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Oberdiessbach - Die Passion von Venovana war nach wenigen Takten schon zu spüren

Quelle
Wochen-Zeitung

Die Kapelle Venovana hatte am Pfingstmontag zu einem Matinée-Konzert nach Oberdiessbach eingeladen. Gast war die Blaskapelle Zapfenland aus dem Thurgau.

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Seit Jahren erfreut sich die böhmisch-mährische Blasmusik auch in unserer Gegend steigender Beliebtheit. Das liegt wohl einerseits an den zahlreichen Partnerschaften mit böhmischen oder mährischen Gemeinden. Andererseits begeistern die berühmten Polkas aus diesem Teil Europas Gross und Klein und lassen einem nicht mehr los. Da wird man vom Rhythmus gepackt, klatscht begeistert mit, um schon beim nächsten Stück entspannt zurückzulehnen und zu träumen.

Mit Leidenschaft zum Erfolg


Die Kapelle Venovana wurde 2005 in reiner Blechbesetzung gegründet. Seit Anfang 2011 wird die Kapelle vom Kapelnik und Es-Klarinettisten Bänz Winzenried, Mirchel, geleitet. Im selben Jahr war die Kapelle zu Gast am böhmischen Kubes-Festival in Sobeslav (CZ). Mit weiteren Holzblasinstrumenten wird nun auf original mährische Besetzung aufgerüstet. Die 14 Musikantinnen und Musikanten aus dem Raum Emmental, Mittelland und Berner Oberland widmen sich (Venovana = tschechisch Widmung) mit Leidenschaft und Begeisterung der böhmisch-mährischen Volksmusik. Diese Passion spürte man im vollbesetzten Löwensaal bereits nach wenigen Takten. Auch wenn die Kapelle vor zwei Tagen noch an der Europäischen Meisterschaft böhmisch-mährischer Blasmusik in Seedorf als Gast aufgetreten war – von Müdigkeit war nichts zu spüren. Die Musikantinnen und Musikanten boten unter ihrem Kapelnik während über einer Stunde rassige Blasmusik vom Feinsten. Die Formation überzeugte auf der ganzen Linie, aber als Sahnehäubchen sei das brillante Trompetensolo von Ruedi Wenger erwähnt. Das fachkundige Publikum belohnte die Darbietungen mit tosendem Applaus. Für den zweiten Teil des Konzerts überliessen die Oberdiessbacher die Bühne ihren weitgereisten Gästen aus dem Tannenzapfenland im Hinterthurgau. Die erfolgreiche Kapelle unter der musikalischen Leitung des Tubisten Sämi Oberholzer hat sich seit 18 Jahren ebenfalls der böhmisch-mährischen Blasmusik verpflichtet. Oberholzer ist in der ganzen Szene durch seine virtuosen, teilweise zweistimmigen Basskünste bestens bekannt. Die Konzertbesucher in Oberdiessbach kamen in den Genuss seiner brillanten Darbietung und erzwangen mit rythmischem Klatschen eine Zugabe.

Autor*in
Markus Wehner / Oberdiessbach
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Erstellt: 31.05.2012
Geändert: 31.05.2012
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