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Münsingen - "Tante Emma" war im Dorf unterwegs

Unverpackt einkaufen soll in Münsingen möglich werden. Zwei Wochen nach dem Start der Crowdfunding-Kampagne für den geplanten Laden an der Bernstrasse haben die Initiantinnen und Initianten am Repair Café vor dem Freizythuus und auf dem Wochenmarkt geworben. Auch der Bring- und Holtag und der Clean up-Day fanden am Samstag statt.

Der Grossteil des fünfköpfigen "Tante Emma"-Teams war vor Ort (v.l.n.r.): Eva Tschannen, Pia Kiener, Johanna Knutti Rutishauser und This Rutishauser. (Bilder: zvg)
Prototyp geglückt: Beim Repair Café entstand das erste "Tante Emma"-Glas.
Mitinitiant This Rutishauser im Gespräch mit Hanni Pfander (Freizythuus Münsingen)...
… und Annj Harder (Grüne Münsingen).

Die Weidenkörbe waren gut gefüllt mit Überraschungssäckli. Aus gebrauchten Baumwollstoffen und mit gestempelten Anhängern hat das Tante Emma-Team kleine Säckchen genäht und mit Haselnüssen vom Mittelweg und Apfelringli aus dem Gürbetal bestückt. Dahinter standen einige Glassilos, gefüllt mit Haferflöckli aus der Strahm-Mühle und das andere Glassilo mit Haselnüssen vom Mittelweg. Ganz im Kleinen zeigten die Initiantinnen und Initianten für den geplanten unverpackt-Laden in den Lokalitäten der Oeko-Gärtnerei Maurer an der Bernstrasse, wie Einkaufen ab dem kommenden Winter möglich werden soll. Jede und jeder soll von den Trockenwaren, Müeslizutaten, Mehlen, Reinigungs- und Hygieneartikeln soviel mitnehmen können, wie sie oder er gerade braucht. Damit fallen die Verpackung weg und weniger Resten an.

 

«Wir sind überwältigt von den Rückmeldungen aus dem Dorf», sagt Mit-Initiantin Eva Tschannen. In den ersten 10 Tagen der Sammelaktion für die Ladenausstattung und die erste Befüllung der Glassilos kam gut ein Drittel der notwendigen 30'000 Franken zusammen. Die Vorfreude des Emma-Teams war unter der strahlenden Herbstsonne gut zu spüren. «Schaffen wir die Hürde nicht, verfallen alle angekündigten Spenden», so Tschannen.

 

Gegen Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung

Die Motivation und die Zuversicht sind gross, dass es klappt. Viele Passantinnen und Passanten haben vom Projekt im Dorf gehört. Johanna Knutti Rutishauser freut sich: «So viele Menschen machen sich Gedanken, was sie gegen Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung machen können.» Wenn sie mit ihrem Einsatz eine weitere Möglichkeit in der Region mitschaffen könne, mache sie das zufrieden.

 

Flicken, tauschen, Abfall gar nicht erst produzieren

Abfall vermeiden ist ein Ziel des Tante Emma- Teams. In Münsingen engagierten sich die Bewohnerinnen und Bewohner am Samstag gleich auf mehrere Art und Weise. Am Bring- und Holtag gaben Dutzende alte Gegenstände weiter, die sie am Morgen gratis bringen und nach dem Mittag ebenso gratis holen konnten.

 

Am Nachmittag zogen Eltern mit ihren Schulkindern durch das Oberdorf, Richtung Wichtrach und an der Aare entlang und sammelten mehrere Säcke von herumliegenden Abfall ein. Diese Aktion organisierte eine Gruppe des Elternrats Münsingen. Im Freizythuus führte der Seniorenrat 65-plus zum zweiten Mal das Repair Café durch. Regenschirme, Märmelibahnen und Getreidemühlen konnten von strahlenden Besitzerinnen und Besitzern geflickt wieder nach Hause getragen werden.

 

Tante Emma unter die Arme greifen

Mit einer Spende können Interessierte den Aufbau des Ladens unterstützen. Via Crowdfunding auf wemakeit, über die Website www.tante-emma-unverpackt.ch oder via E-Mail laden@tante-emma-unverpackt.ch oder Telefon 031 722 08 15 / 076 436 11 06.


Autor*in
pd, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 15.09.2019
Geändert: 15.09.2019
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