Neues Tempo an der Bahnhofstrasse
Nach mehreren Jahren Diskussionen reagiert der Gemeinderat Worb auf Kritik aus der Bevölkerung: Für die Bahnhofstrasse ist ein Paket mit Verkehrs- und Aufwertungsmassnahmen beschlossen worden.
Der Gemeinderat Worb hat an seiner Sitzung vom 23. März 2026 verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Aufenthaltsqualität an der Bahnhofstrasse genehmigt. Grundlage dafür ist ein mehrjähriger Prozess, in dem sich auch die Bevölkerung eingebracht hat.
Rückmeldungen seit der Sanierung
Seit der Sanierung der Bahnhofstrasse im Jahr 2018 gingen laut der Medienmitteilung wiederholt Rückmeldungen ein: Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrende fühlten sich auf dem Abschnitt teilweise unsicher. Mehrere politische Vorstösse, darunter eine Interpellation, ein Postulat, eine Unterschriftensammlung und eine Volksmotion, forderten entsprechende Verbesserungen.
Die Mitwirkung
Um Lösungen zu erarbeiten, setzte der Gemeinderat 2024 eine Spezialkommission ein. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessengruppen nahmen daran teil, darunter Schule, Gewerbe, ältere Menschen, öffentlicher Verkehr sowie Anwohnende. In mehreren Workshops wurden gemeinsam Vorschläge entwickelt, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst.
Konkrete Massnahmen
Nun hat der Gemeinderat ein konkretes Paket beschlossen. Geplant ist unter anderem eine Tempo-20-Zone zwischen dem Altersheim und dem Hirschenplatz. Zudem soll beim Altersheim ein neuer Fussgängerstreifen entstehen, wofür ein Parkplatz aufgehoben wird.
Im Bereich Hirschenplatz sind Markierungen vorgesehen, um die Verkehrssituation klarer zu machen. Auch beim öffentlichen Verkehr gibt es Anpassungen: Die Linienführung des Postautos in Worb Dorf wird geändert, neu ist eine Haltestelle «Wislepark» an der Bernstrasse vorgesehen.
Neben den Verkehrsmassnahmen sind auch Aufwertungen geplant. Entlang der Bahnhofstrasse sollen Flächen entsiegelt und begrünt werden. Damit soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden, heisst es weiter.
Umsetzung und offene Fragen
Die Kosten für die Verkehrsmassnahmen belaufen sich auf rund 41'000 Franken und sollen ins Budget 2027 aufgenommen werden. Für die Planung der neuen Bushaltestelle werden 13'900 Franken aus dem Budget 2026 verwendet. Für die Begrünung ist zunächst ein Bauprojekt vorgesehen. Für die Einführung der Tempo-20-Zone braucht es noch die Zustimmung des kantonalen Tiefbauamtes.
Die bereits installierten Poller auf der Bahnhofstrasse sollen vorläufig nicht aktiviert werden. Der Gemeinderat will zuerst beobachten, ob die neuen Massnahmen Wirkung zeigen. Erst wenn dies nicht der Fall ist, kommt eine Inbetriebnahme in Frage.
Sollten die Poller eingesetzt werden, ist vorgesehen, die Bahnhofstrasse von Montag bis Samstag jeweils von 19:30 bis 07:30 Uhr sowie am Sonntag ganztägig zu sperren. Eine Teilüberbauungsordnung soll der Gemeinde die nötige Flexibilität für einen späteren Einsatz geben.