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Unsichere Strassenquerung Beitenwil: Problem bekannt, Lösung zieht sich hin

Seit 2012 setzen sich die Verantwortlichen des Pflegeheims Landblick und des Humanushauses in Beitenwil dafür ein, dass ihre Mitarbeitenden und Bewohner*innen sicher über die Strasse zur Posthaltestelle kommen. Bis jetzt ohne Erfolg.

Um zur Postautohaltestelle zu gelangen, müssen die Bewohner*innen von Pflegeheim und Humanushaus die Strasse überqueren. (Bild: Isabelle Berger)

Um vom Pflegeheim Landblick oder vom Humanushaus aus die Posthaltestelle Richtung Worb zu erreichen, muss man die vielbefahrene Kantonsstrasse überqueren. Auf der Strasse herrscht Tempo 50, einen Fussgänger*innenstreifen gibt es nicht.

 

Den Verantwortlichen der beiden Institutionen ist diese Situation schon lange ein Dorn im Auge. In der letzten "Worber Post" schrieb Markus Wälti, Geschäftsführer Landblick, es gebe immer wieder heikle Situationen, da etliche Personen nicht mehr gut zu Fuss seien und deshalb die Strasse nicht zügig überqueren könnten. Bei schlechtem Wetter oder in der Dämmerung verschärfe sich das Problem. Bei den Bewohner*innen des Humanushaus komme dazu, dass Menschen mit einer kognitiven Einschränkung oder vermindertem Sehvermögen sich zwar selbständig im öffentlichen Raum bewegen könnten, aber oft verlangsamt seien und daher eine sichere Infrastruktur benötigten.

 

Acht Jahre Korrespondenz - Problem besteht weiter

Bereits 2009 habe man das Tiefbauamt des Kantons Bern auf die gefährliche Stelle aufmerksam gemacht und mit weiteren Briefen im Februar 2012 und im März 2020 nachgehakt. Warum der Kanton nach über acht Jahren immer noch nicht gehandelt habe, sei nicht nachvollziehbar, sagt Wälti. Das Amt priorisiere die besonderen Bedürfnisse der Bewohner*innen eines Pflegeheims und einer sozialtherapeutischen Gemeinschaft zu wenig und nehme die Gefahr weiterhin in Kauf. Der letzte abschlägige Bescheid sei vom 8. Juli. Als gute Lösung sähe er einen Fussgänger*innenstreifen.

 

Gegen den Vorwurf der Untätigkeit wehrt sich Thomas Schmid vom zuständigen Oberingenieurkreis. "Wir haben 2012 die Schwachstellen auf den Berner Kantonsstrassen analysiert. Diese gehört dazu. Zur Behebung wurden verschiedene Varianten durchgedacht, aber keine gute Lösung gefunden. Es ist eben nicht so einfach." Für einen Fussgänger*innenstreifen sei die Frequenz der Passant*innen bis jetzt zu klein gewesen, um ihnen Sicherheit zu bieten. Möglicherweise habe sich das mit dem Landblick-Neubau nun zwar geändert. Es gebe aber noch mehr Schwierigkeiten. So liegt die Postautohaltestelle zwischen der Strasse und dem Parkplatz des Restaurants Kreuzpintli - Fussgänger*innenstreifen müssen aber auf ein gesichertes Ziel führen und dürfen somit nicht auf einem (befahrenen) Parkplatz enden.

 

Gemeindepräsidenten unterstützen das Anliegen

Das betroffene Strassenstück und das Humanushaus liegen auf Rubiger Gemeindegebiet. Da die Gemeindegrenze aber mitten durch Beitenwil führt und das Pflegeheim sowie das Trottoir zu Worb gehören, wurden beide Gemeinden schon angesprochen und um Hilfe gebeten. Die unsichere Strassenquerung ist allseits bekannt. "Wir haben das schon mehrmals mit dem Kanton diskutiert. Bis jetzt hat man sich aber nicht erweichen lassen", sagt Daniel Ott Fröhlicher (SP), Gemeindepräsident von Rubigen. Auch Niklaus Gfeller (EVP), Gemeindepräsident von Worb, kennt die Stelle gut. "Wir unterstützen den Wunsch nach einer sicheren Querung und werden uns demnächst mit einem Brief an den Kanton wenden", stellt er in Aussicht.

 

Um etwas Bewegung in die Sache zu bringen, wird demnächst eine Begehung stattfinden. Organisiert wird sie von der Kantonalen Interessensvertretung des Blinden und Sehbehindertenverbands SBV. Mit dabei sein werden die Verantwortlichen von Landblick und Humanushaus, eingeladen werden auch Vertreter*innen von Gemeinden und Kanton. Diese Einladung werde man annehmen, sagt Thomas Schmid.

 

Lösung erst 2022?

Die Schwachstelle werde der Kanton aber aus Ressourcengründen kaum vor 2022 angehen können. "Es ist geplant, den Langsamverkehr auf der Strecke Worb SBB bis Beitenwil sicherer zu machen, dazu gehören auch die Strassenquerungen", sagt Thomas Schmid. Dann werde man die betreffende Querung und die Postautohaltestellen sicher nochmals unter die Lupe nehmen. Falls die Fussgänger*innenfrequenz immer noch unter der entsprechenden Schwelle liegt, bleibt ein Streifen aber eher unwahrscheinlich. Wie die Lösung aussehen könnte, liegt zurzeit noch im Dunkeln. "Vielleicht gibt es eine Mittelinsel, aber ohne Streifen."


Autor*in
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 15.09.2020
Geändert: 17.09.2020
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