Oberdiessbach rüstet sich für den grossen Ansturm
Am ersten Mai-Wochenende wird in Oberdiessbach geschwungen. Hier erfahren Sie alles übers Fest und wie Sie noch zu Tickets kommen.
Am Wochenende hat der Aufbau der Tribünen fürs grosse Fest begonnen. Auf der grünen Wiese vor dem Schloss wurde eine Tribüne errichtet, daneben ein Festzelt für 2000 Besucher gestellt.
Millionenbudget und Handgeld der Schwinger
Das Emmentalische Schwingfest ist eine grosse Kiste, OK-Präsident Ueli Friedli spricht von einem Budget von «rund 1.5 Millionen Franken». Geld, das für Tribüne, Zelte, und die gesamte Infrastruktur benötigt wird, die mit 30 Sattelschleppern angekarrt wird. Dafür müssen die Schwinger nicht extra bezahlt werden, sie kriegen kein Startgeld, wie dies etwa bei Tennisspielern oder Leichtathletinnen der Fall ist.
Friedli sagt, dass die Schwinger sogar ein sogenanntes Haftgeld bezahlen müssen. Der Betrag sei nicht hoch und eher traditionell geschuldet, er beinhalte den Prämienanteil der Unfallversicherung. Die Preise, die sich die Schwinger je nach Platzierung aussuchen können, werden durch Gaben finanziert. Im Gabentempel warten Werte von fast 150'000 Franken.
Defizit verhindern
Vor vier Jahren schloss das Eidgenössische Schwingfest in Pratteln mit einem Minus von fast vier Millionen Franken ab. Zu einem Defizit sollte es in Oberdiessbach nicht kommen. «Wir haben so kalkuliert, dass wir auch bei Schlechtwetter eine schwarze Null erreichen sollten», sagt OK-Präsident Friedli. Die Ausgaben von rund 1.5 Millionen Franken werden über Eintritte, Festwirtschaft, Sponsoring und Gabenspenden gedeckt.
10'000 Besucher können kommen
In dem Fall ist also alles schon zwei Wochen vor dem grossen Fest bereit? «Wir sind im Plan», so Friedli. «Herausfordernd wird, dass wir während dem Fest den Zeitplan einhalten können. Schliesslich müssen 10'000 Besucherinnen und Besucher auf das Festgelände geleitet werden.»
Damit dies klappt, sind ein 19-köpfiges Organisationskomitee und 800 freiwillige Helfer im Einsatz. Mit dem Zug kann man bequem von Langnau, Thun, Burgdorf und Bern anreisen. Vom Bahnhof ist man in fünf Minuten zu Fuss auf dem Festgelände.
Freitag: Alpaufzug und Marschmusik
Bis die Schwinger am Sonntag ins Sägemehl treten, läuft das Fest schon seit zwei Tagen. Am Freitag steht eine spezielle Musikparade samt Alpaufzug auf dem Programm. Musikalisch aufspielen werden verschiedene Musikgesellschaften aus dem Amt Konolfingen. Ueli Friedli, selbst Mitglied bei der Brass Band Oberdiessbach, wird keine Zeit finden, selbst zu musizieren.
Zum Programm am Freitag sagt er: «Das ist eine Marschmusikparade, an der sich die Musikvereine akustisch und visuell präsentieren.» Erst spielen alle Musikgesellschaften einen Marsch, danach findet ein Alpaufzug statt. Die geschmückten Kühe werden durchs Dorf und am Schwingplatz vorbei geführt. Am Abend geht es im Festzelt weiter mit einer musikalischen Gesamtaufführung bis spät in die Nacht.
Samstag: Die Talente von morgen schwingen
Am Samstag messen sich um die 400 Jungschwinger. Wer keine Tickets fürs Schwingfest mehr ergattern konnte, kann hier für einen Fünfliber den Schwingern von morgen zuschauen. Am Nachwuchsschwingertag geht alles eine Nummer ruhiger zu und her. Man hat Platz und kann sich aufs Schwingen konzentrieren. Für Friedli bildet der Samstag ein weiterer Höhepunkt: «Da sieht man bereits die künftigen Perlen schwingen.»
Samstagabend: Grosse Party
Am Samstagabend geht es Schlag auf Schlag. Das Abendprogramm wird von den Lokalmatadoren eingeläutet: Die Schwyzerörgelifamilie Lüthi vom Hubehof oberhalb Oberdiessbach eröffnet den Abend. Danach findet das Amtsjodlertreffen mit 17 Jodlerklubs aus der Region statt.
Als wäre das nicht schon genug, treten am Abend die Stars der Ländler- und Volksmusik auf: Die Rusch-Büeblä, eine «sehr erfolgreiche Innerschweizer Formation», die einschlägt und schon das Hallenstadion gefüllt hat.
Sonntag: 14 Eidgenossen treten an
Am Sonntag heisst es dann Vorhang auf für die Schwinger. 216 Schwinger haben sich angemeldet, zu den Namen will Friedli nicht viel sagen, aber: «Die Schlussgangteilnehmer vom letzten Emmentalischen sind dabei: Michael Moser und Adrian Walther.» Das Schwingfest nicht eingeplant hat hingegen Fabian Staudenmann.
Auch ohne ihn werden die stärksten Berner Schwinger um den Muni schwingen. «Wir rechnen mit 12 bis 14 Eidgenossen», so Friedli. Für die drei Festtage in Oberdiessbach steht also alles bereit: Musik, Folklore und breite Schultern im Sägemehl, einzig das Wetter könnte zum Spielverderber werden.
Letzte Tickets zu gewinnen
Sämtliche Plätze fürs Emmentalische Schwingfest in Oberdiessbach sind bereits ausverkauft. BERN-OST verlost zwei mal zwei Tickets (Tribünenplätze plus Mittagessen) im Wert von 340 Franken für den Sonntag. Wie kommt man zu diesen Tickets? Das erfahrt ihr am Dienstagmittag bei uns.
Die allerletzten 1500 Tickets werden am Sonntagmorgen ab sechs Uhr in der Früh an der Tageskasse verkauft.
Emmentalisches Schwingfest Oberdiessbach
30. April bis 3. Mai 2026
Donnerstag:
16:00 Uhr Fyrabe Bier, Barzelt, Festbetrieb mit Örgeligiele
Freitag:
16:00 Uhr Eröffnung Gabentempel, Bierschwemme, Bar
18:30 Uhr Marschmusikparade Musikverband Amt Konolfingen plus Alpaufzug
Spielen werden: Brass Band Oberdiessbach, MG Bleiken, Wichtrach, Linden, Oppligen, Heimeschwand, Konolfingen, Linden Drummers, Majoretten Münsingen
19:15 Uhr Alpaufzug
20:30 Uhr Marschmusik Gesamtaufführung im Festzelt
Danach Unterhaltung Festzelt, Barbetrieb, DJ
Preise: Freitagabend Eintritt gratis (Strecke und Festzelt)
Samstag:
07:30 Uhr Nachwuchsschwingertag (Eintritt 5 Franken)
19:30 Uhr Schwyzerörgeli Familie Lüthi vom Hubehof (Eintritt 10 Franken)
20:00 Uhr Amtsjodlertreffen mit 17 Jodklerklubs
Unterhaltung mit den Rusch-Büeblä
Sonntag:
06:00 Uhr Eröffnung Festgelände
08:00 Uhr Anschwingen
17:00 Uhr Schlussgang
Hier gehts zur Bildergalerie des Aufbaus des Emmentalischen Schwingfests in Oberdiessbach