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Löwen Oberdiessbach: Aus Saal werden Wohnungen

Nachdem der Bären schon mehrere Jahre geschlossen ist und das Projekt der Gemeinde einer Dreifachturnhalle noch vor der Urnenabstimmung scheiterte, wird nun auch der Saal des Löwen nicht mehr für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Für die Vereine ist das ein Problem. Die Gemeinde sucht Lösungen.

So viel Platz wie im Löwensaal hat es in Oberdiessbach sonst nicht. (Bild: Löwen Oberdiessbach)

Beat Hirschi, Eigentümer des Gasthofs Löwen in Oberdiessbach, will anstelle des heutigen Festsaals Alterswohnungen zu bauen. „Der Saal hat seine Lebensdauer erreicht“, sagt er zu BERN-OST. Geplant ist, den Hausteil abzubrechen und gleich gross wieder aufzubauen. 20 bis 30 Wohnungen mit 1.5 bis 3.5 Zimmern sollen im Neubau Platz finden. Denkmalgeschützt ist der Saal im Gegensatz zum Restaurant nicht. Für Alterswohnungen spreche, dass mit dem Restaurant Personal und Infrastruktur vorhanden wären für Dienstleistungen wie einen Mahlzeiten- oder einen Wäschedienst. „Mit einem Restaurant allein Gewinn zu machen wird zunehmend schwierig.“

 

Ab Januar 2021 geschlossen

Noch hat Hirschi kein Baugesuch eingereicht, sondern ist daran, die Möglichkeiten abzuklären. Trotzdem hat er bereits angekündigt, ab Januar 2021 das Restaurant für ein Jahr zu schliessen. „Für die Bauarbeiten braucht es den Parkplatz.“ Jemini Bekim, seit mehr als neun Jahren Pächter des Löwen, sei informiert und interessiert, das Restaurant nach der Umstrukturierung wieder zu übernehmen. Sicher sei, dass das Restaurant wieder aufgehen werde. Klar ist aber auch, dass die Oberdiessbacher Bevölkerung mit den Plänen ihren letzten grossen Festsaal verliert.

 

Das Problem ist sowohl der Gemeinde als auch den betroffenen Vereinen schon länger bekannt. Der Versuch, mit einer Dreifachturnhalle die Bedürfnisse von Schule, Sport- und Kulturvereinen gleichermassen abzudecken, scheiterte allerdings bereits in der Mitwirkung. Da seit einigen Jahren zudem die Schülerzahlen sinken, hat die Gemeinde danach die Schulraumplanung sistiert – und damit auch die Lösung des Saalproblems.

 

Ein Saal im Geissbühlerhaus?

Nun soll in beides wieder Bewegung kommen, allerdings getrennt. Eine Arbeitsgruppe hat den nötigen Bedarf für Schule und Vereine analysiert. Zusammen mit einer Begleitgruppe aus Sport und Kultur wird nach Lösungen gesucht. Im Fokus stehe die Idee, Kultur und Sport räumlich zu trennen und für die Kultur das gemeindeeigene Geissbühlerhaus umzubauen, erklärt Gemeindepräsident Niklaus Hadorn (parteilos). „Das Haus muss so oder so saniert werden. Ob ein Saal darin möglich wäre, klären wir derzeit mit einer Machbarkeitsstudie ab. Anfang Sommer wird es erste Resultate geben.“

 

Der fehlende Saal ist vor allem für Brassband und Jodlerklub ein Problem, die im Löwensaal jeweils zu Konzert und Theater einladen. Der Idee, das Geissbühlerhaus als Kulturzentrum einzurichten, steht Marcel Trachsel, Präsident der Brass Band Oberdiessbach, positiv gegenüber. „Das wird aber sicher drei, vier Jahre dauern und bis dann brauchen wir eine Zwischenlösung.“ Von den Räumen im Dorf käme für grosse Anlässe am ehesten die Aula in Frage. Dort verbietet das Reglement aber, Getränke und Essen auszugeben. "Wir sind daran, mit der Gemeinde nach einer Lösung zu suchen und hoffen, dass hier ein Kompromiss möglich ist."

 

Dazu sagt Niklaus Hadorn: „.Wenn die Aula überhaupt den nötigen Raumbedarf erfüllt, wird der Gemeinderat diese Lösung sicher prüfen. Die Schule selbst ist für grosse Anlässe auch schon in die Mehrzweckhalle in Herbligen ausgewichen."


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 22.02.2020
Geändert: 22.02.2020
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