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Traube Bleiken: Schöne Lage, schwieriges Geschäft

Rolf Moser und Sandra Rüegsegger übernahmen im April das Restaurant Traube in Bleiken und damit auch deren Sonnen- und Schattenseiten. Die Halbjahresbilanz fällt durchzogen aus. Der Härtetest kommt allerdings erst noch mit dem Winter.

Die Pächterfamilie Rolf Moser (55), Sandra Rüegsegger (47) und Sohn Lars Rüegsegger (19) vor der Traube Bleiken. (Bild: Res Reinhard)

Der Gasthof auf dem Hügel besticht mit seiner Aussicht auf die Berge, ist dafür nicht gerade zentral gelegen. Gäste kommen entweder aus dem Dorf oder fahren von ausserhalb bewusst da hoch. Laufkundschaft gibt es kaum. "Es gibt Tage, da läufts. An anderen geht weniger", so das Fazit von Wirt Rolf Moser. Er und seine Partnerin Sandra Rüegsegger übernahmen die Traube vor einem halben Jahr. Schnell merkten sie, dass es sich dabei um eine Schönwetterbeiz handelt. Ist es warm bei Sonnenschein, kommen die Leute. Spielt Petrus nicht mit, dann wird es schwierig.

 

Gut im Dorf aufgenommen, aber ...

In Bleiken gefalle es ihnen schon, meint Moser: "Im Prinzip sind wir glücklich hier und wir haben ein gutes Verhältnis zu den Einheimischen." Es sei schön, dass zum Beispiel auch die lokalen Vereine einkehren. Davon leben könne man allerdings nicht. "Gerade in den Ferien ist es schwierig, wenn die Leute wegfahren", so der Gastronom. Um richtig Bilanz ziehen zu können, müsse man noch den Winter abwarten. Moser hat auch schon Ideen, um das Geschäft dann anzukurbeln: "Wir werden versuchen mit Events Kundschaft anzulocken. Zum Beispiel mit einem Ländlerabend beim Fondue."

 

Eine weitere Schwierigkeit ist laut Moser die Personalsituation. Im Moment halten sich er und seine Partnerin in der Traube mit Aushilfen über Wasser. Die muss man immer wieder organisieren, was auf Dauer anstrengend ist. Die Pächter wollen unbedingt jemanden fest im Stundenlohn anstellen. Eine Suche die sich schwierig gestaltet. Die Gründe sieht Rolf Moser vielfältig: "Es ist die Lage einerseits, da Bleiken nicht an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist. Hinzu kommt, dass viele nicht am Abend oder am Wochenende arbeiten wollen. Sprich genau dann, wenn wir am dringendsten Hilfe benötigen. Zudem hat der Ruf der Traube als Arbeitgeber in der Vergangenheit wohl etwas gelitten."

 

Noch optimistisch

Die Geschichte der Traube in Bleiken zeigt, dass sie nicht einfach zu führen ist. Das Restaurant hat turbulente Jahre mit vielen Pächterwechseln und einem Verkauf hinter sich. Momentan bekommen das Rolf Moser und Sandra Rüegsegger zu spüren. Auch wenn es harte Arbeit ist, sind sie doch gewillt die Traditionsbeiz auf dem Hügel am Leben zu halten.


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Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 17.10.2019
Geändert: 18.10.2019
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