Münsinger Finanzen

Schulden könnten sich fast verdoppeln – wie reagiert das Parlament?

Die Steuern sollen in Münsingen nächstes Jahr nicht erhöht werden. Aber es kommen grosse Investitionen auf die Gemeinde zu. Eine Arbeitsgruppe soll schauen, wie neue Schulden reduziert werden können.

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Die alte Moschti wurde abgerissen, an deren Stelle wird das neue Gemeindehaus gebaut. (Foto: pg)

Von 45 Millionen auf fast 89 Millionen Franken: So könnten die verzinsten Schulden Münsingens bis 2031 steigen. Das zeigt der neue Finanzplan. Anfang November berät das Parlament darüber und entscheidet über das Budget fürs nächste Jahr.

 

Der Gemeinderat bezeichnet die Schuldenprognose als «eher pessimistisches Szenario». Mögliche Einnahmen aus der Mehrwertabschöpfung bei Grundstücken sind noch nicht eingerechnet, weil Höhe und Zeitpunkt unklar sind.

 

Investitionen haben Folgekosten

Münsingen plant unter anderem Ausgaben für das neue Gemeindehaus, Schulräume, die Badi und Strassensanierungen. Allein nächstes Jahr sind Nettoinvestitionen von rund 17,5 Millionen Franken vorgesehen.

Solche Ausgaben belasten die Gemeindekasse auch nach dem Bau. Für zusätzliche Schulden fallen Zinsen an. Zudem müssen die Baukosten über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Das lässt weniger Spielraum für andere Aufgaben.

Steuern sollen gleich bleiben

Für nächstes Jahr rechnet das Budget insgesamt mit einem Minus von 734'000 Franken. Die Steueranlage soll unverändert bleiben. Auch bei den Gebühren für Feuerwehr, Abfall und Abwasser sind keine Erhöhungen geplant.

 

Mehr Geld benötigt die Gemeinde unter anderem für den Gebäudeunterhalt und die Beiträge an die kantonalen Ausgleichssysteme für Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen. Gleichzeitig erwartet sie höhere Steuereinnahmen.

Wie Schulden reduzieren?

Eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Verwaltungsbereichen soll aufzeigen, wie sich die Defizite und die Neuverschuldung künftig senken lassen. Dazu werden auch mögliche Verkäufe von Vermögenswerten geprüft. Konkrete Objekte nennt die Vorlage nicht.

 

Bereits jetzt wurden Investitionen stärker priorisiert und einzelne Schulraumprojekte zeitlich verschoben. Der Finanzplan bewilligt die Bauvorhaben noch nicht. Die nötigen Kredite müssen separat beschlossen werden. An der Parlamentssitzunung am 3. November wird das Münsinger Parlament über den Finanzplan abstimmen. 


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 25.10.2026
Geändert: 25.10.2026
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