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Thomas Gerber aus Ferenberg: "Oldtimerfahren entschleunigt mich"

Oldtimer-Rallyefahren kann tagelang dauern. Das erste Kind machte dies für Thomas Gerber (38) aus Ferenberg unmöglich. Darum rief er die Swiss Family Rallye ins Leben, welche vor Kurzem zum ersten Mal vom Ferenberg aus startete. Der Oldtimer-Geniesser zeigt sein Auto und erklärt, warum er beim Beschleunigen entschleunigen kann.

"Es soll Spass machen": Thomas Gerber mit seinem Ford Thunderbird auf dem Startplatz der Swiss Family Rallye, dem Parkplatz Brächhütte. (Bild: Isabelle Berger)
Das Motorengeräusch gehört dazu: Thomas Gerber in seinem Ford Thunderbird von 1966. (Video: Isabelle Berger)
Alles elektrisch verstellbar: Der Thunderbird war zu seiner Zeit ein luxuriöser Mittel- bis Oberklassewagen, aber doch ein Standardauto vom Fliessband. (Bild: Isabelle Berger)
Weniger Platz in der hinteren Reihe: Das Auto war eher als Prestige-Schlitten für zwei Personen gedacht. (Bild: Isabelle Berger)
Start der Swiss Family Rallye: Auf dem Parkplatz Brechhütte trafen sich die Rallye-Teilnehmer*innen am zunächst zum Schwatz, Kafi und Gipfeli. (Bild: zvg)

Als Verkäufer für den international tätigen Kranhersteller Konecranes ist Thomas Gerber viel mit dem Firmenauto unterwegs. Zweimal pro Monat fährt er extra früh morgens los nach Basel, um dem schlimmsten Verkehr zu entkommen. In seinem hochgerüsteten "Budeouto" gebe es jeden Schnickschnack eines modernen Autos. Dazu arbeitet er mit Laptop, Handy und weiteren Gadgets – und in seiner Freizeit wechselt er zum Oldtimer. BERN-OST trifft ihn auf dem Ferenberg mit einem seiner Autos, einem Ford Thunderbird, 1966 im US-amerikanischen Michigan gebaut.

 

Vorsichtiger unterwegs dank weniger Technik

"Oldtimerfahren ist stressfrei", sagt Gerber. Man habe all die Helferlein nicht und müsse alles selber machen. Er fahre dadurch vorsichtiger, schaue vor dem Abbiegen einmal mehr links und rechts als sonst. In seinem Oldsmobile Ninety Eight von 1954 gibt es zum Beispiel auch keine Gurte. "Den Kindersitz befestige ich dort mit einem Spannset", sagt er.

 

Gemeinsam mit Partnerin Natalie (35) und Sohn Charlie (3) macht der bald zweifache Familienvater an den Wochenenden Ausfahrten. Auf dem Land und auf Nebenstrassen? "Nur!", antwortet er. Im Gepäck hat die Familie jeweils eine Picknickdecke, um an den schönen Orten am Weg Stärkungspausen einzulegen.

 

Für Kinder muss es kürzer sein

Früher fuhr er mit seinen Oldtimern auch Rallyes, an welchen man teilweise an mehreren Tagen sehr lange Strecken zurücklegt. "Mein Sohn hat eine Wahnsinnsfreude am Oldtimerfahren. Er geht 'crazy'. Aber nach zwei, drei Stunden will er raus", sagt Gerber.

 

Darum stellte er mit der Swiss Family Rallye eine Rallye auf die Beine, die auch Kindern Spass macht. "Die Fahrt soll nicht länger als zwei Stunden dauern", sagt Gerber. Auf dem Weg gibt es verschiedene kindergerechte Aufgaben zu lösen. Zum Beispiel ein Stadt-Land-Fluss-Spiel.

 

Die Rallye fand am 18. Juli zum ersten Mal statt. 15 Fahrzeuge nahmen teil. Und das Wort "Kinder" wurde breit ausgelegt. Neben  vier Kindern im Alter von Null bis dreizehn waren auch zwei Teenager und auch Eltern mit Kindern über dreissig dabei. "Corona hat wohl auch geholfen", sagt Gerber. Die grossen Rallyes seien abgesagt worden, seine Rallye habe in den Ferien stattgefunden, in denen dieses Jahr viele hierbleiben.


Autor*in
Isabelle Berger, isabelle.berger@bern-ost.ch
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Erstellt: 25.07.2020
Geändert: 25.07.2020
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