«Schon früh war ich von den Sternen fasziniert»
Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen Sitz im Grossen Rat. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute Nicola Ramseyer von den Jungen Grünliberalen aus Rubigen.
Name: Nicola Ramseyer
Alter: 22
Wohnort: Rubigen
Beruf: Energiewissenschaftler
Arbeitgeber: EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne)
Familienstand/Kinder: Ledig
Bisherige politische Ämter: Präsident GLP Rubigen
Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Astrophysiker. Schon früh war ich von den Sternen fasziniert und wollte alles über unser Universum wissen. Heute verfolge ich eine wissenschaftliche Laufbahn in den Bereichen Energie und Cybersicherheit.
Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?
In der Schulzeit war Geopolitik oft ein Gesprächsthema in meiner Freundesgruppe. Eine bleibende Erinnerung war der US-Wahltag 2016, als mein Geschichtslehrer mit Tränen in den Augen die Stimmauszählung verfolgte. Durch meine Mutter, die in Rubigen Gemeinderätin war, begann ich mich auch für die Lokalpolitik zu interessieren.
Warum sind Sie bei den Jungen Grünliberalen gelandet?
Vor allem wegen der Menschen. Bei einer Mitgliederversammlung der jglp Schweiz habe ich erstmals «reingeschnuppert». Die offenen Diskussionen und der spürbare Wille anzupacken haben mich überzeugt. Als in Rubigen später eine GLP Ortsgruppe gegründet wurde, war für mich klar, dass ich mich aktiv engagieren möchte.
Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?
Pragmatisch, konstruktiv und humorvoll. Für mich ist Politik eine Möglichkeit, die Entwicklung unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten und neue Impulse zu setzen. Gerade in der Zusammenarbeit mit anderen halte ich eine positive Einstellung und eine Portion Humor für entscheidend, um tragfähige Lösungen zu finden.
In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?
Beim Einsatz von Digitalisierung und modernen Technologien. Wir leben in einer spannenden Zeit und haben die Chance eine lebenswerte Zukunft aufzubauen. Entscheidend ist dabei, dass dieser Wandel gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung erfolgt und dort ansetzt, wo Menschen konkret profitieren und im Alltag entlastet werden.
Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?
Ja. Der Zweck einer Rüstungsindustrie ist es, die Selbstverteidigung zu ermöglichen – sowohl die eigene als auch jene von Staaten, die völkerrechtswidrig angegriffen werden.
Wie stehen sie zu Tempo 30 innerorts?
Die Entscheidungskompetenz darüber soll bei den Gemeinden liegen. Ich persönlich befürworte es, weil es zu einem gemütlicheren Dorfleben und weniger Nahtoderfahrungen führt.
Was können Sie, dass niemand von Ihnen denken würde?
Die Nationalhymne auf italienisch singen. In der Unteroffiziersschule hatten wir den einzigen Tessiner des Waffenplatzes im Zug, weshalb wir sie alle zusammen gelernt haben.
Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?
Während Familienferien in Costa Rica mussten wir einen reissenden Fluss mit einer nicht ganz SUVA-konformen Seilrutsche überqueren, weil Regen die Durchfahrt mit dem Auto verhinderte. Wie unser Gepäck heil ankam, ist mir bis heute ein Rätsel.
Welches Lied können Sie auswendig?
«Griechischer Wein» von Udo Jürgens – sehr zum Leidwesen meiner Familie.