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Oberdiessbach - Die Brooks AG gibt Standort auf

Quelle
Berner Zeitung BZ

Ein harter Schlag für den Wirtschaftsstandort Oberdiessbach: Die Brooks AG, früher Remp AG, halbiert ihre Belegschaft praktisch und zieht aus dem Dorf weg.

Bei der Firma Brooks Automation AG in Oberdiessbach erhalten in den nächsten Tagen 17 Angestellte die Kündigung. (Bild: zvg)
17 Mitarbeiter erhalten die Kündigung, 8 weitere sind natürliche Abgänge, die nicht ersetzt werden. Damit reduziert die Brooks AG ihren Stellenbestand von heute 55 auf künftig 30. Zusätzlich zum Personalschnitt, der schon Ende Juni angekündigt worden war, gab Geschäftsleiter Max Böhlen gestern bekannt, dass die Firma Oberdiessbach verlassen will. «Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort im Raum Thun-Bern», sagte Böhlen. Das Firmenareal an der Weststrasse soll verkauft werden. «Wir haben einen externen Broker damit beauftragt», sagte der Brooks-Geschäftsleiter. All dies, weil die Firma in den letzten Jahren derart schrumpfte, dass der heutige Standort schlicht zu gross ist.

«Schmerzhaft, aber nötig»

Der Stellenschnitt ist laut Böhlen «schmerzhaft, aber nötig». Die Situation in der Branche, in der Brooks tätig ist – die Firma baut Automationsgeräte, die unter anderem von der Pharmaindustrie benötigt werden –, habe ihn nötig gemacht. «Wenn Abnehmer wie Roche oder Novartis abbauen, trifft uns das auch», sagt der Brooks-Geschäftsleiter.

Die ehemalige Remp AG war später Teil von Nexus Biosystems Inc in Kalifornien und ist heute im Besitz von Brooks Automation Inc. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen mehr als 170 Angestellte. Bereits früher wurde die Produktion ins Ausland verlegt. Mit der neuerlichen Restrukturierung konzentriert sich die Niederlassung in Oberdiessbach auf die Entwicklung von Automationsmaschinen, Service und Verkauf. «Ziel ist, die Firma neu aufzustellen und neues Wachstum zu ermöglichen», sagte Böhlen. Der Standort Schweiz sei nie infrage gestellt gewesen.

Sozialplan wurde genehmigt

Neues Wachstum in einer unbestimmten Zukunft ist für die Angestellten, die in den nächsten Wochen und Monaten ihre Stelle bei Brooks verlieren, freilich ein kleiner Trost. Zusammen mit der Gewerkschaft Unia machte die Belegschaft in den letzten Wochen im Rahmen des Konsultationsverfahrens Vorschläge für einen Sozialplan. Dieser wurde gestern genehmigt.

Gemeinde weiss noch nichts

Er sieht unter anderem vor, dass die Entlassenen von einer externen Firma bei der Stellensuche unterstützt werden und dass Brooks auf ein ursprünglich angedachtes Konkurrenzverbot verzichtet. «Ferner gestalten wir die Kündigungsfristen flexibel – wer rasch einen neuen Job findet, kann uns vor Ablauf der Frist verlassen», sagte Geschäftsleiter Max Böhlen. Noch keine Kenntnis von den Veränderungen hatte man gestern bei der Gemeinde. Der geplante Stellenabbau sei bekannt gewesen, hiess es auf der Verwaltung, aber nicht, dass die Brooks AG aus Oberdiessbach wegziehen wolle.

Autor
Marco Zysset, Berner Zeitung BZ
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Erstellt: 24.07.2012
Geändert: 25.07.2012
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