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Schinzenacher Rubigen: Eine Wohnbausiedlung für Jung und Alt

Die Gemeinde Rubigen hat entschieden: Bauträgerin für das Grundstück Schinzenacher beim Bahnhof wird die Baugenossenschaft Aare Bern. Sie wird das Projekt mit dem Architekturbüro Ramseier & Stucki Architekten AG realisieren. Es sei zeitgemäss und bedeute «eine Richtungsänderung, weg von den Rubigen eher prägenden Einfamilienhäusern», sagt die zuständige Gemeinderätin Maja Neuenschwander.

So oder ähnlich könnte die Wohnüberbauung Schinzenacher einmal aussehen. (Foto und Visualisierung: 123architekten gmbh)
Dieser Teil wird neu überbaut. (Foto: 123architekten gmbh)
Die neuen Häuser und die bestehenden Gebäude sollen eine neue Einheit bilden. (Foto: 123architekten gmbh)
Visualisierungsvorschlag (Foto: 123architekten gmbh)
Auch so wäre es vorstellbar. (Foto: 123architekten gmbh)

Vor einem knappen Jahr hat die Gemeindeversammlung Rubigen die Abgabebedingungen für den Schinzenacher bewilligt, jetzt ist entschieden, wer Projektpartnerin wird: Die Baugenossenschaft Aare Bern wird das Projekt gemeinsam mit dem Architekturbüro Ramseier & Stucki Architekten AG realisieren.

 

Zukunftsweisende Vision der Gemeinde

In ihrer Vision hat die Gemeinde für die Überbauung zahlreiche Punkte aufgelistet: «Ein lebendiges Generationenwohnen mit einer tragfähigen Nachbarschaft» ist gewünscht, «zeitgenössische und attraktive Wohnungen mit einfachem Standard». Eine gemeinnützige Bauträgerin soll ihre Wohnungen in Kostenmiete abgeben «und so langfristig preisgünstige Mieten in Rubigen ermöglichen».

 

Ausserdem soll die Siedlung autoarm sein, da sie sehr nah beim Bahnhof liegt. Die künftige Bewohnerschaft soll Siedlungsleben und Gemeinschaftsflächen mitgestalten können, und im Aussenraum wird eine hohe Biodiversität angestrebt. Und zu guter Letzt sollen auch die bestehenden Wohn- und Gewerbebauten in die neue Siedlung mit einbezogen werden.

 

Preisgünstige, barrierefreie Mietwohnungen

Der Gemeinderat von Rubigen habe sich zum Ziel gesetzt, «marktergänzend auf eigenem Boden jenen Wohnungsbau zu fördern, der bis anhin in der Gemeinde fehlt», teilt die Gemeinde mit. Konkret gehe es um «preisgünstige, attraktive und barrierefreie Mietwohnungen für verschiedenste Familienformen, junge und ältere Paare oder Einzelpersonen».

 

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision hat die Gemeinde deshalb alle ihre Entwicklungsflächen evaluiert und Siedlungserweiterungen und Innenentwicklung untersucht. Der Schinzenacher, so lautete das Fazit, sei ein Areal, das diesen Anliegen entspreche.

 

Ausgewogener Wohnungsmix, anpassbar und flexibel

Fünf gemeinnützige Wohnbauträger nahmen am Konzeptvergabeverfahren teil, zwei wurden zur Präsentation eingeladen, eine wurde einstimmig als Siegerin auserkoren: die Baugenossenschaft Aare Bern, kurz BG Aare. «Vorgeschlagen wird ein Generationenwohnen, das sich durch einen austarierten Wohnungsmix auszeichnet, der auf ‘urbane Experimente’ verzichtet, hingegen räumlich und betrieblich auf Veränderungen reagieren und eine angemessene, langfristige Belegung ermöglichen kann», heisst es im Jurybericht.

 

Genossenschaftswohnen statt Einfamilienhäusern

«Dieser genossenschaftliche Ansatz kann durchaus zukunftsweisend werden», kommentiert die zuständige Gemeinderätin Maja Neuenschwander auf Anfrage: Die Gemeinde sei bisher eher für ihre Einfamilienhaussiedlungen bekannt. «Das Projekt ist deshalb sehr zeitgemäss weitergedacht und bedeutet einen Schritt auf neue Wege.»

 

Auch die Form einer Unternehmensgenossenschaft sei eine Chance für all jene, die gerne genossenschaftlich partizipieren möchten, aber nicht das Geld haben, sich in eine Genossenschaft einzukaufen.

 

Ein Zuhause für verschiedene Generationen

Die gemeinnützige Baugenossenschaft Aare Bern, kurz BG Aare, wird von regionalen Betrieben aus dem Baugewerbe und der Stadt Bern getragen. Sie arbeite bei ihren Projekten «an Lösungsansätzen für zukunftsfähiges Wohnen und an mehr Partizipationsmöglichkeiten für ihre Mieter:innen», schreibt die Gemeinde. Und: «Im Schinzenacher möchte die BG Aare für Rubiger:innen und solchen, die es werden wollen ein Zuhause für verschiedene Generationen schaffen.»

 

Bezug im Jahr 2028: «Sportlich, aber realistisch»

In einem partizipativen Verfahren werden nun das Projekt und die Überbauungsordnung Schinzenacher erarbeitet. Die Überbauungsordnung wird anschliessend öffentlich aufgelegt und durch den Gemeinderat beschlossen sowie vom Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt. «Ziel ist es, dass im Jahr 2028 die ersten Bewohner und Bewohnerinnen ihr neues Zuhause beziehen können», heisst es von Gemeindeseite.

 

Der Zeitplan sei sportlich, aber realistisch, findet Gemeinderätin Maja Neuenschwander. Sie ist gespannt, wie die definitiven Pläne aussehen werden. «Erste Visualisierungen zur Überbauung sind in der Machbarkeitsstudie ersichtlich – wie es dann aber wirklich aussieht, erfahren wir in der nächsten Planungsphase.»

 

[i] Weitere Informationen finden Sie hier.


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 11.05.2024
Geändert: 11.05.2024
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