Ohne Sanierung drohen Fäulnis und Schimmel
Am Gemeindehaus Biglen sind Feuchtigkeitsschäden festgestellt worden. Betroffen sind vor allem Teile der Süd- und Westfassade. Die Sanierung kostet voraussichtlich 240'000 Franken. Ohne Massnahmen könnten weitere Schäden entstehen.
Bei Arbeiten am Gewölbekeller, in der Umgebung sowie nach Wasserleitungsbrüchen wurde festgestellt, dass viel Feuchtigkeit vorhanden ist. Daraufhin untersuchten Fachleute das denkmalgeschützte Gebäude und führten verschiedene Proben und Analysen durch.
Frühere Baustoffe erweisen sich als ungünstig
Die Untersuchungen zeigten laut Gemeinde, dass die in den vergangenen Jahrzehnten verwendeten Baustoffe dem Gebäude und einer langen Lebensdauer nicht dienen. Bei den Umbauarbeiten 1987 und 1988 waren stark wasserdampfdichte Baustoffe verwendet worden. Auch bei der Fassadensanierung 2016 kamen Materialien mit wasserabdichtenden Eigenschaften zum Einsatz. Die Gemeinde betont, dass es sich nicht um eine handwerkliche Fehlleistung oder Fehlplanung handelt. Schäden durch Feuchtigkeit würden nach Sanierungen oder Renovationen teilweise erst Jahre oder Jahrzehnte später sichtbar.
Wasser steigt im Mauerwerk hoch
Das Sockelmauerwerk an der Süd- und Westfassade sei permanent stark durchfeuchtet. Durch sogenannte Kapillarkräfte steigt Wasser im Mauerwerk hoch und gelangt bis in die Fachwerkflächen im Erdgeschoss. Feuchte Holzteile verformen sich. Dadurch entstehen unter anderem Risse und Putz kann sich ablösen. Botschaft-fakultatives-Referend.
Laut Gemeinde besteht Handlungsbedarf. Werden in den kommenden ein bis zwei Jahren keine Massnahmen umgesetzt, sei mit Holzfäulnis am Fachwerk zu rechnen. Die Botschaft nennt als weitere mögliche Folgen eine instabile Baustatik, Dämmverlust durch nasse Dämmung, weitere Putzablösungen und Schimmelbefall in den Innenwandecken.
Süd- und Westfassade werden saniert
Die Untersuchungen ergaben Sanierungsbedarf an Holz und Mauerwerk der West- und Südfassade. Betroffen sind vor allem das Erd- und Untergeschoss. Auf der Westseite soll die Fassade bis oberhalb des Erdgeschosses saniert werden. Auf der Südseite ist die Sanierung ebenfalls bis oberhalb des Erdgeschosses vorgesehen, allerdings nur bis zum Treppenabgang bei der Tagesschule.
Als erster Schritt sollen auf der Süd- und Westseite Pflastersteine und Sockel freigelegt sowie die Farbe entfernt werden. Dadurch kann die Fassade austrocknen. An der Nordseite wurden keine sichtbaren Schäden oder erhöhten Feuchtigkeitswerte festgestellt. Auch auf der Ostseite sieht die Gemeinde keinen Handlungsbedarf.
240'000 Franken für die Arbeiten
Die Kosten werden auf 240'000 Franken veranschlagt. Darin enthalten sind unter anderem Baumeister-, Holzbau-, Verputz- und Malerarbeiten sowie Honorare für Architektur, Bauleitung und Bauphysik. Die Gemeinde rechnet mit Beiträgen der kantonalen Denkmalpflege. Versicherungsleistungen gibt es keine, weil die Schäden nicht auf ein plötzliches Ereignis zurückzuführen sind.
Die Arbeiten sind für 2028 vorgesehen. Vorbereitungsarbeiten sollen nach Möglichkeit bereits im Winter 2026 beginnen. So bleibt genügend Zeit, damit die betroffenen Fassadenteile austrocknen können.
Kredit untersteht dem Referendum
Der Gemeinderat genehmigte die Vorlage am 17. September. Der Verpflichtungskredit über 240'000 Franken untersteht dem fakultativen Referendum. Mindestens fünf Prozent der Stimmberechtigten können gegen den Beschluss das Referendum ergreifen.
So sind auch die heikleren Stellen sauber als Feststellungen der Untersuchungen beziehungsweise Aussagen der Gemeinde gekennzeichnet. Besonders wichtig finde ich den Satz, dass keine Fehlplanung oder handwerkliche Fehlleistung vorliegt.