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Oberdiessbach - Internet für alle Heimbewohner

Quelle
Berner Zeitung BZ

Das Pflege- und Betreuungszentrum Oberdiessbach im ehemaligen Spital wird 2013 auf den neusten Stand gebracht. Dazu gehört schnelles Internet im ganzen Haus – aber auch ein Garten, in dem sich Demente ohne Betreuung bewegen können.

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Das Pflege- und Betreuungszentrum Oberdiessbach wird ab 2013 umgebaut. (Bild: Patric Spahni, BZ)

Was braucht ein Alters- und Pflegeheim heute, um den Ansprüchen von Senioren zu genügen? Am ehesten können derzeit wohl die Verantwortlichen des Pflege- und Betreuungszentrums (PBZ) Oberdiessbach diese Frage beantworten. Sie planen nämlich den kompletten Um- und teilweise Neubau des ehemaligen Spitals. Für die Dauer der Bauarbeiten werden Bewohner und Personal ein Provisorium in Grosshöchstetten beziehen.


Baustart ist im Juli 2013, die Vorbereitungen laufen schon jetzt auf Hochtouren. «Wir sind noch nicht in der Detailplanung», sagt Direktor Ulrich Moser. Klar ist: Es gibt im PBZ Oberdiessbach – oder im Kastanienpark, wie das Heim nach dem Umbau heissen wird – künftig Digital-TV. Und die Zimmer, es werden 93 sein, werden alle mit schnellem Internet ausgerüstet.

Internet und Einzelzimmer

Internet und HD-TV sind nur zwei Neuerungen, die heute in einem Alters- und Pflegeheim gefragt sind. «Für uns sind technische Aspekte aber nicht zentral», sagt Ulrich Moser. Viel eher beschäftigen ihn und die Planer, dass die Heimbewohner – beziehungsweise die Angehörigen, welche die Senioren anmelden – heute grösstenteils Einzelzimmer wünschen. Gleichzeitig will sich die Heimleitung die Möglichkeit offenlassen, Doppelzimmer anzubieten, «zum Beispiel für Ehepaare oder Menschen, die explizit den Wunsch nach einem Doppelzimmer äussern», so Moser. Künftig gibt es deshalb im Kastanienpark Oberdiessbach grössere Einzelzimmer mit 28 Quadratmetern Fläche, die zu Doppelzimmern umfunktioniert werden können. Oder 18 Quadratmeter grosse Einzelzimmer, die durch eine Tür mit dem Nachbarzimmer verbunden werden können.

Ambiente und Aktivitäten

Im Durchschnitt sind die Bewohnerinnen und Bewohner laut Moser 84-jährig und mittel bis schwer pflegebedürftig. Und sie haben sich in den letzten Jahren gewandelt. «Mit dem Um- und Neubau wollen wir in allen Bereichen eine wohnlichere Ambiance kreieren.» Das Pflegebad werde beispielsweise nicht mehr einfach weiss gekachelt, sondern in warmen Farbtönen gestaltet, inklusive Bepflanzung und der Möglichkeit, in der Badewanne Musik zu hören. Anstelle der alten Spitalnotaufnahme entsteht ein geschlossener Park mit einem Gehweg in Form einer Endlosschlaufe, mit Wasser und Pflanzen. «Gerade für demente Patienten ist ein solcher Garten wichtig», sagt Moser. «Die Möglichkeit, sich in der Natur zu bewegen, kann bei der Aktivierung gute Dienste leisten.» Dasselbe Ziel hat auch ein Aktivierungsraum, der dort gebaut wird, wo heute noch der alte Operationssaal steht. «Dieser Raum wird ein echter Werkraum, in dem sich unsere Bewohner in den verschiedensten Arbeiten betätigen können.» Neu wird es dort auch eine Tages- und Nachtstätte für Entlastungsaufenthalte geben.

Weniger Energieverbrauch

Freilich werden auch Gebäudehülle und Installationen dem heutigen Stand der Technik angepasst. «Wir gehen davon aus, dass wir rund 40 Prozent der heute verbrauchten Energie einsparen können», sagt Moser.

Letztlich fasst der PBZ-Direktor den Hauptanspruch, dem ein Pflege- und Betreuungszentrum heute genügen muss, in einem Satz zusammen: «Es muss den Spagat zwischen gestern und morgen schaffen – für Bewohner und Personal.» Und er fügt an: «Natürlich hätten wir noch einige Wünsche. Aber das Kostendach von 23 Millionen ist fix – und alles Wünschbare konnten wir da schlicht nicht reinpacken.»

Autor*in
Marco Zysset / Berner Zeitung BZ
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Erstellt: 08.08.2012
Geändert: 08.08.2012
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