«Es ist gut, dass wir nichts verdienen»
Am Sonntag beginnt in der höchsten Spielklasse die Hornussersaison. Yanick Schmid von Wäseli erzählt, was beim Hornussen unterschätzt wird und warum es in Ordnung ist, nichts zu verdienen.
Yanick Schmid (32) ist Mannschaftsführer der HG Wäseli, er steht die zehnte Saison auf dem Ries, wohnt in Boll, spielte bis vor zehn Jahren bei Habstetten. Wäseli wurde letztmals 2023 Schweizermeister. Am Sonntag startet Wäseli mit einem Heimspiel in die neue Saison. Wir wollten von Yanick Schmid wissen, was es braucht, um den Titel wieder in die Region zu holen.
BERN-OST: Yanick Schmid, wie kamen Sie zum Hornussen?
Yanick Schmid: Das liegt bei uns in der Familie, schon mein Grossvater und Vater waren Hornusser. Von klein auf war ich immer dabei und wollte das auch. Mein Vater spielt heute wieder bei Habstetten, nachdem er 20 Jahre bei Wäseli spielte.
Was unterschätzen die meisten Leute am Hornussen?
Hornussen ist sehr athletisch geworden. Aber auch die Technik ist sehr wichtig. Klar, braucht es auch Kraft, aber Kraft allein bringt nichts. Es braucht einen Mix aus Technik sowie dem Mentalen und man sollte sich nicht verkrampfen.
Man muss von sich überzeugt sein. Wichtig ist auch, dass man den Nouss sieht. Dieser fliegt schnell und unterschiedlich hoch. Die Null zu halten ist das Wichtigste. Wenn der Nouss zu Boden geht, wird einem ein Numero geschrieben. Ziel ist: Während der gesamten Saison kein Numero zu erhalten.
Beim Hornussen verdient man nichts, korrekt?
Ja und das ist gut so. Es ist ein Hobby, aber auf unserem Niveau, ist es schon ein grosser Aufwand, den man betreibt. Wir trainieren einmal offiziell und noch ein zweites Mal freiwillig, dazu kommen die Cupspiele sowie Kraft- und Fitnesstraining.
Wie sieht es aus mit Prämien? Auch nicht bei einem Meistertitel?
Nein.
Wie beurteilen Sie die Ausgangslage nach zwei zweiten Plätzen in den letzten Saisons. Mit welchen Erwartungen steigen Sie in die Saison?
Mit hohen Erwartungen! Das Ziel ist klar: Wir wollen alle abtun, wenn wir 13-mal zu null spielen, sind wir vorne dabei. Weiter braucht es konstante Schlagleistungen.
Ihr habt euch mit Raphael Zingg aus Zimmerwald und Christof Gerber aus Schüpbach verstärkt. Reicht dies, um diese Saison den Meistertitel nach Bangerten (Worb) zu holen?
(Lacht) Es muss zuerst gespielt sein, wir nehmen Spiel für Spiel. Es geht um die Konstanz. Dazu kommt der Zusammenhalt untereinander, was auch sehr schön ist.
Was macht Dauerschweizermeister Höchstetten besser?
(Überlegt) Es ist unbestritten, dass sie von der Schlagleistung her die stärksten sind. Aber verstecken müssen wir uns nicht. Auch Bern, Heimiswil oder Wasen sind nahe bei uns. Für uns gilt: Wenn wir unsere Leistung durchziehen, liegt ein Toprang drin.
Neu spielt auch Sinneringen-Vechigen in der Nationalliga A.
Sie haben eine junge Truppe und spielen stark im Ries. Bin gespannt, wie sie sich im A schlagen.
Was entscheidet beim Hornussen über Sieg oder Niederlage?
Es geht um das Abtun. Wenn man einen nicht abtut, gehen Punkte verloren. Solange wir alle abtun, sind wir auf dem richtigen Weg. Das ist unser Ziel.
Meisterschaftsbeginn Hornussen
Am Sonntag, 12. April, 13 Uhr, Wäseli spielt zu Hause gegen HG Balzenwil
Hornusserplatz Wäseli, Bangertenstrasse, Bangerten/Worb
Darum Wäseli
1920 beschlossen die Hornusser aus dem östlichen Teil der Gemeinde Vechigen, eine Hornussergesellschaft zu gründen. Die meisten Mitglieder stammten aus dem Gebiet der Käsereigenossenschaft Wäseli, daher der Name. 2020 feierte die HG Wäseli ihr 100 jähriges Jubiläum. Wäseli wurde elf Mal Schweizermeister (1995, 1997, 1998, 2001, 2002, 2003, 2006, 2009, 2010, 2016, 2023) und gewann sieben Mal den Cup.
Aus der Region Bern-Ost spielen die folgenden Mannschaften in der Nationalliga A:
Wäseli, Richigen, Sinneringen-Vechigen und Wichtrach
In der Nationalliga B:
Utzigen