Ohne Schutzglas, dafür mit einer Vernebelungsanlage
Freundliche Schalterhalle, Schalter ohne Sicherheitsglas und mehr automatisierte Angebote für Privat- und Geschäftskundschaft: Die neue Postfiliale Worb präsentierte sich dem Publikum. Nicht vorgestellt wurde die neue Sicherheitseinrichtung: Die Vernebelungsanlage sei sicherheitsrelevant, ihre Funktionsweise verrät Post-Sprecher Eric Send deshalb nicht.
Lebhafter Betrieb am Montagmorgen in der Postfiliale Worb: In den letzten Monaten hatte diese ein umfassendes Facelifting erhalten, das nicht mehr ganz taufrische Gebäude wurde komplett saniert und erhielt auf dem Flachdach eine Photovoltaikanlage. Vor allem aber wurde die Schalterhalle aus dem Obergeschoss nach unten gezügelt und völlig neu gestaltet. Am Montag wurde die aufgefrischte Filiale feierlich eröffnet, und viele freuten sich, dass sie ihren Betrieb aufgenommen hat.
Nur zwei, dafür freistehende Schalter
Ein Blick hinein zeigt: Der moderne Schalterraum wirkt einladend mit dem Holzdesign und offen dank der beiden Schalter, die nicht mehr hinter Glas versteckt sind, sondern frei zugänglich. Anders als in der alten Filiale sind es zwar nur noch zwei statt drei Schalter. Längere Wartezeiten, verspricht Livia Zürcher, Leiterin Postteam Bantiger, seien aber nicht zu erwarten – im Gegenteil: «Dank der Möglichkeit, Pakete selbst aufzugeben, und dank einem Automaten, bei dem rund um die Uhr Pakete oder Einschreiben aufgegeben oder abgeholt werden können, werden die Wartezeiten sogar eher kürzer.»
Grosses Angebot für Geschäftskundschaft …
Auch das Angebot für die Geschäftskund:innen, versichert Livia Zürcher, bleibe bestehen. Die Geschäftskundenstelle sei zwar neu unbedient, aber: «Ein separater Eingang bietet den Geschäftskundinnen und -kunden die Möglichkeit, ihre Sendungsaufgaben auch ausserhalb der Filialöffnungszeiten zu tätigen.» Die Erfahrung habe gezeigt: «Dieses Modell wird von der Geschäftskundschaft sehr begrüsst.»
… und neue Selbstbedienungsmöglichkeiten samt Postomat
Personelle Veränderungen haben diese Neuerungen offenbar nicht zur Folge: «Die Postfilialen werden heute von Teams geführt, die nicht nur in einer Filiale tätig sind», erklärte Post-Sprecher Eric Send schon im Vorfeld. «Das erhöht die Flexibilität in der Einsatzplanung und macht die Arbeit erst noch abwechslungsreicher.» Insgesamt, fasst er zusammen, werde trotz weniger Schalter «der Kundenservice in der Filiale Worb dank der Selbstbedienungsmöglichkeiten ausgebaut». Auch ein Postomat wird wieder zur Verfügung stehen – dieser wird allerdings erst in der Woche nach der Eröffnung eingebaut.
Die neue Nebelschutzanlage
Das Spannendste an der neuen Filiale ist allerdings für die Kundschaft nicht sichtbar: Es ist die neue Sicherheitseinrichtung – eine Vernebelungsanlage, die gemäss einer Mitteilung der Post statt der bisherigen Verglasungen eingerichtet wurde. Wir wollten von Eric Send genau wissen, wie diese funktioniert, wie der Nebel allfällige Diebe stoppen würde und ob es vielleicht gar einen Testlauf gebe, den wir mitverfolgen könnten?
Details werden nicht verraten
Hier aber gibt sich die Post bedeckt: «Dabei handelt es sich um sicherheitsrelevante Einrichtungen», lautet Sends Antwort. «Vernebelungsanlagen kommen an verschiedenen Standorten der Post in der ganzen Schweiz zum Einsatz, und zwar bereits seit einigen Jahren.» Die Anlage füllt die Schalterhalle im Fall eines Einbruchs blitzschnell mit einem blickdichten Nebel, zugleich wird ein Alarm ausgelöst. Das Wichtigste: «Der Nebel ist sowohl für Menschen als auch für Tiere völlig ungefährlich und löst sich nachher rasch wieder auf.»
Einen Sattel fixfertig verpacken lassen
An der Aussenseite wurden vor allem die Fächer, in denen Pakete abgeholt oder aufgegeben werden können, ergänzt: «Diese können quasi als Schliess- und Aufbewahrungsfächer genutzt werden», erklärte Jana Brefin, stellvertretende Leiterin Gebiet PostNetz. Auch ein neuer Paketservice bietet mehr Komfort: «Neu kann man quasi einen unverpackten Sattel mitbringen und diesen am Schalter fixfertig verpacken und verschicken lassen.»
Keine Treppe und neue Mieterschaft
Die Treppe, die bisher von der Höhe RBS-Station zum Posteingang im oberen Geschoss führte, wird nicht neu gebaut. Stattdessen wird das Bord bepflanzt. Und was mit dem oberen Stockwerk geschieht, sei noch nicht geklärt: Die Post, der das ganze Gebäude gehört, sucht gegenwärtig noch nach neuen Mietparteien.
Das sind die Poststellen in der Region
Damit hat nach Münsingen jetzt auch Worb eine topmoderne Postfiliale erhalten. Wir wollten wissen, wo in der Region überhaupt noch Filialen bestehen? Die Post habe den Auftrag zur Grundversorgung, erklärt Eric Send. «Das bedeutet, dass 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Minuten einen Zugangspunkt erreichen können muss.» Die Grundversorgung umfasse schweizweit rund 5'000 Zugangspunkte wie Filialen, Automaten oder den Hausservice: «Mancherorts übernimmt der ‘Pösteler’ diese Aufgabe.» Wir zeigen, wie das aktuell in der Region aussieht.
Von den 28 Gemeinden der Region Bern-Ost haben also 17 Gemeinden eine bediente Filiale – entweder als eigenbetriebene Filiale oder in Partnerschaft.