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Oberdiessbach: "Das Geld ist richtig investiert"

Oberdiessbachs Schulhäuser sollen für die Zukunft ausgebaut werden. Das kostet rund 14 Millionen Franken. Damit dies bezahlt werden kann, will der Gemeinderat die Steuern erhöhen.

Niklaus Hadorn: "Man muss es den Leuten sagen, dass es etwas kostet" (Bild: Youtube/livestream)
Oberdiessbach: In einem Neubau sollen Kindergarten/Bassistufe untergebracht werden. (Bilder: oberdiessbach.ch)
Insgesamt rechnet der Gemeinderat mit Kosten von 13,75 Mio. Franken.
Das Geissbühlerhaus soll für 5 Millionen umgebaut werden.
Im Geissbühlerhaus sollen Tageschüler:innen untergebracht werden. Im Dachstock ist ein Konzertraum geplant.

Der Gemeinderat rechnet in den nächsten Jahren mit 500 zusätzlichen Einwohner:innen. Es werden neue Schulzimmer für drei zusätzliche Klassen benötigt. In einer ersten Etappe soll nun die Schule für die Zukunft fit gemacht werden. Gleichzeitig soll ein neuer Raum für Kultur geschaffen werden.

 

Neubau für Kindergarten/Basisstufe

Für die ganz Kleinen ist auf dem Primarschulareal ein Neubau geplant. In vier Schulzimmern sollen dort Kindergarten/Basisstufe unterrichtet werden. Auch im Winkelbau sollen drei Schulzimmer für die Basisstufe entstehen. Dem Neubau müsste ein Teil des heutigen Mehrgenerationenplatzes geopfert werden. Dafür soll die Hostett nördlich des Geissbühlerhauses an den Mehrgenerationenplatz angebunden werden.

 

Kultur und Tagesschule im Geissbühlerhaus

Im Erdgeschoss des Geissbühlerhauses soll eine Tagesschule für 60 Kinder einziehen. Im Dachgeschoss soll ein öffentlicher Saal entstehen. Der Saal soll von Vereinen, der Schule und der Bevölkerung genutzt werden können, sei es für Konzerte oder Theateraufführungen. Bei Konzertbestuhlung bietet der Saal 180 Personen Platz.

 

Anpassungen im Winkelbau

Im Winkelbau sollen durch bauliche Massnahmen drei zusätzliche Schulzimmer entstehen. Die Primothek wird zugunsten eines Schulzimmers aufgegeben. Die Räume der Tagesschule, welche heute unter der Turnhalle untergebracht sind, werden künftig als Schulzimmer genutzt.

 

Sechs Klassenzimmer im Altbau

Im Altbau sollen neben sechs bestehenden Klassenzimmern noch Gruppenräume entstehen. Das Dachgeschoss soll zur Lehrerwelt umgebaut werden. Damit der Altbau künftig hindernisfrei über alle Stockwerke erreichbar ist, soll auf der Nordseite ein Lift eingebaut werden.  

 

Beachvolleyfeld fällt weg

Östlich neben dem Neubau für die Basisstufe soll ein Spielbereich entstehen. Die heutigen Beachvolleyballfelder müssten deshalb weichen. Bei Bedarf könnten diese auf den Rasen des Sekundarschulhauses verlegt werden.

 

Der Umbau in Zahlen

Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von 13,75 Millionen Franken. "Man muss den Leuten sagen, dass es etwas kostet", sagt Gemeindepräsident Niklaus Hadorn (SVP) als er das Projekt präsentiert. Als grösster Brocken fällt der Umbau und die Erweiterung des Geissbühlerhauses mit 5,3 Millionen Franken zu Buche. Für den Neubau für die Basisstufe rechnet die Gemeinde mit 5,05 Millionen. 1,5 Millionen kostet der Umbau des Altbaus Primarschulhaus. 1,4 Millionen werden für den Umbau des Winkelbaus budgetiert. Eine halbe Million Franken wird für Parkplätze und weitere Bauarbeiten berechnet.

 

Finanzierung über Steuererhöhung

Oberdiessbach verfügt über 7,4 Millionen Franken Eigenkapital. Um den Umbau in der Höhe von 14 Millionen Franken zu finanzieren, schlägt der Gemeinderat eine Steuererhöhung von 1,54 auf 1,64 vor. Der Gemeinderat spricht von einer moderaten Erhöhung, welche ab 2023 nötig werde. Eine Familie mit Kind würde dadurch rund 300 Franken pro Jahr mehr Steuern bezahlen.

 

Die Steuererhöhung würde pro Jahr eine halbe Million Franken in die Kasse spülen. Gleichzeitig prüft der Gemeinderat Sparmassnahmen bei der Budgetierung. Da ein zusätzlicher Neubau einer Doppelturnhalle das Fuder überladen würde, hat der Gemeinderat entschieden, den Turnhallenneubau erst nach dem Schulhausumbau zu planen.

 

Volksabstimmung in einem Jahr

Das Projekt wurde am Montagabend der Bevölkerung vorgestellt. Diese kann sich bis Mitte Oktober zu den Plänen äussern. Bei der Gemeindeversammlung am 13. Dezember wird über den Projektierungskredit abgestimmt. Bei einer Annahme kann das Bauprojekt ausgearbeitet werden. Über den Baukredit in der Höhe von rund 14 Millionen Franken wird im Herbst nächsten Jahres an der Urne abgestimmt. Gemeindepräsident Hadorn ist überzeugt: "Das Geld ist nicht falsch investiert." Bei einem Ja müsste danach an der Gemeindeversammlung über die Steuererhöhung abgestimmt werden.

 

 [i] Schulraumplanung Oberdiessbach, Informationen der Gemeinde


Autor:in
Rolf Blaser, rolf.blaser@bern-ost.ch
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Erstellt: 14.09.2021
Geändert: 14.09.2021
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