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Rote Chips aus Vechigen: Mit Innovation und Geduld zum Erfolg

Michael Hodel aus Vechigen produziert die roten Kartoffeln für die neuen Hofladenchips im Sortiment von Zweifel. Damit erreichte er ein lang ersehntes Ziel.

Michael Hodel staunte nicht schlecht, als er die neuen Hofladenchips von Zweifel im Regal eines Supermarkts entdeckte. Es erfüllte ihn mit Stolz. Denn oben rechts auf der Packung gibt der Hersteller die Herkunft der für die Chips benutzten Kartoffeln an, und dort steht der Name seines Vaters Peter Hodel. Da er den Hof mittlerweile übernommen hat, sollte dort eigentlich Michaels Name stehen. Das stört ihn aber wenig. Schliesslich hat die ganze Chips-Geschichte mit seinem Vater angefangen.

 

Vor ungefähr 25 Jahren begann Peter Hodel mit blauen Kartoffeln zu experimentieren.  Kurze Zeit kam es zu einer Zusammenarbeit mit Bina in Bischofszell. Zusammen mit Niklaus Wahlen vom benachbarten Bauernweiler Nesselbank und zwei anderen Betrieben lieferte er blaue Kartoffeln für Chips.  Vor zehn Jahren stieg Sohn Michael mit ein, und die Idee mit den speziellen Chips liess die beiden nicht mehr los. Zum ersten Mal pflanzten sie importierte, rote Kartoffeln an. Doch es war immer noch ein weiter Weg bis zu den Hofladenchips...

 

Was lange währt ...

"Wir haben sehr viel ausprobiert! Und es war auch ein Risiko", sagt Michael Hodel. 2012 kam ein Produktentwickler von Zweifel in Vechigen zu Besuch. Michael Hodel und sein Vater tischten ihm verschidenste Sorten Kartoffeln und anderes Gemüse als selbst fritierte Chips auf. Die roten Kartoffelchips fanden Anklang und wurden bei Zweifel in einer weiteren Phase getestet. Doch dann kam die Absage.

 

Michael Hodel liess sich nicht beirren, glaubte an die Idee der roten Chips und machte weiter. Immer wieder wechselte er die Sorte, und machte kleine eigene Experimente. Im letzten Jahr pflanzte der Jungbauer zum ersten Mal eine grössere Menge rote Kartoffeln an. Auf einer Hektare baute er die niederländische Sorte Mulberry Beauty an. Genau wie seine restlichen Kartoffeln verkaufte er sie an die Agrargenossenschaft Fenaco. Was von dort aus mit dem Produkt passiert, war nicht mehr in seiner Hand.

 

... wird endlich gut

So stellte sich erst später heraus, dass Zweifel am Ball geblieben ist. Michael  Hodel erfuhr von seinen Chips, als sie schon im Laden zum Verkauf standen. "Das war natürlich eine freudige Überraschung. Das schöne bei diesen Chips ist, dass der Name des Produzenten drauf steht, und da war ich schon stolz", sagt Michael Hodel. Klar, dass er sich gleich eine Packung der mit Alpenbasilikum gewürzten Chips gekauft hat. Der Bauer ist zufrieden mit dem Resultat: "Sie sind wirklich super fein."

 

So hat sich der ganze Aufwand und die investierte Zeit doch gelohnt. Jetzt ist klar, dass es auch nächstes Jahr die roten Hofladenchips wieder geben wird. Zusammen mit Helene Wahlen, die mittlerweile ebenfalls den Hof ihres Vaters übernommen hat, pflanzt er heuer wieder rote Kartoffeln an. Neben den Vechigern werden noch weitere Betriebe die Kartoffeln für die Chips liefern. Diese profitieren somit von Hodels jahrelanger Vorarbeit. Michael Hodel nimmt es gelassen: "Wegen uns gibt es diese Chips. Dieses Wissen ist mir wichtiger."

 

[i] Mehr Infos zum Vechiger Bauernhof auf hodelvechigen.ch


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 15.04.2019
Geändert: 15.04.2019
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