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Neuer Imbiss in Worb: Kehrt dank der Rose von Jericho auf der Bernstrasse das Leben ein?

Ivano Anesi will mit seinem Essensstand, der „Rose von Jerichio“ an der Ecke Kirchweg/Bernstrasse eine Begegnungsoase schaffen und seine Gäste „auf eine Gaumen- und Sinnesreise“ schicken. Vorerst sind drei Monate geplant, dann muss er weiterschauen.

V.l.: Thom Zwahlen, Ivano Anesi und Nadia Anesi vor dem noch leeren Stand. (Bild: Anina Bundi)
Am Eröffnungsabend. (Bild: zvg)
Mittags mit Schatten. (Bild: zvg)

Es ist still auf der verkehrsberuhigten Bernstrasse in Worb. Nicht einmal zu schnell fahren die Autos an diesem Dienstagnachmittag, sondern gar nicht. Auch Velos und Zufussgehende sind kaum unterwegs. Wäre dies ein Westernfilm, bliese der Wind trockene Blattkugeln durch die Strassen.

 

Diese Kugeln kann man in Blumengeschäften oder sogar in der Migros tatsächlich kaufen: Rosen von Jericho. In der Regenzeit, oder wenn man sie in einen Teller mit Wasser legt, entfalten sie ihre Blätter, werden grün und treiben aus, um danach wieder zu vertrocknen und weiterzuwandern.

 

Vorerst drei Monate

Mit seinem Imbissstand will Ivano Anesi genau das machen: Ankommen, aufblühen und Leben bringen soll seine „Rose von Jericho“– und danach vielleicht wieder weiterziehen. Denn die Betriebsbewilligung gilt nur für drei Monate. Ab dann bräuchte Anesi eine Baubewilligung, wenn er nicht Pause machen oder einen neuen Standort finden will. „Wir werden sehen“, sagt er.

 

Er hoffe auf den Wislepark für Kundschaft, aber auch auf Schülerinnen und Schüler, für die es mittags ein günstiges Kombiangebot mit Getränk gibt. Sowieso sind die Preise der Take-Away-Menus moderat. Ab 8.50 Franken kann man sich den Bauch füllen. Obwohl fast alles Bio ist oder zumindest werden soll. Für Salat, Tomaten und Eier etwa sei er in Verhandlung mit „Natürlich Moser“ in Worb. Ausserdem werde er alles frisch zubereiten, sagt Anesi. „Kein Büchsengemüse, keine Fertiggewürzmischungen.“

 

International

Ivano Anesi ist gelernter Hochbauzeichner, arbeitete aber nicht lange auf dem Beruf, sondern auf einer Bank und auf dem Bau und fuhr daneben mit Schmuck, Kleidern und asiatischem Kunsthandwerk z’Märit. 2016 machte er sich als Allrounder selbständig. Kochen gelernt habe er von seiner italienischen Mutter, seiner thailändischen Frau und einer nepalesichen Freundin, erzählt er. Und hat es in den letzten Jahren immer öfter auch für Publikum getan, etwa an Festivals.

 

Zu essen gibt es in der Rose von Jericho „Worldfood“. Eigenkreationen, inspiriert von Rezepten aus Italien, der Türkei, Nordafrika, Nepal oder aus dem Familienkochbuch der Zwahlens aus der Stadt Bern. Anesi wird den Stand nämlich nicht alleine betreiben. Mit dabei sind auch seine Schwester Nadia Anesi und deren Partner Thom Zwahlen Sie helfen am Stand mit, Zwahlen steuert die Desserts bei.

 

Laden seit Juli

An der gleichen Adresse wie der neue Stand, im früheren Lokal der Bäckerei Hadorn, haben die drei am 12. Juli auch einen Laden mit dem Namen „Un pò di tutto“ („Ein bisschen von allem“) eröffnet. Nebst exotischer Importware gibt es hier Traumfänger aus dem Atelier von Nadia Anesi, digital hergestellte Bilder von Thom Zwahlen und anderes Kunsthandwerk von Bekannten aus der Region. Direkt über dem Ladenlokal haben Nadja Anesi und Zwahlen ihre Wohnung. Ivano Anesi wohnt im Westen von Bern zusammen mit dem jüngsten seiner drei Kinder.

 

Einen einfachen Platz haben sich die drei nicht ausgesucht. Nicht für den Laden und nicht für die Rose von Jericho. Wenn sich die Ecke beleben und die Worberinnen und Worber zum Zmittag Lammspiessli und Köfte essen sollen, müsste Ivano Anesi den Zauber, den er im Inserat zur Eröffnung verspricht, so richtig gut beherrschen. „Auf eine Gaumen- und Sinnesreise schicken“, will er seine Gäste, ihnen auch an schlechten Tagen ein Lächeln schenken und "einen Regenbogen, den man schmecken kann."

 

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Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 13.08.2019
Geändert: 13.08.2019
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