Stiftung erhält doch noch Zusage für Spital Münsingen
Nach anfänglicher Absage kann die Stiftung Wohnhaus Belpberg während der Gesamtsanierung ihrer Liegenschaft vorübergehend ins ehemalige Spital Münsingen ziehen.
Der Stiftungsrat der Stiftung Wohnhaus Belpberg hat ein Angebot der Spitalnetz Bern Immobilien AG angenommen, das ehemalige Spital Münsingen für eine begrenzte Zeit zu mieten. Ab Februar werden die Wohnräume an der Belpbergstrasse einer Gesamtsanierung unterzogen.
Für die Bewohnenden, die zum Teil schwere körperliche Beeinträchtigungen haben, musste eine alternative Wohnlösung gefunden werden. Das nahegelegene Spital Münsingen erwies sich als geeignet. Eine erste Anfrage der Stiftung wurde jedoch abgelehnt, da ein neues Nutzungskonzept für das Spital vorliegt und ein Projekt gestartet werden sollte.
Kritik an der ersten Absage
«Die Absage wurde von den betroffenen Menschen mit grossem Unverständnis und Enttäuschung aufgenommen», erklärt Betriebsleiter Christof Stöckli in einer Mitteilung. Für sie ist ein Umzug an sich schon eine riesige Herausforderung, ein Ortswechsel noch viel gravierender. «Die Enttäuschung war umso grösser, weil das Spital ungeachtet der geplanten Neunutzung immer noch leer stand», so Stöckli weiter.
Ein Bewohner wandte sich zusammen mit der Betriebsleitung an die Medien. Zudem wurden lokale Politiker, der Gesundheits- und Sozialdirektor sowie die Präsidentin des Vereins FGW Aaretal angeschrieben. «Nun kam Bewegung in die Sache», erklärt Stöckli.
Unterstützung aus Politik und Umfeld
Katharina Baumann, Grossrätin und Präsidentin des Vereins FGW Aaretal, setzte sich beim Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, Pierre-Alain Schnegg, sowie beim VR-Präsidenten der Inselgruppe, Bernhard Pulver, für das Anliegen ein. Weitere Persönlichkeiten reagierten auf die Medienberichte und Gesuche der Betriebsleitung.
«Es waren verständnisvolle, konstruktive Gespräche und es hat sich gelohnt» sagt Katharina Baumann. In der Folge überprüfte die Spitalnetz Bern Immobilien AG ihren Entscheid und erklärte sich unter Bedingungen mit einer Zwischennutzung einverstanden. Auch die Gemeinde stimmte einer Nutzung zu.
Umzug im Februar, Rückkehr im Dezember
«Der grosse Umzug findet ab Mitte Februar statt. Alle Bewohnenden und das Atelier ziehen um. Das Restaurant Bistro Belpberg, die Verwaltung, die Küche und die Wäscherei bleiben am alten Standort und versorgen die «neue Filiale», liebevoll Vogelhaus genannt, vom Hauptsitz aus», erläutert der Betriebsleiter.
Die Logistik soll bis zur Rückkehr aufrechterhalten werden. Das Sanierungsprojekt soll bis Ende Jahr soweit abgeschlossen sein, dass im Dezember die Übergabe an den Betrieb und der Rückumzug erfolgen können.