Münsingen für grossen Aufwand nicht belohnt
Der FC Münsingen musste gegen Muttenz trotz eines starken Starts eine weitere bittere 1:2-Niederlage hinnehmen. Zahlreiche vergebene Torchancen und individuelle Fehler verhinderten einen möglichen Punktgewinn. Erst in der 85. Minute gelang Indermühle der Anschlusstreffer, der Ausgleich blieb jedoch aus. Nun wartet mit dem FC Solothurn ein Gegner, gegen den Münsingen in der vergangenen Saison nach sieben sieglosen Spielen den «Turnaround» schaffte.
Nach der nächsten schmerzhaften Niederlage in Bassecourt stand die vergangene Woche ganz im Zeichen der Aufarbeitung und Gesprächen. Nach sieben Spielen mit lediglich zwei Punkten war klar, dass eine Reaktion folgen musste. Ein Ruck musste nun endlich durch die Mannschaft gehen, um die Negativserie zu durchbrechen.
Die Klossner-Elf startete mit grossem Einsatz und temporeichem Offensivfussball in die Partie. Von der ersten Minute an war zu spüren, dass die Mannschaft gewillt war, mit Kampf und Leidenschaft die Wende herbeizuführen. F. Dushica und Mzee scheiterten in den ersten Minuten jeweils an der Torumrandung. Wenig später vergaben auch Müllener und Fuhrer aussichtsreiche Torchancen. Ein 2:0 nach der ersten Viertelstunde wäre angesichts der klaren Überlegenheit der Münsinger durchaus verdient gewesen.
Doch wie so oft im Fussball kam es anders. In der 15. Minute unterlief Mittelfeldspieler Michel ein folgenschwerer Fehler. Nach einem Zuspiel von L. Dushica konnte er den Ball in der eigenen Platzhälfte nicht wie gewünscht weiterleiten und spielte ihn direkt in die Füsse eines Gegenspielers. Dieser schaltete blitzschnell um und schickte seinen Mitspieler mit einem Pass in die Tiefe auf die Reise. Allein vor Torhüter Nietlispach liess sich der Muttenzer Stürmer die Chance nicht entgehen und brachte die Gäste komplett entgegen dem Spielverlauf mit 0:1 in Führung.
Bis auf wenige gefährliche Gegenstösse war von den Gästen offensiv bis dahin kaum etwas zu sehen. Umso unverständlicher war aus Münsinger Sicht der Rückstand nach einer derart starken Startphase. Auch auf den Zuschauerrängen machte sich entsprechend grosse Ernüchterung breit. Die Mannschaft liess sich davon jedoch nicht entmutigen und suchte weiterhin den Weg nach vorne. Nach einem Eckball verpasste Michel den Ausgleich nur knapp.
Nach rund einer halben Stunde fanden auch die Gäste zunehmend besser ins Spiel. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichenere Partie, wobei Muttenz nun sogar zu den gefährlicheren Strafraumszenen kam. Insbesondere gegen Ende der ersten Halbzeit geriet Münsingen zunehmend unter Druck und konnte letztlich froh sein, zur Pause lediglich mit einem Tor zurückzuliegen.
Nach einer deutlichen Pausenansprache von Trainer Klossner kamen beide Mannschaften mit neuen Impulsen aus der Kabine. Auf beiden Seiten ergaben sich gute Torchancen, doch erneut waren es die Gäste, die jubeln durften. In der 61. Minute nutzte Muttenz die sich bietenden Räume in der Münsinger Hintermannschaft eiskalt aus. Mit einem schnellen ausgeführten Angriff überrumpelten die Gäste die Defensive der Aaretaler und bauten ihre Führung auf 0:2 aus.
Der zweite Gegentreffer hinterliess bei den Aaretalern sichtbare Spuren. In der Offensive fehlten zunehmend die Durchschlagskraft und die Kreativität, die das Münsinger Spiel zu Beginn noch ausgezeichnet hatten. Zwar bemühte sich die Klossner-Elf weiterhin um den Anschlusstreffer, jedoch gelang es lange Zeit nicht, die Muttenzer Defensive ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Erst in der 85. Spielminute keimte auf Sandreutenen nochmals Hoffnung auf. L. Fryand hatte im Mittelfeld viel Platz, bewies Übersicht und lancierte den schnellen Indermühle mit einem präzisen Zuspiel in die Tiefe. Dieser blieb allein vor dem gegnerischen Torhüter eiskalt und verkürzte mit seinem Treffer auf 1:2. In den Schlussminuten warf Münsingen nochmals alles nach vorne, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Muttenz brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und sicherte sich die drei Punkte.
Nach dem Schlusspfiff sanken die enttäuschten Münsinger Spieler zu Boden. Wieder einmal stand die Mannschaft trotz einer engagierten Leistung mit leeren Händen da. Eine weitere Niederlage, die angesichts der starken Startphase besonders schmerzte. Vor allem die mangelnde Chancenverwertung erwies sich erneut als entscheidender Faktor. Hätten die Aaretaler ihre zahlreichen Möglichkeiten konsequenter genutzt, wäre ein Punktgewinn, wenn nicht sogar mehr, durchaus möglich gewesen.
Nun gilt es, die positiven Ansätze aus dieser Partie mitzunehmen und gleichzeitig die individuellen Fehler sowie die fehlende Effizienz vor dem Tor aufzuarbeiten. Denn trotz der erneuten Enttäuschung hat die Mannschaft gerade in der Anfangsphase gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt.
Am kommenden Wochenende gastiert der FC Münsingen beim FC Solothurn. Die Begegnung weckt positive Erinnerungen: In der vergangenen Saison gelang der Klossner-Elf nach sieben Spielen mit lediglich zwei Punkten ausgerechnet gegen Solothurn der langersehnte «Turnaround». Ein gutes Omen also für das kommende Duell am nächsten Samstag? Die Münsinger werden alles daransetzen, an diesen Erfolg anzuknüpfen und endlich den ersten Sieg einzufahren.
Nächstes Spiel:
Samstag, 3.Oktober 2026 16.00 Uhr
FC Solothurn – FC Münsingen
Telegramm:
FC Münsingen – SV Muttenz 0:1 (1:2)
Tore:
15. Minute 0:1
60. Minute 0:2
85. Minute 1:2 Indermühle
Zuschauer: 300
Der FC Münsingen spielte in folgender Formation:
Nietlispach, Läubli, Stauffiger, L. Dushica, Colaj (85. Gwerder), Fuhrer (63. Indermühle), F. Dushica (78. L. Fryand), Michel (78. Biyaga), Müllener (63. Dangubic), Knuchel, Mzee
Bemerkungen:
Al Kaabi, Wälti, Gemperle, Hischier, Mühlethaler, Sherzad verletzt.
Hunziker und Meisterhans abwesend.
(35.) Müllener, (42.) Colaj, (47.) Läubli und (74.) F. Dushica auf Seite des FC Münsingen verwarnt.