Lions Konolfingen verlieren spannendes Spiel nach Penaltyschiessen
In der Hinrunde konnte man gegen die Bern Capitals nach einem intensiven Spiel knapp mit 4:3 gewinnen. Nun galt es im zweitletzten Spiel der Qualifikation auswärts gegen die Berner dieses Kunststück zu wiederholen. In der Sporthalle Moos traf man auf den direkten Tabellennachbarn.
Gleich zwei neue Gesichter standen in den Reihen des UHC Lions Konolfingen an diesem Wochenende das erste Mal auf dem Platz. Einerseits war dies Naftali von Gunten, welcher vom Ligakonkurrenten Unihockey Emmen zu den Konolfinger stiess. Obwohl er schon im Spiel gegen Emme auf dem Matchblatt stand, durfte er am Samstag gegen die Bern Capitals das erste Mal einen Ernstkampf für sein neues Team bestreiten. Zudem kam Fabio Schinkelshoek nach langwieriger Verletzung nach über anderthalb Jahren zu seinem Comeback. Bei ihm handelte es sich zwar eigentlich nicht direkt um ein neues Gesicht, zahlreiche Spieler der Konolfinger hatten aber noch nie mit dem wirbligen Stürmer zusammengespielt. Dennoch wurde «Schinke» in dieser langen Zeit teilweise schmerzlich vermisst.
Die Teams starteten engagiert in das erste Drittel. Die Berner vermochten in der Startphase durch schnelles Kombinationsspiel immer wieder in gefährliche Abschlusspositionen zu kommen. Die Konolfinger ihrerseits versuchten mit schnell vorgetragenen Konter das Score zu eröffnen. Als nach einem ersten Abschluss von von Gunten durch den Torhüter pariert werden konnte, schnappte sich Bigler den Ball und chippte ihn vor das Tor zu Schlüchter. Dieser fackelte nicht lange und drosch den Ball nach viereinhalb gespielten Minuten ein erstes Mal sehenswert in die Maschen. Nur 40 Sekunden später zeigte Schinkelshoek, dass er in seiner Abwesenheit das Spiel mit Stock und Ball keineswegs verlernt hatte. Mustergültig wurde er von Niederhauser bedient und versenkte den Ball unhaltbar halbhoch im Tor der Berner. Was für ein Comeback. In der siebten Spielminute konnte dann Steck nach einer Balleroberung in der Offensive backhand zum 0:3 einschiessen. Ein guter Start für die Konolfinger. Die Capitals waren ob der offensiven Effizienz augescheinlich von der Rolle und bekundeten Mühe, den Weg zurück ins Spiel zu finden. Zu Drittelshälfte musste Hofer nach einer streng gepfiffenen Strafe auf der Strafbank Platz nehmen. Das Powerplay der Hauptstädter zeigte sich kaltblütig. Nur gerade zwei Sekunden benötigte das Überzahlspiel, um für das Heimteam das Score zu eröffnen. Nachdem sich auch die Gäste aus Konolfingen erfolglos in einem Überzahlspiel versuchen konnte, endete das erste Drittel mit einem komfortablen 1:3-Vorsprung für die Gäste.
Im zweiten Drittel war es wiederum die Kombination Bigler auf Schlüchter, welche schon nach knapp zwei Minuten nach Wiederanpfiff die Führung für die Konolfinger ausbauen konnte. Die Gäste schienen jedoch zu viel Energie mit Jubeln verbraucht zu haben, nur elf Sekunden später stellten die Berner den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Das Spiel entwickelte sich zu einem attraktiven offenen Schlagabtausch. Bei einem der schnell vorgetragenen Konter des Heimteams zappelte der Ball wiederum im Netz. Die Hauptstädter konnten erstmals in dieser Partie auf ein Tor heranziehen. Doch auch dieser Spielstand hielt nicht lange. Zürcher schoss den Ball Richtung Tor, Steck schoss zum zweiten Mal an diesem Abend ein und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung im Handumdrehen wieder her. Ein weiteres Powerplay konnten die Gäste nicht nutzen, womit der Pausenstand 3:5 lautete.
