«Solidarisch, antifaschistisch, antikapitalistisch»
Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Allein aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen der insgesamt 160 Sitze. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute David Rietzler
aus Münsingen.
Name: David Rietzler
Alter: 19
Wohnort: Münsingen/ Bern
Beruf: Student Sozialwissenschaften und Staatsrecht, politischer Campaigner
Arbeitgeber: SP Kanton Bern
Familienstand/Kinder: ledig/ keine
Bisherige politische Ämter: Vorstandsmitglied JUSO Stadt Bern, Mitglied Studierendenrat Universität Bern für das sozialdemokratische Forum
Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?
Ich kam schon früh in Kontakt mit Politik; aber die Tragweite politischer Entscheide realisierte ich in der Debatte um die Verhüllungsverbots-Initiative, bei welcher rechtspopulistische Kreise erfolgreich und schamlos zum wiederholten Mal für die Einschränkung fundamentaler Grundrechte von marginalisierten Gruppen kämpften. Ich merkte, dass unser System gesellschaftliche Minderheiten nicht genügend schützt.
Warum sind Sie bei der JUSO gelandet?
Die JUSO schafft es, gesellschaftliche Probleme in ein grosses Ganzes einzubetten, das hat mich fasziniert. Ungerechtigkeiten werden als Symptome ganzer Systeme begriffen; wollen wir diese nachhaltig bekämpfen, müssen wir sie an der Wurzel anpacken. Diese Faszination und das Treffen der richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt hat mich zur JUSO gebracht.
Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?
Solidarisch, antifaschistisch, antikapitalistisch
In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?
Steigende Mieten, höhere Krankenkassenprämien und eine allgemein sinkende Kaufkraft machen der breiten Bevölkerung zu schaffen; und was macht das bürgerliche Parlament unseres Kantons? Es liefert keinerlei Lösungen, greift den Sozialstaat an, stellt sich gegen die Interessen der Mieter*innen und spart auf dem Rücken jener, die dringend auf Unterstützung angewiesen wären.
Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?
Im Ukraine-Russland-Krieg muss sich die Schweiz klar für das Völkerrecht und gegen Russland als Aggressor positionieren; dies umfasst diplomatische Tätigkeiten, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland und kann auch den Export von Waffen in die Ukraine beinhalten, um deren Verteidigung gegen einen imperialistischen Staat sicherzustellen. Aber: Profit mit Waffen ist immer falsch.
Wie stehen sie zum Thema Tempo 30 innerorts?
Geringere Lärmbelastung, niedrigeres Unfallrisiko und eine erhöhte Verkehrssicherheit für alle lassen eigentlich nur einen positiven Schluss zu.
Was können Sie, dass niemand von Ihnen denken würde?
Was viele nicht wissen, ist, dass ich hin und wieder selbst Songs komponiere, um Erlebtes zu verarbeiten.
Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?
Mit meiner Band durfte ich im vergangenen Jahr in Rubigen in der Mühle Hunziken vor mehreren hundert Leuten auftreten.
Welches Lied können Sie auswendig?
Working Class Hero – John Lennon
Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Regisseur – weil mich das Erzählen von Geschichten und die Erschaffung von Welten schon immer begeistert hat.