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Oberdiessbach - Da hätte Bach gestaunt

Quelle
Thuner Tagblatt

Das Buumehus war Schauplatz eines aussergewöhnlichen Konzertes: Kompositionen von J. S. Bach wurden vom Saxofon interpretiert – ein Hörerlebnis.

Vom Kulturverein Oberdiessbach angekündigt war einheimisches Handwerk. Der in Aeschlen lebende Musiker Michel Duc gab erstmals in seiner Wohngemeinde ein Konzert. Mit glitzernden Saxinstrumenten in verschiedenster Grösse spielt er normalerweise durch die Welt des Jazz und Rock. Diesmal wagte er sich an Musik, die geschrieben wurde, als es noch keine Saxofone gab.

Als Partnerin am Cembalo liess Helene Ringgenberg dazu den ganzen Reichtum ihres Instrumentes erklingen. Die Werke von Marcello und Bach mussten fürs Sax angepasst werden. Wenn Michel Duc am Bariton die Allemande, Courante, Sarabande, Menuette und Gigues der Suite in d-Moll interpretierte, vermeinte man plötzlich modernen Jazz zu hören.

Die Tänze verwandelten sich in rasante Läufe und eröffneten neue Klangfelder. Der eine oder die andere vermisste vielleicht die Oboe – doch das musikalische «Saxperiment» steigerte sich bis zum Finale, als die junge Violonistin Zoë Anderegg und ihre Mutter Dorothée Anderegg an der Flöte das Duo zu einem virtuosen Quartett erweiterten – mit einem Saxofon als kraftvollem Basso continuo. Irgendwo im gut besuchten Gewölbekeller lächelte auch Johann Sebastian.

Autor
cbs, Thuner Tagblatt
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Erstellt: 21.10.2014
Geändert: 21.10.2014
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