Zweiter Bergkranzfestsieg für Walther
Beim dritten Versuch klappte es: Trotz Rückenproblemen gewann Adrian Walther am Sonntag am Schwarzsee sein zweites Bergkranzfest. Für Michael Moser gab es Rang drei. Einen Kranz gewann auch die Schwingerkönigin Jasmin Gäumann im aargauischen Zetzwil.
Während in den letzten Jahren der Schwingsport im Kanton Bern unter dem Motto «Alle gegen Staudenmann» lief, titelten vor dem Schwarzsee Schwinget erst Medien «Alle gegen Moser» - Michael Moser aus Arni stieg am Freiburger Bergfest als absoluter Favorit in die Hosen.
Ganz anders Adrian Walther aus Habstetten. Vor einer Woche musste er das Oberländische Schwingfest wegen Rückenschmerzen nach dem dritten Gang aufgeben und ob er in Schwarzsee überhaupt antreten kann, war zweifelhaft.
Niederlage zum Start für Moser
Doch es kam anders. Moser musste gleich im ersten Gang gegen den Freiburger Eidgenossen Romain Collaud seine erste Niederlage des Jahres einstecken und nach zwei souveränen Plattwürfen im zweiten und dritten Gang kam im vierten ein Gestellter dazu. Trotz einem weiteren «Zähni» im fünften Gang war Moser damit aus dem Rennen um den Schlussgang. Seinen letzten Gegner, Patrick Betschard, bodigte er schnell und schmerzlos mit einer Zehn und erreichte damit den dritten Rang.
Walther am Mittag ganz vorne
Walther dagegen startete stark. Am Vormittag holte er gegen die Eidgenossen Marc Lustenberger und Collaud und gegen den Teilverbandskranzer Ueli Rohrer Bestnoten und hatte zum Mittag die alleinige Führung inne. Im fünften Gang folgte der erste Dämpfer, als er gegen den Zweitplatzierten Oberländer Curdin Orlik stellte. Mit dem Plattwurf gegen Sven Lang, einen weiteren Innerschweizer Eidgenossen, im fünften Gang stand Walther dann wieder allein an der Spitze.
Als Schlussganggegner standen dem Einteilungsgericht zwei Berner zur Wahl: Daniel Tschumi aus Wolfisberg und Mathias Aeschbacher aus Rüegsauschachen. Zum Handkuss kam Tschumi, der im Unterschied zu Aeschbacher keine Niederlage auf dem Notenblatt hatte.
Dritter Schlussgang am Schwarzsee
Für Walther war es der dritte Schlussgang am Schwarzsee. 2023 hatte er gegen Staudenmann gestellt, worauf dieser gewann und Walther Zweiter wurde. 2024 unterlag er Werner Schlegel und wurde Dritter. Diesmal griff er mit Tschumi zusammen und hatte ihn innert Sekunden auf dem Rücken. Der Schwarzsee-Sieg ist Walthers zweiter Bergkranzfestsieg nach dem Brünig 2022.
Es sei sein Ziel gewesen, wieder einmal ein grosses Fest zu gewinnen, sagte e im Platzinterview nach dem Sieg. «Hier hat es noch nie geklappt, darum ist es unglaublich cool.» Wegen seines Rückens habe er an diesem Tag nicht allzu gross Erwartungen gehabt, sei aber mit jedem Gang sicherer geworden. «Physio und Chiro haben mich gut zwäggebracht.»
Kranz für Schwingerkönigin Gäumann
Schon am Samstag geschwungen haben die Frauen und Meitli. Wegen der Kleinheit ihres Verbands finden ihre Schwingfeste übers ganze Land verteilt statt. Diesmal reisten die BERN-OST-Schwingerinnen ins aargauische Zetzwil. Am Start waren die letztjährige Schwingerkönigin Jasmin Gäumann aus Wichtrach und bei den Jungschwingerinnen die Schwestern Vanessa und Ramona Hodel aus Zäziwil.
Auch am zweiten Kranzfest der Saison schwang Gäumann vorne mit aber nicht ganz obenaus. Sie stellte gegen Isabel Egli vom Frauenschwingclub Steinhuserber, Schwingerkönigin 2024 und gegen Eveline Linggi vom Frauenschwingclub Urschweiz, mit denen sie 2025 das Jahresbesten-Podest geteilt hatte. Fegen Eglis Klubkollegin Nina Felber setzte es gar eine Niederlage. Die weiteren drei Gängen gewann sie dafür allesamt mit der Maximalnote: Gegen Petra Zahner vom Frauenschwingklub Linth, und gegen Jolina Zemp und gegen Vanessa Jenni vom Frauenschwingklub Steinhuserberg.
Von der Festsiegerin Serena Anthamatten vom Schwingklub Leukerbad war sie damit zweieinhalb Punkte entfernt, gewann aber doch am zweiten Fest den zweiten Kranz der Saison.
Bei den zwei regionalen Mädchen reichte es nicht zur Auszeichnung. Vanessa Hodel schwingt heuer neu in der ältesten Jungschwingerinnenkategorie, bei den Meitli 1. Damit gehört sie zum jüngsten Jahrgang ihrer Kategorie. Sie gewann zwei Gänge mit Bestnote und stellte einen. Damit platzierte sie sich auf dem elften Rang. Ihre Schwester Ramona schwang sich bei den Meitli 2 mit drei Siegen um einen Viertelpunkt am Zweig vorbei auf Rang 7b.
Das nächste Frauen- und Meitlischwingfest ist am 4. Juli im Waadtländischen Gingings.
[i] Fête alpestre Lac Noir / Bergschwinget Schwarzsee, Lac Noir / Schwarzsee, 21.06.2026
Die Resultate der Regionalen (Schwingklub oder Wohnort in der Region Bern-Ost)
Rang, Punkte, Resultat, Name, Wohnort, Verband, Klub
+ = gewonnen, - = gestellt, o = verloren
1 58.75 S +++-++ Walther Adrian, S *** Habstetten ML Worblental Kranz
3 57.50 o++-++ Moser Michael, S *** Biglen ET Zäziwil Kranz
11 d 55.50 +o-+o+ Galli Sandro, S ** Biglen ET Zäziwil1
3 e 55.00 +o++oo Walther Reto, S * Habstetten ML Worblental
19 c 53.00 oo+o-o Matter Florian, S * Rubigen ML Münsingen
[i] 1. Frauen- und Meitlischwingfest Zetzwil AG, 20.06.2026
Die Resultate der Regionalen (Schwingklub oder Wohnort in der Region Bern-Ost)
Rang, Namen, Jahrgang, Wohnort, Klub, Punkte, Resultat
Aktive
6 Gäumann Jasmin *** 2000 Wichtrach Bernerinnen 56.50 -++-0+ Kranz
Meitli 1
11 Hodel Vanessa 2013 Zäziwil Bernerinnen 54.50 -000++
Meitli 2
7 b Hodel Ramona 2014 Zäziwil Bernerinnen 55.25 +0+00+