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Schule zuhause: Der Esstisch wird zum Klassenzimmer

Seit die Schulen wegen der aktuellen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus geschlossen sind, findet der Unterricht zuhause statt. Wie sieht der neue Alltag für Schüler und Eltern aus?

Lernen zuhause: "Bis jetzt geht es gut."(Bild: zvg)

"Wir probieren trotz allem feste Zeiten zu haben. Wir stehen etwa um sieben Uhr auf und 'zmörgele' zusammen", sagt Martina Moser aus Biglen. Sie und ihr Mann Patrick haben vier Kinder zwischen 14 und zweieinhalb Jahren. Die ältesten drei, Jael (14), Lorin (12) und Mariel (8) sind von den Schulschliessungen betroffen und lernen nun zuhause.

 

"Bei Frühstück überlegen sich die Kinder, was sie heute machen wollen", fährt Martina Moser fort. Ihre Kinder würden möglichst selbstständig arbeiten, sie könne die Lehrer nicht ersetzen, "aber wenn ich kann, beantworte ich ihre Fragen natürlich."

 

"Sie sind 'hennä dribi'"

Der Tag der Familie ist in zwei Lernblöcke, einer am Vor- und einer am Nachmittag, eingeteilt. "Um vier gehen wir meistens nach draussen, entweder spazieren oder Velo fahren", so Moser. Die Situation sei für sie schon eine Herausforderung und es sei nicht immer einfach allen Kindern gleichermassen gerecht zu werden, "aber i gibe mis Beste."

 

Oft würde die Familie am Esstisch lernen, besonders Mariel, sei sehr gerne unter Leuten. Auch Jael arbeite eher am Esstisch, Lorin arbeite hingegen auch gerne mal für sich, erzählt Moser. "Es klappt bis jetzt erstaunlich gut. Alle drei machen sehr selbstständig mit und sind 'hennä drbi' das macht die Situation natürlich auch viel einfacher."

 

Zuhause lernen hat auch Vorteile

Das Schwierigste am zuhause lernen sei für sie, dass sie bei einem Problem nicht direkt die Lehrperson fragen könne, meint Jael, die älteste Tochter der Familie Moser.

 

"Wir haben gerade in mehreren Fächern ein neues Thema angefangen, da ist es manchmal schon schwierig." Alles in allem gehe es mit dem zuhause lernen im Moment aber gut, meint sie.

 

Das Arbeiten zuhause habe sogar einige Vorteile. "Man kann sich selbst einteilen, wann man was macht. So kann man sich besser in etwas einarbeiten", findet Jael. "Und dass ich nicht so früh aufstehen muss, ist schon praktisch."

 

Mehr schreiben und telefonieren

Mit den Kolleginnen und Kollegen aus ihrer Klasse zu reden und es lustig zu haben, fehle ihr schon. Aber sie schreibe und telefoniere im Moment dafür mehr mit ihren Freunden und Freundinnen. Sie halte sich an die Vorgaben des Bundes und treffe niemanden, aber sonst habe sich für ihre Freizeit nicht viel verändert, sagt Jael. "Nur zum Grosi gehen wir jetzt nicht mehr."


Autor
Melanie Burkhard, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 30.03.2020
Geändert: 31.03.2020
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