Im letzten Drittel starteten die Berner deutlich aktiver als in den vorherigen Drittel. Die Berner schafften es, das Spieldiktat je länger desto mehr an sich zu reissen. In der 43. Spielminute war damit der Anschlusstreffer Tatsache. Die Emmentaler hatten nun Mühe, sich überhaupt noch aus der eigenen Zone zu befreien und kamen nur noch vereinzelt zu einzelnen Entlastungsangriffen. Doch Rothenbühler im Tor der Konolfinger hexte – wie schon in den beiden Drittel zuvor – teilweise mirakulös und konnte sein Team damit im Spiel halten. In der 48 Spielminute konnte jedoch auch Rothenbühler nichts mehr machen und der Ball zappelte zum vielumjubelten Ausgleich im Netz. Acht Minuten vor Schluss kamen die Konolfinger zu einem ihrer Entlastungsangriffe. Moser lancierte Niederhauser, welcher die Emmentaler damit wieder in Führung schoss. Diese Führung hielt aber nicht sonderlich lange. Nur dreissig Sekunden später stand es schon wieder ausgeglichen. Das Spiel war nun offener und beide Teams kamen zu Möglichkeiten, vorerst wollte aber kein Ball den Weg ins Tor mehr finden. Knapp zwei Minuten vor Spielende schnappte sich Moser in der eigenen Hälfte den Ball und überlief die gesamte Hintermannschaft der Berner. Sehenswert brachte er den Ball im Tor der Berner unter, womit das Credo für die restliche Spielzeit für die Konolfinger klar war: Solidarisch verteidigen. Das Heimteam spielte fortan ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern, die Konolfinger verbarrikadierten das Tor. Auch Rothenbühler griff mehrmals mirakulös ein. Dreissig Sekunden vor Spielende fand ein Querpass den Weg in den hohen Slot der Konolfinger. Ein Berner verzögerte gekonnt und setzte den Ball via Lattenunterkante zum Ausgleich in die Maschen des Gästetores. Die Verlängerung musste entscheiden.
In der Verlängerung kamen beide Mannschaften zu Chancen. Insbesondere das Heimteam, welches zufolge einer Strafe von Niederhauser für zwei Minuten in Überzahl spielen konnte, verzweifelte an der Abwehr der Konolfinger. Da in der Verlängerung kein Team einen Torerfolg erzielen konnte, musste das Penaltyschiessen die Entscheidung bringen. Dort bewiesen die Berner das glücklichere Händchen und konnten den Zusatzpunkt in Bern behalten.
Eine starke Leistung der Emmentaler wurde nur mit einem Punkt belohnt. Es gilt für die Konolfinger in entscheidenden Momenten mit noch etwas mehr Cleverness zu agieren. Dies können sie bereits Morgen an den Tag legen. Im letzten Spiel der Qualifikation treffen sie auf die Hornets aus Moosseedorf. Im Hinspiel verlor man gegen dieses Team sang- und klanglos. Die Konolfinger haben somit noch eine Rechnung offen. Die Hornets können sich nicht mehr für die Play-Offs qualifizieren, dies dürfte jedoch ihrer Motivation gegen die Lions keinen Abbruch tun. Das Spiel beginnt in der heimischen SLM-Arena am 25. Januar 2026 um 19:30 Uhr. Die Lions freuen sich auf zahlreiche Zuschauer. Go Lions!
Bern Capitals - Lions Konolfingen 8:7 n.P. (1:3, 2:2, 4:2, 0:0)
Sporthalle Moos, Gümligen. SR Bigler/Jufer.
Tore: 5. S. Schlüchter (J. Bigler) 0:1. 6. F. Schinkelshoek (L. Niederhauser) 0:2. 7. J. Steck 0:3. 11. D. Johansson (L. Graf) 1:3. 22. S. Schlüchter (J. Bigler) 1:4. 22. M. Schwarz (M. Misteli) 2:4. 31. J. Blaser 3:4. 31. J. Steck (M. Zürcher) 3:5. 43. O. Walker (M. Misteli) 4:5. 48. D. Johansson (L. Graf) 5:5. 53. L. Niederhauser (J. Moser) 5:6. 54. O. Walker (J. Hofmann) 6:6. 58. J. Moser 6:7. 60. S. Kummer (D. Johansson) 7:7.
Penaltyschiessen: J. Bigler trifft 0:1. G. Britt trifft 1:1. M. Misteli trifft 2:1. D. Johansson trifft 3:1. M. Zürcher trifft 3:2. M. Schwarz trifft 4:2. L. Niederhauser trifft 4:3. J. Blaser verschiesst. J. Steck verschiesst. F. Beck verschiesst.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern Capitals. 2mal 2 Minuten gegen Lions Konolfingen.