Münsingen mit bitterer Niederlage im Berner-Derby
Der FC Münsingen muss sich dem Aufsteiger Muri-Gümligen auswärts knapp mit 0:1 geschlagen geben. Trotz einer soliden Defensivleistung und mehreren guten Torchancen in der ersten Halbzeit blieben die Aaretaler ohne Torerfolg. Nach dem entscheidenden Gegentreffer in der 65. Minute fehlten die Ideen für eine Wende. Für einen Lichtblick sorgten die beiden 18-jährigen B-Junioren Zaugg und Bigler, die bei ihrem Debüt in der ersten Mannschaft überzeugten.
Die Aaretaler blicken auf eine intensive Woche zurück. Nach dem überzeugenden 6:1-Sieg in der Schweizer Cup-Qualifikation gegen Vevey-Sports standen neben zahlreichen Gesprächen auch intensive Trainingseinheiten und Massnahmen zur Teambildung auf dem Programm.
Die Ausgangslage für den FCM wird zunehmend schwieriger. Mit nur noch fünf ausstehenden Partien in der Vorrunde zählt jeder Punkt. Um im Kampf um den Ligaerhalt nicht weiter an Boden zu verlieren, mussten die Aaretaler im heutigen Auswärtsspiel gegen Aufsteiger Muri-Gümligen unbedingt punkten. Ein Sieg war angesichts der angespannten Situation Pflicht.
Neo-Trainer Huber musste heute gleich auf neun Spieler verzichten, die verletzungsbedingt, gesperrt oder aus anderen Gründen abwesend waren. Dadurch bot sich den beiden 18-jährigen B-Junioren Zaugg und Bigler eine unerwartete Chance: Beide wurden ins kalte Wasser geworfen und standen überraschend in der Startelf. Für die beiden Nachwuchsspieler bedeutete dies eine besondere Herausforderung, zugleich aber auch die Gelegenheit, sich auf diesem Niveau zu beweisen. Aufgrund der zahlreichen Ausfälle trat der FC Münsingen mit einer stark verjüngten Mannschaft an. Mit einem rekordverdächtig tiefen Altersdurchschnitt von gerade einmal 23,5 Jahren präsentierte sich die Startelf ausgesprochen jung.
Trainer Huber stellte seine Mannschaft defensiv ein. Die oberste Priorität lag darin, hinten die Null zu halten und mit gezielten Kontern zum Erfolg zu kommen. Entsprechend überliessen die Aaretaler den Einheimischen weitgehend das Spieldiktat und konzentrierten sich auf eine kompakte Defensive.
Trotz eines Ballbesitzes von über 60 Prozent tat sich Muri-Gümligen schwer, Lücken im engmaschigen Abwehrverbund der Gäste zu finden. Die Einheimischen fanden keine Mittel, um die Münsinger Hintermannschaft ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Gefährliche Strafraumszenen blieben aus, und der FCM hatte das Spiel im Griff.
Ab der 30. Minute traten die Aaretaler zunehmend mutiger auf und suchten vermehrt den Weg nach vorne. Mit schnellen Gegenstössen stellten sie die Gastgeber vor Probleme und erspielten sich innerhalb einer Viertelstunde gleich fünf Torchancen, wovon drei hochkarätig waren. Doch die Münsinger liessen die grosse Möglichkeit zur Führung ungenutzt. Zum Ärger der Gäste fehlte im Abschluss die nötige Effizienz, sodass sie sich für ihre starke Offensivphase nicht belohnen konnten.
Nach dem Seitenwechsel verlief die Partie lange Zeit ausgeglichen. Beide Mannschaften agierten vorsichtig und wollten unbedingt Fehler vermeiden. In der 65. Minute mussten die Aaretaler einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Eine Flanke von der rechten Seite aus rund 20 Metern segelte in Richtung des hinteren Torpfostens. Der eingewechselte Ex-Münsinger Christen streifte den Ball mit den Haarspitzen und verlieh ihm dadurch die entscheidende Länge. Gleichzeitig dürfte diese minimale Berührung Torhüter Nietlispach irritiert haben, sodass «Mischa» den Einschlag nicht mehr verhindern konnte. Was für ein unnötiger Gegentreffer! Aus dem Spiel heraus war es der erste Torabschluss von Muri-Gümligen – und prompt landete der Ball im Netz. Damit wurden die Gäste für ihre bis dahin solide Abwehreistung auf bittere Weise bestraft.
Die Rot-Schwarzen versuchten umgehend zu reagieren und kamen wenige Zeigerumdrehungen später zu einer guten Ausgleichsmöglichkeit. Nach einem Eckball stieg Stauffiger am höchsten, doch sein Kopfball zischte knapp über das Gehäuse.
In der Folge fehlten den Aaretalern jedoch die zündenden Ideen und das nötige Tempo, um die Einheimischen nochmals ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Die Offensive blieb über weite Strecken zu harmlos, und auch in der Schlussphase wollte keine entscheidende Torchance mehr gelingen. Die letzte nennenswerte Möglichkeit hatte Dangubic – erneut nach einem Eckball.
So muss sich das Team von Huber insbesondere die offensive Harmlosigkeit in der zweiten Halbzeit ankreiden lassen. Im Spiel nach vorne kam schlicht zu wenig, um die dringend benötigten Punkte mit nach Münsingen zu nehmen. Weil die Konkurrenz punktete liegt der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze bereits bei zehn Punkten.
Der einzige Lichtblick an diesem enttäuschenden Tag waren die beiden B-Junioren Zaugg und Bigler, die ihr Debüt in der ersten Mannschaft feiern durften. Beide Nachwuchsspieler überzeugten mit einer starken Leistung und zeigten, dass sie das Potenzial für höhere Aufgaben mitbringen. Von den beiden jungen Talenten wird man mit Sicherheit noch einiges lesen und hören.
Nächstes Spiel:
Sonntag, 1. November 2026 14.30 Uhr
FC Münsingen – GC U21
Telegramm:
FC Muri-Gümligen – FC Münsingen 1:0 (0:0)
Tore:
65. Minute 1:0
Zuschauer: 150
Der FC Münsingen spielte in folgender Formation:
Nietlispach, Zaugg, Gwerder (74. Hischier), Stauffiger, Colaj, Müllener (74. L. Fryand), Michel, Bigler (58. Mühlethaler), Meisterhans, Fuhrer, Dangubic
Bemerkungen:
Wälti, Al Kaabi, Indermühle, F. Dushica und Knuchel verletzt.
Läubli, Sherzad, Gemperle und Mzee gesperrt oder abwesend.
(48.) Colaj und (52.) Müllener auf Seite des FC Münsingen verwarnt.