Platz vier ist Marcel Steiner nicht genug
Der Oberdiessbacher Marcel Steiner hat beim Bergrennen von Ayent nach Anzère den vierten Platz erreicht. Was nach einem guten Resultat klingt, genügt den Ansprüchen des sechsfachen Schweizer Bergmeisters noch nicht. Mit seinem Rennwagen macht er aber Fortschritte.
Vier Wochen lagen zwischen den Bergrennen in Reitnau und Anzère. Die Pause nutzten Marcel Steiner und sein Team, um am Nova Proto/Helftec-Honda weiterzuarbeiten. Noch konnten nicht alle Ideen umgesetzt werden. Trotzdem stellte Steiner nach dem Rennwochenende im Wallis fest: «Wir machen weiter Fortschritte.»
Die Strecke von Ayent nach Anzère mit ihren schnellen Passagen zeigte allerdings auch, wo es noch hapert. Im ersten Training fuhr Steiner mit 1:28.454 Minuten auf den dritten Zwischenrang. Im zweiten Training verbesserte er sich auf 1:27.632, fiel damit aber auf Rang vier zurück. Ein dritter Trainingslauf wurde abgesagt.
Regen macht es nicht einfacher
Am Sonntag kamen zum noch nicht ganz gefundenen Vertrauen ins Auto schwierige äussere Bedingungen hinzu. In der Nacht hatte Regen eingesetzt. Auf nasser Strecke ging Steiner den ersten Wertungslauf vorsichtig an. Mit 1:45.476 Minuten lag er zunächst nur auf Rang sechs.
Mehrere Unfälle und dichter Nebel sorgten danach für Unterbrüche. Während es im Fahrerlager weiterhin nieselte, trockneten andere Teile der Strecke bereits ab. Den zweiten Lauf konnten die Fahrer schliesslich wieder mit Slicks auf trockener Fahrbahn bestreiten.
Steiner verbesserte sich deutlich auf 1:26.573 Minuten und erzielte damit die viertschnellste Laufzeit. Auf die Spitze fehlten ihm allerdings rund zweieinhalb Sekunden.
Das Vertrauen fehlt noch
Im dritten und letzten Lauf setzte Steiner neue Reifen ein. Mit 1:25.755 Minuten war er nochmals schneller und sicherte sich damit den vierten Platz im Tagesklassement.
Zufrieden war er damit nicht. Die Auswertung der Daten bestätige zwar, dass in verschiedenen Bereichen Fortschritte gelungen seien. In den schnellen Passagen verliere er aber weiterhin Zeit. Der Grund liegt nach Steiners Einschätzung nicht nur beim Auto: Ihm fehle dort noch das nötige Vertrauen. «Unsere Ansprüche liegen höher», lautet deshalb sein Fazit nach Rang vier.
Lange Zeit zum Weiterarbeiten bleibt nicht. Bereits an diesem Wochenende vom 8. und 9. August startet Steiner beim Bergrennen in Osnabrück.
Wer ist Marcel Steiner?
Marcel Steiner aus Oberdiessbach gehört seit vielen Jahren zur Schweizer Spitze im Bergrennsport. Der 51-Jährige fährt seit 1991 Autorennen und ist sechsfacher Schweizer Bergmeister.
Eine besondere Bedeutung hat für ihn das Gurnigelrennen, sein Heimrennen. 2023 gewann Steiner dort zum sechsten Mal und stellte mit 1:39.420 Minuten einen neuen Streckenrekord auf.
Der Motorsport ist bei Steiner auch Familiensache. Sein Vater Heinz Steiner ist ebenfalls seit Jahrzehnten im Rennsport aktiv. 2015 übernahm Marcel Steiner die von seinem Vater aufgebaute Garage in Oberdiessbach. Der gelernte Maschinen- und Automechaniker führt den Betrieb in zweiter Generation.
Seit 2025 fährt Steiner einen Nova Proto NP01 mit Helftec-Honda-Motor. Nach einer schwierigen Saison 2024 bedeutete der Fahrzeugwechsel für ihn einen Neustart.