«Ich habe einfach Vollgas gegeben»
Am Tag nach der Wahl liefern wir einen Überblick: Wir stellen die drei neuen Frauen im Grossrat vor und zeigen wie in den Gemeinden gewählt wurde.
Die drei neuen Frauen im Grossrat
Leana Waber (SVP, Kiesen)
Leana Waber (29) ist die Tochter von Gemeindepräsident von Kiesen Ernst Waber. Sie ist auf dem elterlichen Bauernhof in Kiesen aufgewachsen, ist ausgebildete Agronomin und arbeitet beim Berner Bauernverband als Mitglied der Geschäftsführung sowie auf dem elterlichen Hof.
Zur Wahl in den Grossrat sagt sie gegenüber BERN-OST: «Die Überraschung war riesig und freut mich sehr! Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Dass wir diesen Sitz gewinnen konnten, war eine super Teamleistung.» Dass sie am meisten Stimmen in der Region holte, dazu sagt Waber: «Ich habe einfach von Anfang an Vollgas gegeben und war sehr aktiv im Wahlkampf.»
Christa Krähenbühl (SVP, Oberhünigen)
Christa Krähenbühl (43) ist im Stalden bei Konolfingen aufgewachsen. Sie hat Floristin gelernt und lebt seit bald 24 Jahren mit ihrer Familie in Oberhünigen, wo sie mit ihrem Mann den Grunderhof betreibt.
Krähenbühl war schon bei den letzten Wahlen angefragt worden, damals kam es für sie nicht in Frage. Jetzt hiess es: «Es wäre gut we’d würdsch.» Krähenbühl ist seit sechs Jahren Mitglied des Gemeinderats, Anfang Jahr übernahm sie das Gemeindepräsidium von Oberhünigen. Neu ist sie jetzt auch Grossrätin.
Maja Neuenschwander (GLP, Rubigen)
Maja Neuenschwander (45), arbeitet bei Swiss Olympic, hat zwei Kinder, und betreut als Gemeinderätin von Rubigen die Finanzen. Im BERN-OST Interview sagte sie: «Schon mein Vater war Gemeinderat und Gemeindepräsident von Rubigen, später Grossrat. Politik war zu Hause daher immer präsent.»
Am liebsten singt sie «We are the Champions». Im Grossrat will sie sich für die Gesundheitsversorgung, Klimaschutz und Bildung einsetzen.
Gewählte Grossrätinnen und Grossräte
Wahlkreis Mittelland-Nord
Sibylle Plüss-Zürcher (FDP, Boll, bisher) 6554 Stimmen
Wahlkreis Mittelland-Süd
Leana Waber (SVP, Kiesen, neu), 11'148 Stimmen
Karin Berger-Sturm (SP, Grosshöchstetten, bisher), 10'647 Stimmen
Christa Krähenbühl (SVP, Oberhünigen, neu) 10'400 Stimmen
Toni Brunner (SVP, Landiswil, bisher) 10'270 Stimmen
Bruno Riem (FDP, Wichtrach, bisher) 4'780 Stimmen
Daniel André Wildhaber (SP, Rubigen, bisher) 4596 Stimmen
Katharina Baumann (EDU, Münsingen, bisher) 4277 Stimmen
Simon Buri (GLP, Konolfingen, bisher) 3915 Stimmen
Maja Neuenschwander (GLP, Rubigen, neu) 3481 Stimmen
So wurde in der Region gewählt - SVP obenaus
Die Auswertung über die gesamte Region Bern-Ost der Wahlkreise Mittelland Nord und Süd zeigt, welche Parteien zugelegt haben und wer Wahlanteile verloren hat. Die Tabelle zeigt, die Werte aller 27 Bern-Ost-Gemeinden und den Vergleich zur Wahl vor vier Jahren.
Die SVP hat ihren Anteil um 4.8 Prozent weiter erhöht und geht als klare Wahlsiegerin der Region Bern-Ost hervor. Zulegen konnten auch die EDU (+ 1.0 Prozent) und die SP (+ 0.7 Prozent) sowie Tier im Fokus und die Piraten.
Die grossen Verlierer sind die Grünen (- 2.4 Prozent), dahinter Die Mitte (- 1.3 Prozent), Aufrecht, GLP, FDP und EVP.
Höchste Wähleranteile: SVP am stärksten in Landiswil
Die absolute SVP Hochburg in der Region Bern-Ost ist Landiswil, dort wählten 75.5 Prozent SVP. Als einzige Gemeinde wählte Worb die SP als stärkste Partei.
Die SP hat in Worb auch den höchsten Wähleranteil der Region mit 21.7 Prozent. Am meisten wurde die FDP-Liste in Stettlen eingeworfen, die FDP kommt dort auf 19.9 Prozent.
In Herbligen hat die EDU die höchste Zustimmung mit 19.1 Prozent erreicht. Den höchsten EVP-Wähleranteil hat Freimettigen mit 16.5 Prozent.
In Münsingen holen Grüne und GLP die meisten Stimmen in der Region. Die Grünen kommen in Münsingen auf 16.1, die GLP auf 15.6 Prozent.
Die Mitte ist nirgends in der Region so stark wie in Rubigen, dort holt die Mitte 12.4 Prozent. Aufrecht erhielt die höchste Zustimmung in Freimettigen mit 4.0 Prozent.
Die detaillierten Wahlergebnisse aus den Gemeinden der Region Bern-Ost finden Sie hier.
Wahlbeteiligung – tief in Walkringen
Die höchste Wahlbeteiligung hatte Allmendingen mit 42.8 Prozent, am tiefsten war die Wahlbeteiligung in Walkringen mit 30.7 Prozent. Durchschnittlich lag die Wahlbeteiligung in der Region Bern-Ost bei 36 Prozent.