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Trotz Corona in die Beiz: Wirt Adriano Manzone lädt auf die Terrasse

Ab Montag sind private Treffen im Freien mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt. Die Restaurants und Bars bleiben aber noch zu. In Grosshöchstetten kann man trotzdem in die Beiz. Caffè Pavillon-Wirt Adriano Manzone hat eine Lösung gefunden.

Privates Beiz-Erlebnis: Die Terrasse des Caffè Pavillon in Grosshöchstetten kann dafür gemietet werden. (Bild; zvg)
Adriano Manzone (rechts): Zusammen mit Sohn Dario eröffnete er 2019 das Caffè Pavillon in Grosshöchstetten. (Bild: Archiv BERN-OST / Annalisa Hartmann)

"Plane dein privates Treffen im Freien mit bis zu 15 Personen und geniesse trotzdem das Beizenfeeling (ja, so wie früher) ganz exklusiv mit Freunden und Familie", wirbt Manzone in einem Inserat auf BERN-OST und auf Facebook. "Ich halte mich an alle Massnahmen", sagt er auf Anfrage. Private Treffen im Freien seien ja erlaubt und könnten auf seiner Terrasse stattfinden. "Ich bin dann einer der Gäste", sagt er.

 

Wie eine Hotelübernachtung

Funktionieren tut es so, dass der*die Gastgeber*in wie bei einem Hotelaufenthalt alles vorher pauschal bucht. Essen und Getränke werden im Voraus abgemacht. In der Pauschale sei auch der ganze Aufwand und die Nutzung der Infrastruktur einberechnet, sagt Manzone. Er stelle die Infrastruktur zur Verfügung und bediene sie. Einen normalen Aussschank gebe es nicht. Für Aussenstehende sei das Lokal im Sinne einer geschlossenen Gesellschaft zu. Während des Anlasses dürfen auch keine Gäste wechseln. "Der*die Gastgeber*in ist zudem verantwortlich für die Einhaltung der Corona-Massnahmen", so Manzone.

 

Er nutze damit keine Schlupflöcher aus. "Der Bundesrat hat gesagt, man müsse der Situation mit Durchhaltewillen und Kreativität begegnen", sagt er. Was er anbiete, sei ja nicht verboten worden.

 

"Trotz Humor eine Katastrophe"

Manzone hofft, dass "ein paar Wagemutige" sein Angebot nutzen würden. "In den letzten Tagen hätte man gut draussen wirten können", sagt er. Seine Beiz gehöre zu den Betrieben, die keine Hilfe vom Staat bekommen hätten. "Ich bin ein humorvoller Mensch, aber es ist eine Katastrophe", sagt er, der auch ein Veranstaltungsunternehmen betreibt. "Die Hilfen vom Bund greifen nur bedingt, und ich habe trotzdem alle Betriebskosten."

 

Er hoffe auf eine baldige Öffnung. "Mehr auch für die Menschen", sagt er. Den Leuten fehlten die Restaurants für das soziale Leben. Von seinem Angebot dürften insofern wohl auch Leute Gebrauch machen, die keinen Balkon oder Garten hätten oder sich nicht auf dem Brätliplatz oder im Park treffen wollten. Bereits hätten sich auch erste Interessierte gemeldet, sagt Manzone. Gebucht habe aber noch niemand.

 

"D Lasagne fägt"

Kreativität bewies Manzone übrigens bereits mit einem anderen Angebot: Bei ihm kann man ganze Lasagnen in Aluschalen bestellen und am Samstag abholen. Entweder man holt sie bereits überbacken ab oder schiebt sie zuhause selber in den Ofen. Das Angebot kam an. "Ich habe Bestellungen aus der ganzen Region", sagt Manzone. Am Sonntag liefert er darum nun auch aus, teilweise bis nach Bern. "Die Lasagne 'fägt'", sagt er.

 

[i] Zur Facebook-Seite des Caffè Pavillon


Autor*in
Isabelle Berger, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 27.02.2021
Geändert: 27.02.2021
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