Ramseier in seiner Funktion als Ressortleiter Finanzen am Mittwochabend im Saal der Linde den 48 anwesenden oder 4,8 Prozent aller Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung erläuterte. Ausgaben von 4,96 Millionen Franken stehen im Gesamthaushalt Einnahmen von 4,66 Millionen Franken gegenüber.

 

Als Gründe für das Resultat führte Ramseier unter anderem an, dass die Einnahmen aus den Übernachtungen des Militärs in der Zivilschutzanlage zurückgehen; ebenso die Beiträge aus dem Finanz- und Lastenausgleich. Letzteres, weil Linden in den letzten Jahren steigende Steuern verbuchen konnte. Die Kosten für Schülertransporte schlagen 2020 höher zu Buche – während die Steuereinnahmen gemäss Ramseier «vorsichtig» budgetiert wurden. Unter anderem will Linden nächstes Jahr in einen Fernwärmeanschluss des Gemeindehauses oder ins Schulhaus investieren; insgesamt sind 400'000 vorgesehen. Aus den Gebührentöpfen will die Gemeinde 2020 rund 1,6 Millionen investieren.

 

Die Versammlung nahm vom Finanzplan Kenntnis und genehmigte das Budget bei einem unveränderten Steuerfuss von 1,9 diskussionslos und einstimmig.

 

Rote Zahlen, neues Gesicht

Auch die Aussichten für die folgenden Jahre sind wenig rosig, wie Ramseier aufzeigte. Der Finanzplan sieht vor, dass bis 2024 jedes Jahr ein Defizit resultiert – mit der unschönen Folge, dass das Eigenkapital von heute gut 1,5 Millionen Franken auf unter 300'000 Franken schrumpft. Trotzdem rechnete der Gemeinderat für die ganze Planperiode mit unveränderten Steuersätzen. Vorgesehen sind Investitionen von 1,1 Millionen im steuerfinanzierten Haushalt. Hinzu kommen 1,45 Millionen, die über Gebühren finanziert werden.

 

Nach der Demission aus beruflichen Gründen von Christian Blum aus der Exekutive per Ende dieses Jahres schlug der Gemeinderat Margaretha Haldimann als Nachfolgerin für die Amtsdauer bis Ende 2021 vor. Weil ihre Kandidatur nicht bestritten wurde, wurde sie als gewählt erklärt.


Autor
Marco Zysset, Thuner Tagblatt
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Erstellt: 30.11.2019
Geändert: 30.11.2019
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