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Oberdiessbach - Es sind alle Rechnungen verschickt

Quelle
Thuner Tagblatt

Die Wasserversorgungsgenossenschaft Oberdiessbach macht vorwärts mit dem Abarbeiten von Altlasten. Alle Rechnungen sind verschickt. Jetzt nimmt sie die Planung der Zukunft in Angriff.

«Alle Entscheide wurden einstimmig gefasst, und dem Vorstand wurde die Décharge erteilt», sagt Stephan Taschaggelar. Der Präsident der Wasserversorgungsgenossenschaft Oberdiessbach (WVO) ist zufrieden mit den Ergebnissen der ausserordentlichen Generalversammlung vom letzten Freitagabend. Unter anderem nahmen die Genossenschafter Kenntnis davon, dass nun sämtliche ausstehenden Anschlussgebühren aus den Jahren 2001 bis 2009 in Rechnung gestellt wurden. Bis 2010 wurden Gebühren im Umfang von mindestens 353 000 Franken nicht in Rechnung gestellt oder gemahnt; darunter mindestens 94 000 Franken, die bereits verjährt sind (wir haben berichtet). «Einige der Empfänger von verjährten Rechnungen haben Gebühren im Umfang von mehr als 20 000 Franken bezahlt», sagt Tschaggelar, «andere haben derweil um eine Erstreckung der Zahlungsfrist gebeten.» So dürfte es wohl Mitte 2012 werden, bis die Genossenschaft definitiv einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen kann.

An der Versammlung hiessen die Genossenschafter der WVO auch eine Reglementsänderung gut. Unter anderem beschlossen sie, dass künftig keine wiederkehrenden Löschgebühren mehr erhoben werden und dass die Rechnung der Genossenschaft künftig von der Gemeindeverwaltung geführt wird. Und: Sie wählten Gemeinderätin Susanne Nafzger in den Vorstand. Hans Ulrich Vogt demissionierte als stellvertretender Chef Technik. Der Posten wird laut Stephan Tschaggelar im Moment nicht ersetzt.

Tschaggelar gab an der Versammlung ebenfalls bekannt, dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden soll, welche sich mit der Zukunft der WVO befasst. Vonseiten der Gemeinde wurde bereits mehrmals öffentlich der Wunsch geäussert, die Genossenschaft aufzulösen und ihre Aufgaben an die Gemeinde zu übergeben. «Die Arbeitsgruppe soll prüfen, ob dieser Ansatz wirklich der Weisheit letzter Schluss ist», sagt Tschaggelar. Er könne sich persönlich ebenso vorstellen, dass die Wasserversorgung von Oberdiessbach allenfalls sogar in ein regionales Gebilde integriert werde. «Es gibt Anzeichen, dass der Kanton solche regionalen Lösungen anstrebt und entsprechend Druck aufsetzen könnte», sagt Tschaggelar. So oder so müssen die WVO und die Gemeinde Oberdiessbach ihre Zusammenarbeit bald überdenken. Der aktuelle Zusammenarbeitsvertrag läuft Ende 2013 aus.

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Marco Zyssset, Thuner Tagblatt
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Erstellt: 06.09.2011
Geändert: 06.09.2011
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