Mobile Häuser für fröhliche Hühner
Kurz vor Ostern zeigen Karin und Markus Reber, wie ihre Hühner in den beiden Hühnermobilen auf der Wiese unterhalb des Pflegeheims Schloss Utzigen wohnen. Sie erzählen, was ihre Eier so besonders macht, und zeigen, wie sich braune Eier mindestens so schön färben lassen wie weisse.
Ein frischer Wind weht die Wolken vor sich hin, noch scheinen Ostern und der Frühling weit weg, als Karin und Markus Reber neben dem vorderen der beiden Hühnermobile stehen. Sie öffnen einen der grünen langen Deckel und blicken hinein: Die 450 Hühner waren am Morgen schon fleissig, unzählige Eier liegen halb verborgen im weichen Kornspreuer, und als sie mit sammeln beginnen, füllt sich der Eiersammler schnell mit braunen Eiern – an die 430 Stück sind es täglich. «Im Moment sind wir ganz froh, sind sie braun», schmunzelt Karin Reber: «Kurz vor Ostern wollen nämlich viele Leute unbedingt nur weisse Eier zum Färben.»
Monatlich frisches Weideland
Dabei, das wird sie später zeigen, lassen sich braune Eier wunderschön färben, wenn man weiss wie. Zunächst aber geht das Sammeln weiter: Bis alle Eier aus den beiden Hühnermobilen eingesammelt sind, dauert es einen Moment. Die beiden fahrbaren Hühnerställe stehen im Weier unterhalb des Pflegeheims Schloss Utzigen, und jetzt, nach der Wintersaison, werden Rebers sie bald verschieben: Im Frühling, Sommer und Herbst erhalten die Hühner dadurch jeden Monat einmal frisches Weideland. Der erste Umzug steht bevor. «Bis vor kurzem», erklärt Markus Reber, «durften wir sie ohnehin nur beschränkt hinauslassen wegen der Vogelgrippe.»
Neugierige Hühner auf der Pirsch
Dieser Tage jedoch dürfen die Hühner wieder nach Herzenslust im Freien picken und scharren. Markus und Karin Reber sind noch nicht fertig mit Eiersammeln, als die von Solarstrom gespeiste Türklappe mit einem Schnappen aufgeht. Augenblicklich ist ein wildes Getrappel zu hören, und schon bald gackert eine aufgeregte Schar Hühner um die Ecke und guckt, wer dasteht. Karin Reber lacht. «Ja, Hühner sind enorm neugierig.» Und sie sind offensichtlich wohl in den beiden mobilen Ställen, die mit einem grossen, sonnen-und regendichten Vorzelt ausgestattet sind.
Regionale Weideeier sind gefragt
Angefangen haben Karin und Markus Reber letztes Jahr mit einem ersten Stall, weil sie die Eierkundschaft einer Freundin übernehmen konnten. Rasch merkten sie: Da liegt noch viel mehr drin, Eier aus der Region sind sehr gefragt. «Hier spazieren viele Leute vorbei, denen es gefällt, wenn sie zuschauen können, wie die Hühner das Freiland geniessen», sagt Karin Reber. Auch die Bezeichnung «Weidelandhühner», die sie ihren Lohmann Brown-Hühnern gegeben hat, spricht offensichtlich viele an.
Bereits der zweite mobile Stall
So legten sie noch im letzten Sommer gleich einen zweiten mobilen Hühnerstall zu. In diesem wohnen jetzt um ein halbes Jahr jüngere Hühner, rund anderthalb Jahre lang bleiben sie dort. «Danach wird die Eierschale zu dünn für den Transport», erklärt Markus Reber. Dann werden die Hühner entweder an Privatpersonen abgegeben oder wandern in den Topf. Markus Reber schaut der braunen Schar kurz mit einem Lächeln zu, dann ergänzt er, dass ihre Hühner bis dahin ein glückliches Freilandleben geführt hätten: «Genau genommen leben sie biologisch, sie erhalten nebst dem Legemehl viel Obst- und Gemüsereste und weder Fischmehl noch andere Zusätze.»
Sonnenblumen und Weidegras
Im grossen Sack, so zeigt die Aufschrift, befinden sich Mais, Weizen, Soja, Sonnenblumen und Luzerne. Als Karin Reber ein paar Handvoll Körner in die Wiese streut, machen sich die Hühner eifrig ans Schnabulieren. Das Bio-Label hätten sie nur deshalb nicht, weil der Aufwand zu gross wäre, auch ihren anderen Betrieb in Bangerten bei Worb mit den 24 Wiesenmilch-Kühen und dem Getreideanbau zu zertifizieren. Dennoch, sagt Karin Reber, merke man dem Eidotter die Ernährung samt Weidegras an: «Das Dotter ist dunkler gelb.»
Das Eier-Abonnement läuft an
Bis zu 500 Hühner hätten insgesamt in den beiden mobilen Ställen Platz, und auch noch mehr Eier könnten Rebers gut wegbringen: Momentan beliefern sie die Landi Vechigen, die beiden Voi-Läden in Boll und Stettlen und den Top-Shop Boll, ausserdem stehen im Eierlädeli im Bifang beim Ortseinfahrt Utzigen immer ein paar Schachteln für die Selbstbedienung bereit, und seit kurzem bietet Karin Reber neu auch Eier-Abonnements. Sie nickt: «Wir sind noch im Ausbau.» Ihr gefällt das neue Standbein mit den häufigen Kundenkontakten.
Fünfzig Eier für die Familie
Allzu gross, fügt Markus Reber hinzu, wollten sie jedoch nicht werden, die Selbstvermarktung sei letztlich lohnender, als wenn sie mit tausenden von Eiern Grosslieferanten versorgen müssten. Im Eierlädeli liegen an diesem Tag noch ein paar Kartons bereit, aber auch diese werden wohl rasch Kundschaft finden. Und etwa 50 Eier behalten sie für die Familie – auch wenn Markus Reber selbst Eier höchstens in Omeletten mag. Für die Familie wird Karin Reber jedoch gemeinsam mit den beiden Töchtern Nina und Lara Eier für Ostern färben, und zwar mit Zwiebelschale.
Satter, warmer Braunton
Während ihr Mann noch die letzten Eier einsammelt, holt sie einen kleinen Korb hervor. Einen ersten Testlauf hat Karin Reber dieser Tage bereits gemacht, und als sie den Korb ein wenig schräg hält, zeigt sich: Die Eier haben einen satten, warmen Braunton angenommen, die Kräuter zeichnen in zartem Hellbraun. Wer also noch Eier zum Färben sucht, kann getrost auf die braunen «Freilandeier vom Weidehuhn» zurückgreifen.
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