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Spaziergänger aufgepasst: Fiese Raupe in Oppligen

An einer alleinstehenden Eiche in Oppligen haben sich Raupen der Eichen-Prozessionspinner zum Verpuppen angesammelt. Ihre Brennhaare können bei Menschen schmerzhafte Hautreaktionen auslösen. Oppligen und die Nachbargemeinde Herbligen mahnen Spaziergänger zur Vorsicht.

Raupennester an der Grenze zwischen Oppligen und Herbligen. (Bilder: Adrian Kammer)
Eichen-Prozessionsspinner bevorzugen alleinstehende Bäume.
Die Raupen können mit ihren Brennhaaren allergische Reaktionen hervorrufen.
Diese Bank sollte man zurzeit meiden.
In der Baumkrone lauert die Gefahr.

Mehrere Einwohner*innen aus Herbligen holten sich im letzten Jahr beim Spazieren kurz nach der Grenze zu Oppligen eine sogenannte Raupendermatitis. Dabei handelt es sich um eine mit Schmerzen verbundene allergische Hautreaktion, die durch die Haare der Raupen des Eichen-Prozessionspinners ausgelöst wird. Die Raupen schlüpfen Anfang Mai und durchlaufen fünf bis sechs Stadien der Entwicklung bis zur Verpuppung. Sie leben in Gruppen, bevorzugt an Eichen. Ihre Brennhaare mit Widerhaken enthalten ein Eiweissgift und sind im dritten Larvenstadium zwischen Mai und Juni für Menschen besonders gefährlich.

 

Auch in diesem Jahr wimmelt es in der alleinstehenden Eiche in Oppligen wieder von den giftigen Raupen. Das Geäst ist voll von gesponnenen Nestern und dort wuseln tausende der Tierchen und fressen sich satt. Die Bank unter dem Baum würd an einem heissen Tag zum Verweilen im Schatten einladen. Jetzt ist sie mit einem gelben Band abgesperrt und ein Informationsschild warnt vor den Eichen-Prozessionsspinnern. Auch auf den Gemeindewebseite von Oppligen und Herbligen wird auf die Gefahr hingewiesen.

 

Immer häufiger bei uns

Ein Kontakt mit den Raupen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte es dennoch zu einer Berührung kommen, sollte man sofort duschen, Haare waschen und Kleider wechseln. Falls starke allergische Symptome auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bisher trat der Eichen-Prozessionsspinner vorwiegend in der südlichen Schweiz auf. Insbesondere mit den letzten zwei Hitzesommern fand er immer mehr Gefallen an der Nordschweiz. Ein Experte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL schätzt in einem Interview mit der Aargauer Zeitung, dass das Vorkommen der Raupen mit der Klimaentwicklung weiter bei uns zunehmen wird.


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 23.05.2020
Geändert: 23.05.2020
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