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Oberdiessbach - Wenn Roman Josi ankickt und Gress und Co. aufs Dach bekommen

Quelle
Thuner Tagblatt

Der FC Oberdiessbach hat seine neue Spielstätte Leimen stilvoll eingeweiht: Auf dem Kunstrasen schlug der Heimklub das Team der Nati-Legenden um Coach Gilbert Gress mit 2:1.

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Hektik im Strafraum des FC Oberdiessbach: Die Schweizer Nati-Legenden lagen lange in Führung, doch die Leimen gehörte am Ende den Einheimischen, die das Spiel 2:1 gewannen. (Bild: Patric Spahni)
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Grimmiger Gilbert Gress: Die Trainerlegende war mit dem Auftritt seiner Spieler überhaupt nicht zufrieden. (Bild: Patric Spahni)
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Symbolische Eröffnung: Oberdiessbachs Gemeindepräsident Hansruedi Vogt (l.) übergibt Urs Wittwer, Präsident FC Oberdiessbach, den Schlüssel. (Bild: Patric Spahni)
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Hockey-Ass kickt an: An Roman Josi ging ein Fussballer verloren. (Bild: Patric Spahni)
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Zu Hunderten strömten die Leute am Freitag, Samstag und gestern nach Oberdiessbach. Dass ein Dorf mit etwas mehr als 3000 Einwohnern plötzlich zu einem solchen Publikumsmagneten wird, hat einen besonderen Hintergrund: Am Wochenende gingen am Ortseingang die dreitägigen Feierlichkeiten zur offiziellen Einweihung des neuen Sportplatzes Leimen über die Bühne.

Josis Onkel als Verbindung


Im Rahmen der Feier hatte das OK zahlreiche Leckerbissen für Sportfans parat. So hat zum Beispiel NHL-Star Roman Josi den Weg nach Oberdiessbach auf sich genommen, um an seine Fans Autogramme zu verteilen. Diese belagerten den 23-jährigen Berner dermassen, dass er echten Stress damit hatte, überall seine heiss begehrte Unterschrift zu setzen. In der Warteschlange stand auch die Familie Müller aus Thun an. «Wir sind grosse SCB-Fans, und da ist es keine Frage, dass wir wegen Roman hierhergekommen sind», sagte Vater Urs. Sohn Jan nickte, strahlte auf sein Autogramm – und brachte es auf den Punkt: «Roman Josi ist einfach der Beste!»

 

Doch was verbindet Roman Josi eigentlich mit Oberdiessbach? Da fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Sein Onkel Paul Josi ist ehemaliger Juniorenobmann und langjähriger Juniorentrainer beim FC Oberdiessbach. Wenn der Neffe mal in der Gegend sei, habe er zwar nicht sonderlich viel von ihm. «Ich stehe zwar in regem SMS-Kontakt mit Roman, aber zusammen etwas unternehmen liegt meist nicht drin», sagte Paul Josi.

 

Aus der Sicht eines angefressenen Fussballfans müsste es ihn ein bisschen wurmen, dass sich der damals 10-jährige Roman gegen den Fussball und fürs Eishockey entschieden hatte. Warum eigentlich? «Mit Fussballspielen fing er in Ostermundigen bei den F-Junioren an, mit seinem Bruder Jannick», erinnert sich Paul Josi. Eine Zeit lang habe Roman sogar in beiden Sportarten trainiert. «Aber die Jungs wohnten ganz in der Nähe der Eissporthalle. Und dann war es bei Roman halt nur noch eine Frage der Zeit, bis er sich ganz für den Eishockeysport entschied.»

 

Albi Saner neckt Andy Egli


Dass Josi auch hätte Fussballprofi werden können, bewies er am Nachmittag auf dem Kunstrasen auf der Leimen. Der Eishockeystar durfte das Freundschaftsspiel zwischen einer zusammengewürfelten Schweizer Nati aus Legenden unter Trainer Gilbert Gress und dem FC Oberdiessbach ankicken.

 

Kultreporter Albi Saner kommentierte die Partie über zweimal 35 Minuten an der Seitenlinie in gewohnt humoristischer Weise und markierte den Berner, wo er konnte. Nicht verkneifen konnte sich Saner etwa, bereits vor dem Anpfiff die Nati-Legende Andy Egli für seinen unausrottbaren Zürcher Dialekt zu blamieren: «Er wohnt eine halbe Ewigkeit in Bern, und trotzdem hat er noch kein Wort Berndeutsch gelernt.»

 

Hottiger spürt die Härte


Auf dem Platz zeigten die alten Nati-Stars um Torhüter Jörg Stiel, Tinu Weber, Stéphane Chapuisat und viele andere, zu Beginn, was sie noch draufhaben. Gewiss, die Oldies nahmen es ernst. Sehr sogar. Albi Saner fragte Milaim Rama, wie er denn heute Tore schiessen wolle. Rama antwortete lapidar: «Wie früher.» Und kaum eingewechselt, netzte er ein. 1:0 für die Nati-Legenden.

 

Doch in der zweiten Halbzeit ging den alten Herren merklich der Sprit aus, und die Jungspunde des FC Oberdiessbach kamen in Fahrt. Mit zwei Toren drehten sie das Spiel und sorgten damit für eine grimmige Miene bei Gegnercoach Gilbert Gress. «Weiter, weiter», versuchte die Trainerlegende seine Mannen anzutreiben. Doch seine kargen Anweisungen verhallten in der Gluthitze. Während der einst knochenharte Verteidiger Marc Hottiger über das ruppige Einsteigen der Diessbacher fluchte, «trötzelte» die graue Eminenz Egli nach der Auswechslung: «Wenn die Schiris eine gute Leistung zeigen, gewinnen wir.»

 

Doch auch neben dem Kunstrasen machte die Hitze manchem zu schaffen: Ex-YB-Profi Mario Raimondi etwa verfolgte das Spiel mit seiner Frau als Zuschauer und machte sich nach dem Spiel schleunigst «auf die Suche nach einer Glace».

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Autor*in
Dino Dal Farra, Thuner Tagblatt
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Erstellt: 19.08.2013
Geändert: 19.08.2013
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